Antiimperialisten aus der Linken ausschließen?

Sebastian Voigt mag der ein oder andere in dieser Republik kennen, er ist einer der Gründer des BAK Shaloms in der Linksjugend und einer ihrer führenden Theoretiker. Der BAK Shalom ist ein Arbeitskreis über den auf diesem Blog schon viele Artikel veröffentlicht wurden und der besonders mit seinen Positionierungen im Nahostkonflikt auffällt, so gibt sich der Arbeitskreis ausdrücklich pro-israelisch und pro-amerikanisch!

In einem neuen Artikel den Sebastian Voigt für die den Antideutschen nahestehende Tageszeitung “Jungle World” geschrieben hat, beschäftigt er sich mit den “Erfolgen” des BAK Shaloms! In dem Artikel spricht er davon, dass “dezidiert proisraelische Position einer Karriere in der Linkspartei gewiss nicht dienlich ist.” Dies sollte der Fall sein, denn in einer linken Partei sollte man sich nicht einem anderen Staat und seiner Politik verpflichtet fühlen, sondern den Menschenrechten und dem Einsatz für diese weltweit!

BAK Shalom und pro-israelische Positionen

Der BAK Shalom ist sicherlich das beste Beispiel dafür, dass eine einseitige und kriegsbefürwortende Position in der Linken nicht förderlich ist. Eine Tatsache für die jeder Linke definitiv Verständnis haben müsste, da es sich bei der Linken um eine Partei handelt, welche sich für die Förderung des Friedens und der Gerechtigkeit einsetzt, in einer solchen Partei bedingunslose Solidarität zu einer Besatzungsmacht zu zeigen, kann nur gegen die Interessen der Partei sein.

Seine Aussage aber das Personen, die pro-israelische Positionen vertreten in der Linken keine Perspektive und Aufstiegsmöglichkeiten hätten, ist definitiv falsch. So finden sich mit Petra Pau, Katja Kipping, Caren Ley und einigen anderen etliche Personen in der Bundestagsfraktion der Linken, die eine durchaus pro-israelische Position vertreten, aber dennoch ab und an die israelische Politik kritisieren.

Seine Aussage sollte dahingegen revidiert werden, dass nur Personen, welche eine sehr einseitige Position in der Außenpolitik vertreten in der Partei keine Chance haben, zu solchen zählen die meisten Mitglieder des BAK Shaloms!

Antiimperialisten raus aus der Linken?

Seine Aussagen zu den Aufstiegschancen von bedingungslosen Unterstützern Israels mögen zumindest teilweise zutreffen, sorgen aber nicht unbedingt dafür, dass der BAK Shalom nun deutlich beliebter wird, da dieser durch die Einseitigkeit sich selbst im Abseits positioniert.
Während es sich bei dem Großteil des Textes um eine Einschätzung der Linken und die Veränderung der Partei durch den BAK Shalom handelt, sorgt seine abschließende Forderung für entsetzen:

Daran werden sich eine mögliche Neuausrichtung und ein Bruch mit dem obsoleten Antiimperialismus ablesen lassen. Um glaubwürdig zu bleiben, wäre es aber das Mindeste, dass der Reformflügel der Partei nicht mehr länger schweigt, sondern die dogmatischen Antiimps kritisiert und letztlich auch aus der Partei drängt. Der BAK Shalom wird indes erst überflüssig, wenn antizionistische Positionen in der Linkspartei keinen Platz mehr haben.

Sebastian Voigt spricht davon, dass die Linke weniger glaubwürdig wird, wenn sie ihre Positionen aufgibt. Dieses Fazit ist vollkommen zutreffend, eine der Positionen, die die Linke unter keinen Umständen aufgeben darf ist der Einsatz für den gerechten Frieden und die Solidarität mit allen Opfern von Kriegen und Gewalt.
Ein Ausschluss von Personen, die diese Positionen vertreten und sich gegen jede Form der Gewalt und des Krieges aussprechen und vom BAK Shalom als Antiimperialisten denunziert werden, würde ein Verrat an allen linken Positionen gleichkommen. Nicht das Bekenntnis zu der gleichen Ablehnung von israelischer und palästinensischer Gewalt und die Beteiligung an Aktionen zur Beendigung der Blockade des Gazastreifens.
In einer pluralistischen Partei kann und darf es nicht sein das Mitglieder die ausdrücklich linke Positionen wie die Ablehnung von Krieg und Imperialismus vertreten, ausgeschloßen werden. Die Linke muss eine Partei sein, die allen Menschen offen steht, welche sich für eine gerechtere und sozialer Welt einsetzen und die Beendigung von Kriegen, Rassismus und Faschismus fordern. Kritiker Israels dürfen nicht automatisch als antisemitische Antizionisten beschimpft werden, ebensowenig wie Kritiker der Hamas als Islamhasser beschimpft werden dürfen.
Der BAK Shalom hat sicherlich viel bewirkt seit seiner Gründung, wie vieles davon das Bild der Partei und dem Einsatz für den Frieden gedient hat, ist fraglich.

  • http://www.chris-sedlmair.de Chris Sedlmair

    LOL… Faschisten wollen Linke aus der LINKEn aussschließen … Absurdes Theater

  • Knallrote Freiheitsliebe

    Für Linkspartei bitte künftig schreiben: Linkspartei, DIE LINKE, oder zumindest Die Linke, aber nicht “die Linke” oder “die Linken”, da es eine unzutreffende Gleichsetzung der Partei mit dem ganzen Spektrum ist.

  • Hans

    “In dem Artikel spricht er davon, dass “dezidiert proisraelische Position
    einer Karriere in der Linkspartei gewiss nicht dienlich ist.” ”

    Eine bewusste Lüge seitens Voigts. Nichts ist einer Karriere in der Linkspartei dienlicher als eine pro-israelische Ausrichtung. Wurde schon vor längerer Zeit hier nachgewiesen – in der Zwischenzeit ist es nur noch schlimmer geworden:
    http://www.hintergrund.de/20100317759/politik/inland/die-linke-von-innen-umzingelt.html

  • Esumid

    Ist wahre linke Politik nicht per se antiimperialistisch? Ich sehe dieses Wort auch als nichts Negatives an. Sich gegen Verhältnisse einzusetzen, in denen einige wenige viele andere beherrschen, denn nichts anderes ist ein Imperium, ist durchaus ehrenwert.

    • Frank

      Nein. Antiimperialismus war auch ein Flügel der NSDAP:

      ““Wir faßten und fassen den Nationalsozialismus als eine bewußt antiimperialistische Bewegung auf, deren Nationalismus sich beschränkt auf Erhaltung und Sicherstellung des Lebens und des Wachstums der deutschen Nation ohne irgendwelche Herrschaftstendenzen über andere Völker und Länder. Für uns war und ist daher die Ablehnung des vom internationalen Kapitalismus und vom westlerischen Imperialismus betriebenen Interventionskrieges gegen Rußland eine selbstverständliche Forderung, die sich ebenso aus unserer Idee wie aus den Notwendigkeiten einer deutschen Außenpolitik ergibt. …” Otto Strasser, 1930Weiterlesen: http://haskala-bayern.blogspot.com/2011/09/ellen-brombacher-die-kommunistische.html

      • Freiheitsliebender

        DIe NSDAP war wohl die Partei, die die imperialistische Position überhaupt vertreten hat. Wie kommst du auf die Idee zu glauben, dass die NSDAP einen antiimperialistischen Flügel hatte?
        Und nur weil iwer sich in der NSDAP antiimperialistisch genannt hat, falls das stimmt, was zu antiimperialistischen Positionen im gegensatz steht, dann bedeutet das keines Wegs, dass der Antiimperialismus schlecht ist.
        Bush war auch pro-Israel und ein Massenmörder, ist es nun falsch Pro-Israel zzu sein, nach deiner Begründung und deiner Schlussfolgerung scheint das ja so zu sein!

      • Esumid

        Ich habe gesagt, dass alle Linken Antiimperialisten sind, nicht dass alle Antiimperialisten links sind. Außerdem ist dein Kommentar obsolet. Die Nazis haben sich vieler schöner Tugenden und Anschauungen gerühmt, die letztendlich nur Propaganda und Lügen waren. Und wenn Hitler kein Imperium errichten wollte, wer dann?

  • Frank

    @ Freiheitsliebender ,

    die Neonazis nennen sich heute auch noch “nationale Sozialisten” (google einfach mal). Sind glühende Antizionisten und Palästinafreunde. Wenn du hier “NPD” gegen irgendeine antiimperialistische, linke Gruppe austauschst, merkst du keinen Unterschied: http://dev.recherche-ost.com/uploads/2010/04/38.jpg oder hier, als Gegner der USA:http://1.bp.blogspot.com/-4Hj089xW8fM/TrjV1z2CjUI/AAAAAAAAAwQ/EWgZ0ju3AJY/s1600/npd+gegen+krieg.PNG

    • Freiheitsliebender

      Frank der Kommentar ist ziemlich lächerlich. Bei der NPD geht es gegen Juden, bei linken Gruppen wird die Politik Israels kritisiert. Aber wenn wir vergleichen wo ist der Unterschied zwischen den Antideutschen Ideologen und Rechtspopulisten, beide sind Israelfreunde und hassen den Islam, wenn wir schon beim pauschalisieren sind?

  • Frank

    @ esumid,

    mein Gott, was lernt ihr denn heute in der Schule über Faschismus oder die NSDAP? Das dass ein paar einzelne Irre waren?
    Dass das Finanzkapital oder Krupp dahintersteckte? 
    Lesetip: 

    “Nationale Sozialisten in der NSDAP: Strukturen, Ideologie, Publizistik und Biographien des nationalsozialistischen Straßer-Kreises von der AG Nordwest bis zum Kampf-Verlag 1925-1930″

    http://www.amazon.de/Nationale-Sozialisten-NSDAP-nationalsozialistischen-Straßer-Kreises/dp/390247579X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1321800540&sr=8-1 

    Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten
    http://www.amazon.de/gp/product/3894382503

    Braunbuch DDR – Nazis in der DDR
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    NS-Verbrecher und Staatssicherheit. Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR
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