Pöbeln bis der Arzt kommt – Oder was hat das noch mit Links zu tun?

18. Februar 2016 - 16:13 | | Politik | 9 Kommentare

„Bibi (Netanjahu a.d.R.) und George (Bush a.d.R.) bis zum Kommunismus“, das ist die Forderung eines Arbeitskreises im Jugendverband der Linkspartei. Was die Unterstützung von zwei rechtskonservativen Hardlinern und Kriegstreibern mit Kommunismus zu tun hat und warum sich solche Leute links nennen, geht nur den Wenigsten in den Kopf. Ein Kommentar von Titus Kegevara.

Etliche von euch kennen sie, die Antideutschen. Jene sich selbst als Linke bezeichnende, die sich bedingungslos mit Israel solidarisieren, in weiten Teilen des Islam eine neue Art des Faschismus sehen, sogenannte westliche Werte verteidigen und aus irgendeinem Grund für US-Amerikanische Außeneinsätze eintreten und die USA als Vorstufe zum Sozialismus sehen. Ja, das mag alles überspitzt sein, stimmt jedoch trotzdem in weiten Teilen.

Diffamierung Andersdenkender

Ein Lieblingssport vieler Antideutscher ist die Diffamierung anderer Linker. So gilt man ganz schnell als antisemitisch, wenn man gegen die Macht von Banken protestiert oder die aktuelle israelische Regierung als rechtsnational bezeichnet. Jene Regierung, die laut dem Arbeitskreis Shalom AG NRW der Linksjugend, die Welt in den Kommunismus führen soll.

So schreibt der Arbeitskreis in einer Art „Stellungnahme“, eine Verriss gegen die Veranstaltung „Antideutsche Ideologien“ der Linksjugend Ruhr. Also einer Veranstaltung jenes Verbandes, dem die Shalom AG angehören will, auch wenn sie nicht durch den Verband anerkannt ist. Und das noch bevor diese überhaupt stattgefunden hat. Der Text, der namentlich nicht gekennzeichnet ist, ist in einer solch schwülstiger Sprache geschrieben, das selbst Akademiker an der ein oder anderen Stelle nachlesen müssen – ein top Aufschlag, wenn man möglichst viele Menschen erreichen will – nicht.

Ihr Hauptvorwurf ist es, dass die Veranstaltung lediglich Feindbilder schaffe, die es zu bedienen gehe. Also der böse Antideutsche im Vergleich zum guten Marxisten. Viel begriffen hat der oder die Schreiberin des Stückes nicht. Denn in dem später gehaltenen Vortrag ging es lediglich um eine Zustandsbeschreibung der Antideutschen, ihre Positionen und eine Kritik im Vergleich zu anderen Linken.

Nun ja, an ihre Regeln können sie sich selbst nicht ansatzweise halten. Denn sie pöbeln was das Zeug hält. Da werden Antiimperialisten, also Marxistinnen, in eine Reihe mit Nazis und Islamisten gestellt:

„[…]sondern im Kampf gegen alle dem schönen Leben entgegenstehenden Banden, seien sie nationalsozialistischer, islamistischer, antiimperialistischer oder anderer deutscher Couleur, zu versuchen diese Utopie gegen die Barbareien des Realzustandes und seine noch barbarischeren Aufhebungen zu verteidigen.“

Für den Arbeitskreis sind andersdenkende Linke genauso unerträglich wie Nazis, na dann prost Mahlzeit. Zuvor werden Antiimperialistinnen auch noch mal mit der Kameradschaftsszene der Nazis verglichen.

„Daher sollte sich den Gründen für die Fixierung auf den innerlinken Feind gewidmet werden. Fakt ist, dass die antiimperialistische Kameradschaftsszene in Deutschland keinerlei reale Wirkungsmacht entfalten kann.“

Links? Witz kommt raus…

Man bezeichnet sich als Links, verteidigt Angriffskriege und Menschen die sie führen und feiert bürgerliche Staaten ab, um zugleich gegen Linke vorzugehen und sie mit Nazis in eine Reihe zu stellen. Nein, das ist nicht links, nicht marxistisch, nicht sozialistisch und nicht kommunistisch. Man müsste sich viel eher Fragen, ob die verzogenen anonymen Bälger deutscher Akademikerkinder nicht besser bei der CDU aufgehoben wären. Oder wie formuliert es die Zentrale für politische Bildung: „Dennoch kann man in den zu entschiedenen Verfechtern westlich-demokratischer Werte gewandelten Autoren von z.B. „Bahamas“* nur noch schwerlich Linksextremisten erkennen.“

*Die Bahamas ist das Hausblatt der Antideutschen.

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9 Kommentare

  • 1
    Entspannt euch says:

    Erstmal: Es gibt nicht DIE oder DEN Antideutsche/n. Diese immer wiederkehrenden Positionen, die man DEN Antideutschen zuschreibt sind unbestreitbar bei einigen sich „Links“ bezeichnenden Menschen vorhanden. Trotzdem braucht man diese nicht unter einem Label verallgemeinert positionieren. Vor allem haben sie mit dem wofür „Antideutsch“ einmal stand eh nicht mehr viel gemeinsam – ganz im Gegenteil! In diesem Sinne kann ich die Kritik, einer Feindbildkonstruktion schon verstehen. Das müsst ihr euch schon gefallen lassen, ansonsten einfach mal ein wenig entspannter sein und ignorieren lernen.
    Die Leute, die solche Neokonservativen oder Antikommunistischen Positionen vertreten diskreditieren sich damit doch selbst schon. Mehr ignorieren wäre sicher nicht verkehrt. Mir scheint sowieso, dieses „Phänomen“ besteht größtenteils noch im Internet. Ansonsten hört und sieht man von solchen Menschen recht wenig, wenn es nicht gerade zu verbalen oder körperlichen Angriffen kommt.
    Naja und die Art dieser oder ähnlicher Texte spricht schon Bände… Ich lese daraus eine unheimliche Arroganz und Selbstüberschätzung. Der/die Verfasser/in hat ein elitäres Gehabe ansich, was mit „Links“ mal überhaupt nichts zu tun hat. Insofern dürfte eure Einschätzung „verzogene[…] anonyme[…] Bälger deutscher Akademikerkinder“ gar nicht so falsch sein. Eine Menge dieser Menschen wird sich irgendwann einmal als typisch deutsche/r Spießer/in – voller Verachtung für den „dummen Pöbel“ – wiederfinden. Ganz sicher.

  • 2
    Thomas says:

    „Man müsste sich viel eher Fragen, ob die verzogenen anonymen Bälger deutscher Akademikerkinder nicht besser bei der CDU aufgehoben wären.“ Ähm Nein! Sie würden besser zu PRO Köln, PRO NRW oder Die FREIHEIT passen. Die Jerusalemer Erklärung passt doch wie die Faust aufs Auge!

    • 2.1
      neuheide says:

      welches kritische potential,welche möglichkeiten hätten die zukünftigen eliten.wären sie nicht von den schulen/unis auf linie gedrillt worden?

      es ist einfach nur erbärmlich wie unser geistiges potential,die zukunft deutschlands zu bezahlten antifa radaubrüdern gemacht wurden.
      assozial destruktives verhalte,von den parasitären eliten begünstigt.

      die zukunft deutschlands,der rechtsstaat befindet sich in auflösung,der mainstream tanzt mit begeisterung den totentanz…

      wenn es nicht so tief traurig wäre müsste man darüber lachen…

  • 3
    günter says:

    Welcher Anti-Imperialismus?
    Eigentlich stimme ich dem Artikel zu, aber der Autor macht selbst einen der einfachgestrickten Denkfehler der Antideutschen, nur umgekehrt: weil die den Islam faschistoid finden, hält er im Umkehrschluß alle die das tun für pro-amerik., pro-Zionist., antikommunist. Antideutsche. Man kann aber auch den Islam für faschistisch halten, ohne Antideutscher zu sein und ohne für US-Kriege gegen isl. Länder zu sein und zu sehen daß die Interessen die da verfolgt werden nichts mit „Demokratie bringen“ zu tun haben und niemand in Afghanistan invasioniert „für Frauenrechte“, wie das Joschka Fischer mal behauptet haben soll.
    Aber der Kurzschluß, wer gegen den Islam ist, könne kein Anti-Imperialist sein, führt genau wieder zu jenem platten alten Anti-Imperialismus, wo jeder der was gegen die USA sagte (das tun Rechte auch) als Anti-Imp. galt, so daß die reaktionären Mullahs im Iran damals von der DKP-Richtung als Speerspitze des Anti-Imp. angesehen wurden- auch noch, als die bereits Linke aufhängten. So wie heute wieder die ultrastalinist. Sekte „Komm. Initiative“ den Assad als weltweiten Anführer eines anti-imp. Kampfes sieht. Genau solche Fehler aufgreifend, haben die Antideutschen (die, heimgekehrt ins Reich, gar nicht antideutsch sind sondern nur noch so heißen) sich einst völlig vom Anti-Imp. verabschiedet, statts einen differenzierteren Begriff von Anti-Imperialismus auszuarbeiten- was gar nicht so schwer ist, wenn der Imperialismus -wie Lenin sagte- die höchste Stufe des Kapitalismus ist. Das heißt, es kann keinen Anti-Imperialismus ohne Anti- Kapitalismus geben. Daraus folgte für mich schon 1979 richtig: da die Mullahs im Iran keine antikapit. Maßnahmen für ihr eigenes Volk und die Arbeiterklasse entwickelten, konnten sie auch keine Anti-Imperialisten sein. Amis rauswerfen alleine ist da tatsächlich kein Kriterium. Das würden Nazis auch tun.

    • 3.1
      Günther Wassenaar says:

      tut mir leid Namensvetter ohne „h“ – aber wer den ISLAM oder irgend eine andere Religion als faschistisch bezeichnet – verbreitet rassistisches Gedankengut – und zeigt, dass er der Propaganda der Kriegstreiber total aufgesessen ist.
      In einer Debatte mit dem Botschafter der USA, in der evangelischen Akademie in Wittenberg versuchte er auch die Kriege mit religiösen Unterschieden in Europa zu begründen und ich entgegnete ihm, dass noch nie Kriege wegen der Religion – sondern immer um Geld und Macht geführt wurden. Dass die Religionen nur dazu mißbraucht werden, das notwendige Kanonenfutter zu beschaffen. Er farge ganz überzeugt, ob ich denn annähme, dass die USA nur wegen Geld und Macht am D-Day die zweite Front gegen Hitler aufgmacht hätten. Von mir bekam er die Antwort, dass es genau so war, da man Angst hatte die Rote Armee würde bis zum Atlantik durchmarschieren.
      Auch die Kriege im Vorderen Orient werden nicht religiös geführt und der Staat Israel ist nicht aggressiv gegenüber seinen arabischen Nachbarn weil er jüdisch ist – sondern da es ein imperialer Staat des Finanzkapitals iat. Oder kannst Du dem NICHT zustimmen?

      • 3.1.1
        günter says:

        doch, günter w. ich stimme dem zu, aber du hast offenbar nicht verstanden was ich augeführt habe. seit wann ist es rassistisch, in den Religionen Faschist. potential zu sehen? genau desw. können diese doch so gut mißbraucht werden. deswegen weiß ich auch, daß es in Nordirland keinen „Religionskrieg“ zwischen Protestanten und Katholiken gab, sondern einen von der Kolonialmacht England verursachten Konflikt zwischen süd- &Nordirland.
        vielmehr wies ich darauf hin, daß auch manche genoss(inn)en, die den Islam für Faschist. halten, desw. noch lange nicht für US-kriege gegen isl. länder sind; umgekehrt kann manch einer der nichts gegen den Islam hat trotzdem dafür sein.
        das war auch nicht Hauptpunkt meiner Argumentation, sondern die frage „welcher anti-Imperialismus?“ (kann es anti-imp. geben, die keine antikapitalisten sind?)

      • 3.1.2
        DieWahrheitistBitter says:

        Du solltest dir mal die Ausführungen von Prof. Bassam Tibi über das Wesen des Islam zu Gemüte führen. Es ist überhaupt nicht schwer im Islam den Faschismus (im Sinne der leninschen Definition) zu erkennen. In der Tat, es wäre schwer dies zu leugnen! Informiere dich über solche Grundbegriffe wie Dar-al-Islam, Dar-al-Harb, Dhimmy. Es ist höchste Zeit aus dem Elfenbeinturm herunterzuklettern!

  • 4
    Günther Wassenaar says:

    Wenn zum Schluß geagt wird, dass die ANTI-Deutschen besser in der CDU aufgehoben wären – hat der Autor die tatsächliche Aufgabe, den wirklichen Auftrag dieser Gruppierng nicht verstanden. Die CDU ist von solchen Positionen der Anti-Ds nicht weit entfernt – hier brauchen sie also nicht aktiv zu werden – im Gegenteil – hier würden sie nicht mal auffallen.

    In der PDL haben sie jedoch eine ganz klare Aufgabe. Sie sollen die Partei als Ganzes nach RECHTS bewegen und gleichzeitig spalterisch in die komplette Linke hinein wirken – was sie mit bravour bisher geschafft haben.

    Diese angesprochene Rechtsbewegung ist von Seiten der Führungsriege der PDL zwingend notwendig, um bei der kommenden Wahl koalitionsfähig zu werden. Der Standpunkt gegen Krieg muß in der Mitgliedschaft vernichtet werden – da das jeder Koalition entgegen steht.

    Ich für meinen Teil habe zurückliegend wengen der Friedensposition bisher die Linke gewählt, wenn keine anderen Progressiven Kandidaten vorhanden waren. Schon bei der letzten Wahl habe ich das unterlassen – damit die PDL nicht so viel Stimmen bekommt, dass sie für eine Kalition interessant werden könnte.
    Kommt es dazu, werfen diese macht(geld)geilen Personen der Führungsriege alle friednspolitischen Positionen schneller auf den Mist als man denken kann – und eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene wäre das schlimmste was der kompletten Linken je passieren könnte – was ja schon die jeweiligen Landesexperimente nachhaltig gezeigt haben

  • 5
    Carina Baur says:

    Zeugenaussage des Darlehensangebotes

    Ich bin Frau Carina Baur ich war an der Forschung des Gelddarlehens seitdem
    mehrere Monate. Aber glücklicherweise sah ich Zeugenaussagen gemacht von
    viele Personen auf Frau Visentin Paola so habe ich es kontaktiert
    um mein Darlehen eines Betrages von 70.000€ zu erhalten, um meine Schulden zu regulieren und
    mein Projekt zu verwirklichen. Es ist mit Frau Visentin Paola mein lächelt an
    neuer es ist planiert von einfachem und sehr verständnisvollem Herzen. Hier sind
    elektronische Post: visentinpaola96@gmail.com