Die Parteien verlieren an Mitgliedern – Die Demokratie an Stärke
Die Parteien im deutschen Bundestag verlieren immer mehr Mitglieder. Die FDP hat rund 5400 Parteigänger verloren , das sind fast acht Prozent, wie die Hannoversche Allgemeine berichtet. Zum Jahreswechsel hatte die FDP demnach nach eigenen Angaben noch 63.123 Mitglieder. Auch SPD und CDU/CSU haben nach eigenen Angaben weiter Mitglieder verloren.
Selbst der Linken dient die Krise nicht und sie konnte es nicht schaffen mehr Menschen von der eigenen Politik zu überzeugen. Einzig die Grünen und die Piraten konnte Zuwächse verbuchen. Die Piraten haben inzwischen mehr als 20.000 Mitglieder und sind die größte Partei, die nicht im deutschen Bundestag ist. Die Grünen konnten mehr als 6.000 Menschen von ihrer Politik zu überzeugen.
Mitgliederrückgang schwächt die Demokratie
Der Rückgang an Mitgliedern, in den Parteien, schwächt nicht nur die Parteien, sondern auch die Demokratie. In einem Staat, in dem die Parteien darüber entscheiden, welche Mittel die Richtigen sind, bedeutet ein Mitgliederrückgang, dass die politischen Entscheidungen von immer weniger Menschen getroffen werden. Besonders die Linke, die es für sich Anspruch nimmt die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten, muss sich fragen, ob sie diesem Anspruch gerecht werden kann.
Die Schwäche der Parteien liegt nicht an einem mangelnden Interesse an Politik, das Interesse an Politik scheint sogar gestiegen zu sein, wenn man die Demonstrationen im vergangenen Jahr betrachtet. So konnten die Antiatomproteste Hundertausende mobilisieren, die ihren Unmut über die Politik geäußert haben. Auch die Occupy-Bewegung und Stuttgart21 haben gezeigt, dass die Bürger in Deutschland großes Interesse haben sich politisch einzubringen und ihre Meinung offensiv zu vertreten.
Wenn dieses Interesse eher den Bewegungen nutzt, mit denen die Parteien zusammenarbeiten sollten, dann zeigt das vor allem, dass die Parteien als eine veraltete Struktur angesehen werden, wenn man von den Piraten absieht.
Besonders die Linke muss sich Sorgen machen, ob sie ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird. Für das Jahr 2012 heißt das, dass die Bürger viel stärker über die Interessen der Partei informiert werden müssen und diesen gezeigt werden muss, dass die eigenen Interessen von der Linken noch besser vertreten werden können, wenn man sich selbst beteiligt
Die Stärke einer Partei misst sich nicht alleine daran wie viele Menschen sie wählen, sondern auch an der Frage, wie viele Menschen sich aktiv in der Partei beteiligen. Eine Partei, die als Lösung auch Streiks und Demonstrationen sieht, sollte deswegen auch darauf setzen mehr Mitglieder zu gewinnen.
Kampf gegen Rechts im Interesse der Menschen
Die Linke hat mit ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus, Neofaschismus und Rechtspopulismus eindeutig gezeigt, dass es aus ihrer Sicht keinen Platz für Diskriminierung gibt. Diese eindeutige Position muss verbreitet werden, denn all die mutigen Kämpfer gegen Rechts in dieser Gesellschaft müssen erkennen, dass es in der Linken, aber auch in den Grünen (sowie großen Teilen der SPD), Parteien gibt, die sich für ihre Ziele einsetzen und die den eigenen Kampf stärken müssen.
Die Linke muss es schaffen den Bürgern zu vermitteln, dass sie deren Ziele deutlich besser durchsetzen kann, wenn diese sich daran beteiligen. Sie muss Bündnisse eingehen und vor allem muss sie den Menschen vermitteln, dass die Demokratie geschwächt wird, wenn immer weniger Menschen darüber entscheiden, welchem Weg die Parteien folgen.
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