Rousseff zieht 2,8 Millionen Kinder aus Armutssumpf

Dilma Rousseff; Quelle: http://www.flickr.com/photos/blogplanalto/5354277523/sizes/m/in/photostream/
Neuigkeiten aus Brasilien sind momentan Mangelware. In der Vergangenheit stand Brasilien immer wieder im Fokus der Medien: Die brasilianische Wirtschaft boomte und konnte zuletzt sogar Großbritannien in der Rangliste der größten Volkswirtschaften überholen. Was folgte war ein abflachendes Wachstum und eine weitere Liberalisierung der Regenwaldgesetze. Keine Neuigkeiten, mit denen sich Brasilien rühmen könnte.
Auch wenn der wichtigste Handelspartner China in der Vergangenheit weniger Rohstoffe aus Brasilien bestellte und somit maßgeblichen Anteil daran leistet, dass das Wirtschaftswachstum unter 2% sein wird, gibt es doch etwas Positives zu berichten: Die Armutsbekämpfung in Brasilien gestaltet sich erfolgreich. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, der Arebiterpartei PT angehörig, verkündete schon damals im Zuge ihrer Wahlkampfkampagne, dass sie den Kurs von Ex-Präsident Lula fortsetzen werde. Dass eingeschlagene Kurs nun Früchte getragen hat – umso schöner für ein Land, dass auf der einen Seite viele Reiche zählt, aber eben auch ein vielfaches an Armen beherbergt.
Zärtliches Brasilien
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnete am 03.10.2012 das Gesetz, das Maßnahmen des Programms Brasil Carinhoso („Zärtliches Brasilien“) stützt. Darunter befindet sich auch das Hilfsprogramm zur Überwindung extremer Armut in der frühen Kindheit, das das Familienstipendium Bolsa Família ergänzt und ein Mindesteinkommen von 70 Reais (ca. 26 Euro) pro Person in Familien mit Kindern bis zu sechs Jahren garantiert. Laut dem Ministerium für soziale Entwicklung MDS konnten mit diesen Maßnahmen bereits 1,8 Millionen Kinder aus extremer Armut geholfen werden.
Laut Schätzungen Tereza Campellos, Ministerin der MDS, wären 8,7 Millionen Menschen von der extremen Armut betroffen. Im Monat September hat die Regierung schon 182 Millionen Reais (rund 69 Millionen Euro) in das Programm Brasil Carinhoso investiert. Damit stockt Rousseff die Sozialleistungen auf setzt starke Impulse zur Armutsbekämpfung.
Rousseff bezeichnete das Gesetz als eines der Hauptmaßnahmen der brasilianischen Regierung: „Brasilien unternimmt Schritt für Schritt Aktionen zur Verbesserung seiner Sozialpolitik. Wenn wir zu internationalen Tagungen gehen, stellen wir fest, dass Brasilien großen Respekt erfährt, vor allem von denjenigen, die vor der Herausforderung sozialer Eingliederung stehen.“
Ein Brasilien ohne Elend
Die Maßnahmen umfassen den Plan „Brasilien ohne Elend“ (Plano Brasil sem Miséria) und erleichtern den Zugang zu Kindertagesstätten und Vorschulen. Auch erweitern sie die finanziellen Mittel frühkindlicher Bildungseinrichtungen um 66 Prozent. Im Bereich Gesundheit wird die Verteilung von Eisen und Vitamin A an Kindern gefördert, außerdem sind Medikamente zur Asthmabehandlung kostenlos erhältlich. Generell steht das brasilianische Gesundheitssystem vorbildlich dar: Die Armen haben zumindest den Zugang zu Ärzten und kostenfreien Medikamenten, um akute Krankheiten zu behandeln.
Neue Bildungseinrichtungen
Des Weiteren erlaubt das Gesetz den Zugriff auf die RDC-Vertragsbestimmungen (Regime Diferenciado de Contratações), um Baumaßnahmen von Bildungseinrichtungen zu stützen. Ursprünglich wurde dieses System für Verträge des Konföderationenpokals 2013, der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016 geschaffen.

