Globales Wachstum schrumpft!
Während seit Jahren die Rede von “Krisenjahren” ist und 2008 die Großbank Lehman Brothers vor die Hunde ging, zeichnen die Entwicklungen der letzten Monate ein schauriges Bild für die Zukunft. Die Entwicklungen zeigen zweierlei: Erstens siegt die Erkenntnis, dass die “Fianz-/Wirtschaftskrise systembedingt ist und nicht etwa ein kleines “down” auf der Wachstumschart darstellt. Zweitens: Die Krise hat ein globales Ausmaß erreicht. Prekarisierung der Arbeitsplätze, steigender Welthunger, Massenarbeitslosigkeit und nicht zuletzt die beispiellose Umweltzerstörung sind die Konsequenzen eines inhumanen Systems.

Es ist tut weh und es ist schwer zu begreifen, wenn man einen langen Krieg verliert. Man will es nicht wahrhaben und bildet sich ein irgendwo noch ein paar Streitkräfte positioniert zu haben, die das Ruder noch einmal rumreißen können. In einem ähnlichen Stadium befindet der Weltkapitalismus bzw. diejenigen die die Strippen ziehen und an ihrer Macht festhalten wollen wie machtbesessene Wahnsinnige. Der Kapitalismus liegt im Sterben, doch die vielen nur kurzzeitig kraftgebenden Spritzen werden den Tod nicht verhindern können. Manchmal ist es einfach besser loszulassen und nach einer Alternative zu suchen.
starkes Asien = Probleme der westlichen Schuldenkrise?
Eine Reihe von Wirtschaftsdaten, die in dieser Woche veröffentlicht wurden, bestätigen die eingangs beschriebene Analyse: Die Hoffnungen bürgerlicher Kommentatoren, dass die Schuldenkrise in Europa durch wirtschaftliches Wachstum in Deutschland aufgehalten werden oder dass die Schwäche des Westens als Ganzes durch starke Produktionszahlen in Asien ausgeglichen werden könne, schwinden von Tag zu Tag. Wenn die westliche Welt unter der Tatsache leidet, dass Schwellenländer stetig wachsen(was ja oft genug über den Klee gelobt wird) negative Auswirkungen auf die westliche Schuldenkrise hat und ebenso als Legitimierung der “Schuldenkrise” dient, kann dieses System so offensichtlich nicht funktionieren.
Abgesehen davon geht die Produktion nicht nur in Deutschland, sondern auch in China zurück, was großenteils an den sinkenden Exporten liegt. Der deutsche Einkaufsmanager Index hat nun ein Drei-Jahres-Tief erreicht und ist im Juni um 0,2 Punkte gegenüber dem Vormonat gefallen. Der HSBC Produktionsmanager-Index fiel ähnlich von 48,4 Punkten im Mai auf 48,1 im Juni. Es war der achte aufeinanderfolgende Monat unter 50 Punkten – ein deutlicher Rückgang.
Brasiliens Wirtschaft schrumpft

Nicht nur Europas Wachstumswirtschaft stagniert oder schrumpft – auch die hochgelobten und viel gehandelten BRIX-Staaten geraten ins Stocken. Indiens Wirtschaft beispielsweise wuchs im ersten Quartal nur um 5,3 Prozent. Das ist die geringste Wachstumsrate seit neun Jahren und vier Prozent weniger als 2011. Die brasilianische Zentralbank kündigte vergangene Woche sogar an, die Wirtschaft des Landes sei im April gegenüber dem Vorjahr wahrscheinlich geschrumpft! Ist dem wirklich so, so wäre dies der erste jährliche Rückgang seit 2009. Wenn bis vor wenigen Monaten noch ganze Volkswirtschaften boomten und nun sogar schrumpfen, so spricht diese Entwicklung Bände.
Obama spricht von “Erholung”
In den Vereinigten Staaten, dem Zentrum des Weltkapitalismus, versucht derweil die Obama-Regierung einen scharfen Wirtschaftsrückgang nach einer weitgehend ausgefallenen „Wirtschaftserholung“ mit schönen Worten zu verschleiern. Das Federal Open Market Comittee (FOMC) meldet sich zu Wort und verlautet, dass sich seit März die Indikatoren für eine wirtschaftliche Erholung negativ ausfallen . Die amerikanische Bundesbank Federal Reserve gab jedoch aber von sich, dass sie nicht einschreiten werde. Federal Reserve hat seit 1913 die Druckrechte des Dollars und ist im Stande massiven Einfluss auf die Weltwirtschaft zu nehmen.
Finanzspritze für die Katz’
Die Zocker reiben sich die Hände, wenn man wieder eine Bankenrettung bevorsteht oder ein “Konjunkturprogramm” verabschiedet wird. Als kürzlich eine Bankenrettung in Spanien bevorstand und 100 Milliarden € versenkt wurden, waren viele Zocker am Ende des Tages enttäuscht. Der Aufschwung an den Aktienmärkten nach der Bankenrettung in Spanien dauerte kaum einen Tag. Alles scheint irgendwie statisch, steif und apokalyptisch. Die allgemeine Atmosphäre politischer Lähmung wurde durch den unter einem schlechten Stern stehenden Abschluss des G-20-Gipfels in Mexiko verstärkt, der mit einer gemeinsamen Erklärung enden sollte, aber tatsächlich mit einem Missklang zwischen den Großmächten zu Ende ging.
Griechenland bald ein Entwicklungsland?
Die Ereignisse in Griechenland zeigen der Arbeiterklasse in aller Welt, was auch künftig in ihrem Land widerfahren könnte. Bereits ein Viertel der Arbeitskräfte sind

arbeitslos –unter Jugendlichen mehr als die Hälfte – und am vergangenen Mittwoch konnte man eine mehrere Warteschlange beobachten, in der tausende Menschen anstanden. Es wurden kostenlose Produkte verteilt wurden. Würde man diese Bilder in Schwarz-Weiß vor sich liegen haben, so könnte man meinen es wären Bilder aus Zeiten der Großen Depression in den 1930er Jahre.
Das vielgescholtene Griechenland, das seit Jahren als Spielball der großen Weltbühne fungiert, ist – wenn es nach MSCI – geht bald ein Entwicklungsland. Am Donnerstag verkündete der globale Aktienindex, er ziehe in Erwägung, Griechenland als erstes Land der Erde vom Status einer entwickelten Landes auf den eines „Entwicklungslandes“ herabzustufen.
Ein Entwicklungsland kann aber rein definitionstechnisch nicht mehr sein. Es ist bereits entwickelt, nur das Steuersystem und andere interne Systeme sind marode, müssen weiterentwickelt werden. In diesem Kontext bemerkte ein Wirtschaftskommentator folgendes: „In gewisser Weise brauchen sie wirklich eine neue Kategorie: in die Luft gejagte entwickelte Märkte“.
kein Gleichgewicht mehr möglich
Nur wenige Zeit nach der Lehmann-Pleite von 2008 konnte man der World Socialist Website folgendes entnehmen: „Die Turbulenzen auf den Weltfinanzmärkten sind der Ausdruck nicht nur eines konjunkturellen Abschwungs, sondern einer systemischen Störung, die die internationale Politik bereits destabilisiert.“ Die Hoffnungen des Fußfolkes und die indotrierten Mythen des Gleichgewichts haben sich in Luft aufgelöst. Die Krise ist, im tiefsten Sinne des Wortes, eine Krise des weltweiten kapitalistischen Systems.
Marx’ Klassenkampf muss beginnen

Die Gefahr vor dem baldigen Übergang in ein neues System ist die, dass die Machtinhaber der Großkonzerne und Großbanken mit aller Kraft ihre Macht verteidigen wollen und passiv Bürgerrechte beschneiden und Demonstrationsverbote herbeibeschwören. Um jedoch dergleichen verhindern zu können, muss der Druck von unten, von der Arbeiterklasse ausgehen. Dem Marxismus zurfolge sind alle Länder durch ihre gemeinsamen Klasseninteressen vereint. Im Angesicht einer sich immer weiter individualisierenden Gesellschaft, die immer diffuser uns annonymer wird, scheint ein Zusammenschluss immer unwahrscheinlicher. Hier könnte das oft gelobte Internet, das wohl auch erst den arabischen Frühling ermöglicht hat, auch seine schwächen haben.
Wir müssen uns ernsthaft fragen, was uns Prophezeiungen a la Marxismus, die uns einen Klassenkampf vorhersagen, wert sind, wenn ein paar Tausend Menschen vielleicht revolutionäre Gedanken haben, aber keiner handelt, da ja laut Marx sowieso schon alles determiniert ist.
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Weihnachtsmann
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gast

