Olympionike Delpopolo wegen Cannabiskonsum disqualifiziert
Bei den in London stattfindenden Olypischen Sommerspielen gab es schon gleich zu Beginn der Spiele einen Dopingfall bei den Gewichthebern. Dort wurde der Albaner Hysen Pulaku positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Das olypische Komitee hat bei den olypischen Spielen so viele Dopingtest angekündigt wie noch nie: Sie meinen es wohl ernst. Meistens werden Sportler des Dopings überführt, die durch die eingenommenen Substanzen ihre Leistungsfähigkeit erweitern. Doch beim jüngsten Fall geht es nicht um Steroide oder ähnliche Substanzen: Es geht um das Naturprodukt Cannabis.
Myostatin- so heißt ein begehrtes Produkt für dopende Sportler. Myostatin lässt die Muskeln weniger schnell wachsen. Wer den umgekehrten Effekt herbeiführen möchte, kannn zu Ecdysteron greifen. Ecdysteron ist ein Hormon, das bei Insekten unter anderem den Häutungsprozess regelt. Bei Menschen fördert es das Muskelwachstum. Zum Leid des Olympia-Komitees und der WADA steht Ecdysteron noch nicht auf der Dopingliste, sondern ist als Nahrungsergänzungsmittel leicht zu bestellen.
gesunde Chemie, ungesunde Natur
Man sieht: Man muss also kein Pharma-Experte sein, um seinen Körper effiezient zu dopen, ohne erwischt zu werden. Die beiden besagten Hormone sind dem Komitee und der WADA durchaus bekannt. Es ist zu vermuten, dass es noch ganz andere Hormone und Produkte gibt, die durch das Fahnungsnetz der Dopingjäger tagtäglich entgleiten. Man mag sich nur einmal in die Lage der Ermittler versetzen: Eigentlich wissen sie, dass ihnen die Hände gebunden sind, vollziehen aber unermüdlich weiter ihre Tests und feiern ihre Erfolge dann groß, wenn ein Dopingsünder im Netz landet.
Gestern Abend wurde dann der fünfte Sünder der Spiele bekannt gegeben: Nicholas Delpopolo. Der US-Amerikaner wurde von seinem nationalen Olympia-Komitee CONI von den Wettbewerben ausgeschlossen.
Warum? Cannabiskonsum. “Der Sportler hat seinen positiven Test mit dem versehentlichen Verzehr von Lebensmitteln begründet, von denen ihm nicht klar war, dass sie mit Marihuana gebacken wurden”, hieß es in einem IOC-Statement. Diese Begründung scheint absurd. Dass der Konsum eines pflanzlichen Naturprodukts zum Ausschluss der Spiele führt ist mehr als lächerlich. Delpopolo habe sich anschließend bei seinen Teamkollegen und Fans entschuldigt und angedeutet, dass ihn sein “Fehler peinlich berührt” habe.
Schuld trifft Prohibition
Soweit ist es schon gekommen, dass die menschenfeindliche Cannabisprohibition nicht nur die Konsumenten schikaniert und dem Steuerzahler jährlich 1,6 Milliarden € kostet, nein, diese Prohibition zerstört die Zukunft von Sportlern und lässt diese auch noch zu ängstlichen und überhasteten Aussagen verleiten.
Wenn nun ein Vergleich der Schädlichkeit und der gesteigerten Leistungsfähigkeit zwischen Steroiden und Cannabis herangezogen würde, so erscheint auch hier das Urteil absurd. Cannabis lässt wohl kaum einen Sportler zur Bestform auflaufen – es nimmt dem Sportler höchstens den Stress vor der Start.


