Bilderberger hofieren Steinbrück
„In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“ Diese Worte entstammen Frankling D. Roosevelt und passen gut in das Machtbild der Bilderberger. Einmal im Jahr treffen sich die weltweit einflussreichsten Menschen in einem noblem Hotel und planen die Zukunft der Weltwirtschaft und besprechen politische Strategien – hinter verschlossenen Türen. Diese Art des Lobbying ist nicht nur gänzlich undemokratisch, sondern auch überaus undurchsichtig und unzugänglich für Journalisten. Ein genauerer Blick auf die letzten Bilderberger treffen zeigt: Der Hype um Steinbrück und die Vorbereitung auf den Regierungwechsel 2013 zugunsten Rot-/Grün scheint von langer Hand geplant zu sein.
Wer oder was ist das Bilderberger treffen überhaupt? Der Name „Bilderberg“ geht auf den ersten Austragungsort der Konferenz im Jahr 1954, dem „Hotel de Bilderberg“ im niederländischen Oosterbeek zurück. Anfangs tauchten zwar oberflächliche Berichten in Lokalzeitungen im Umkreis der Konferenz auf, doch die Medien zeigen seit dem Beginn der Zusammenkünfte keine Ambitionen über dieses Massenlobbyingprojekt zu berichten. Die geladenen Mitglieder der Presse, wie etwa Matiass Nass, Oscar Bronner und Markus Spillmann, binden sich durch ihre Teilnahme an die vereinbarte Schweigepflicht. Matthias Nass ist seit dem 1. Januar 2011 internationaler Korrespontendent für die ZEIT. Während der Spiegel oder die Welt ab und an über die Struktur der Bilderbergerkonfenz Artikel publizieren, sucht man bei der ZEIT vergebens nach Bilderberger-Artikeln. Die Umstände dieses massiv undemokratischen und bedeutenden Elitentreffens werden einfach totgeschwiegen. Für alle nichtgeladenen Journalisten kann dieses Schweigegebot natürlich in keiner Form gelten. Aus nicht näher erklärbaren Gründen, respektiert die Medienwelt aber trotzdem das gewünschte Stillschweigen. Was steckt dahinter?
Chatham-”Hausregel”
Jeder Anwesende unterliegt der sogenannten Chatham-House-Regel, die besagt, dass es zwar jedem offensteht, persönliche Vorteile aus den ausgetauschten Informationen zu ziehen, es aber strikt untersagt ist, diese an Außenstehende weiterzugeben. Eine Regelung, die sich mit den angenommenen Werten in unserer Gesellschaft nur schwer vereinbaren lässt. Wie demokratisch ist die BRD überhaupt, wenn solche undemokratischen Konferenzen geduldet werden? Eine gewisse Elitenbildung ist in Bevölkerungreichen Ländern von nöten, wenn es darum geht ein Land zu führen, die Frage ist, wann Elitismus zur Diktatur wird. Sollte sich Angela Merkel jedoch über die behandelten Themen aus erster Hand berichten lassen, so können wir laut dieser Chatham-House-Regel sicher sein, dass die gewählte Kanzlerin ihre Wähler davon nicht in Kenntnis setzen wird. Auch hier die Frage: Was sind die Themen, worüber wird entschieden? Auch wenn Banker a la Ackermann Milliardenschwere Verträge aushandelt, erfährt der Bürger nichts. Wenn Banken allerding hopps gehen, wird der Bürger informiert und darf mit seinen Steuergeldern die Banken “retten”.
Bilderberger geben Anschub
Bilderberger helfen einem. Vorausgesetzt man ist eine einflussreiche Person, die zu einem Bilderbergertreffen eingeladen wird und politisch ambitioniert ist, ein höheres Amt zu bekleiden. 2007 beispielsweise stand Guido Westerwelle auf der Gästeliste des Bilderbergertreffens. Zwei Jahre später war er Außenminister. Auch Merkel, Schmidt und Kohl waren Bilderberger-Teilnehmer, bevor sie in ihr Amt gewählt wurden.
Helmut Kohl war Kanzler von Oktober 1982 bis Oktober 1998. Seine Besuche bei den elitären Bilderbergern werden für 1980, 1982 (Mai) und dann nochmals, bereits in Amt und Würden, für 1988 bei Wikipedia angegeben.
Helmut Schmidt wurde im Jahr 1973 für bedeutend genug erachtet, um an den Bilderberg-Geheimnissen teilzuhaben. 1974 wurde er zum Kanzler gewählt. Weitere Besuche erfolgten in den Jahren 1977 und 1980.
Steinbrück als Kanzler, Trittin als Finanzminister?
Vor einiger Zeit kamen Stimmen auf, dass die Bilderberger es mit Merkel und ihrer Regierung satt haben. Sie wollen nicht länger eine zögernde Merkel sehen. Sie bereiten einen Machtwechsel zu Gunsten Rot-Grün vor. Anzeichen sind folgende Einladungen: 2011 besuchte Peer Steinbrück die Bilderbergerkonfernz in St. Moritz. Zu sagen, dass bei letztjährigen Konferenz bereits beschlossen wurde, wer 2013 Kanzler wird, ginge wohl zu weit. Aber allein das Erlangen der Spitzenposition innerhalb der SPD zeigt deutlich, was drei Tage in dem beschaulichen St. Moritz alles so bewirken können. Dieses Jahr dann durfte nach Cem Özdemir mal wieder ein Grüner an der Bilderberger-Weltoper teilhaben: Jürgen Trittin. Kaviar und Schampus, seriviert auf einem Silbertablett, auf die Tische der Strippenzieher dieser Welt. Nochmal den Kaschmirpullover gestreichelt, den Mahagoni-Stuhl zurecht gerückt und dann zur Ansprache kommen? Was wird Trittin wohl verkündet haben? Hat er dort auch sein Plädoyer für eine Transaktionssteuer präsentiert? Hat er da auch so über den unregulierten Finanzmarkt geschmipft? Wohl kaum. Aber wer weiß das schon? Man kann nur mutmaßen. Ganz egal was er gesagt hat, zu Glauben, dass er politisch nur ansatzweise das durchbringen könnte, was er beabsichtigt: Es wird ihm nicht gelingen. Auch er ist nur eine Marionette der noch Mächtigeren.
Bilderbergerkonferenz demokratisch legitimiert?
Auf Steinbrücks Homepage stellt er eine rhetorische Frage: “Bei wem liegt der Taktstock über das Geschehen und über den Weltenlauf? Bei anonymen, entgrenzten Märkten oder bei demokratisch legitimierten Institutionen?” Schön, dass Steinbrück erkannt hat, das die Märkte entgrenzt sind und wir neue Regeln für Markt und Banken benötigen. Dass sich Steinbrück gleichzeitig aber auch auf dem wohl einflussreichsten und undemokratischsten Lobbyistentreffen der Welt rumtreibt, mag diese rhetorische Frage ins schlechte Licht rücken. All das Gesagte und kritische erscheint dann nicht mehr so glaubhaft. Gerade zu Zeiten in denen der Schrei nach direkter Demokratie immer lauter wird und die Piraten zwar ihrer Vorbildfunktion als transparente, basisorientierte Partei nicht nachkommen können, aber immerhin mehr Transparenz fordern, haben solche Treffen wie die Bilderbergerkonferenz keinen Platz. Wie kann es zugelassen werden, dass die Mächtigen der Mächtigsten mit ihren Privatjets aus aller Welt angefliegen, in Nobelhotels speisen und die Zukunft klammheimlich bestimmen, während sich das Kapital der Reichen vermehrt und die Mittelschicht wegbricht?
Demokratie und Geheimsniskrämerei passen nicht zusammen
“Beginnend mit der Akzeptanz eines seit 1971 ungedeckten US-Dollars als Leitwährung, dem System der Fiat-Währungen, zu denen auch die D-Mark schon zählte, fortschreitende Privatisierung von Staatseinrichtungen und so vieles mehr. Der Verdacht liegt nahe, dass Politiker das Vertrauen ihrer Wähler seit jeher missbrauchten. Die Bilderberg-Konferenzen sind sicher bloß ein augenfälliges Detail der Kollaboration zwischen Wirtschafts- und Finanzmächten und den Vertretern der Völker. Doch bis jetzt scheint es nur Wenigen aufzufallen, dass Geheimniskrämerei und Demokratie nicht zusammenpassen”, fasst theintelligence.de zusammen. Welchen Anteil die Bilderberger am Niedergang der Demokratie und der Wirtschaft haben, bleibt bis auf weiteres ungeklärt. Klar ist jedoch, dass die Geheimniskrämerei eine große Gefahr für alle Bürger dieser Welt birgt. Alle Teilnehmer der Bilderbergerkonferenz sollten sich schämen, wenn sie vor Wahlen aussprechen wie wichtig es doch ist zu wählen. Was ist eine Stimme wert, wenn sich im Großen doch nichts ändern und die Demokratie hinterrücks gemeuchelt wird. Dagegen sind die Rednerhonorare von Steinbrück nur ein laues Lüftchen.
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gast


