Die Zahl der Todesstrafen für Cannabiskonsumenten steigt!

Wenn man von exekutierten Drogenkonsumenten und Drogenhändlern in asiatischen Ländern erfährt, so assoziiert man sofort Drogen wie Heroin oder Kokain mit den Vorfällen. In der letzten Zeit häufte sich allerdings die Zahl der Todesurteile gegen Cannabiskonsumenten und Cannabishändler.

Encod(European Coalition for Just and Effective Drug Policies), eine Organisation, die sich für eine effektive Drogenpolitik einsetzt, hat allein für Malaysia in zwei Jahren 55 Vorfälle dokumentiert. Die Todesurteil/e wurden aufgrund von Hanfhandel oder -besitz ausgesprochen und teilweise bereits vollstreckt.

Malaysia ist kein Einzelfall. Diese radikal repressive Drogenpolitik ist nicht nur in Malaysia vorzufinden, sondern auch in Ländern wie  Afghanistan, Borneo, Brunai, China, Indien, den Iran, den Irak, Laos, Malaysia, Nigeria, Pakistan, Singapur, Somalia, Sudan, Vietnam und den Yemen, wobei Malaysia mit Abstand am häufigsten Todesurteile ausspricht. Erst Ende Juni wurden wieder vier Todesurteile gegen Hanf-Fachhändler vollstreckt.

Es geht um den Deutschen

Internationale Kritik an der menschenunwürdigen Behandlung sowie den damit verbundenen Verletzungen elementarer Rechte von Drogenkonsumenten von offizieller Seite sind nicht vorhanden. Zudem erreichen uns sogut wie nie Informationen über diese unwürden Zustände in diesen Ländern. Ist jedoch ein Deutscher in solch einem Konflikt involviert, so werden alle diplomatischen Kräfte mobilisiert, um den Deutschen zu retten – so wie vor 25 Jahren.

Der Rucksacktourist Frank Förster reiste damals mit zwei Freunden nach Malaysia und kauft sich rund 240 Gramm Cannabis für umgerechnet 200 Mark. Die Behörden erwischten die drei Kumpels jedoch. Seine Freunde flüchteten und ließen ihren Freund Frank Förster zurück. In diesem Fall wurde Förster nicht seinem Schicksal überlassen, sondern er bekam unterstützung vom deutschen Staat, die alle möglichen Hebel in Bewegung setzten, damit der eigene Staatsbürger eine Sonderbehandlung erfährt und alsbald nach Hause darf, wo er sich als Dank von seiner im Drogenwahn begangenen, bösen Tat distanzierte.

Nach dreijähriger Untersuchungshaft wurde Förster freigelassen und nicht dem Henker überlassen. Ob selbiges Glück auch einem momentan inhaftierten Briten widerfährt, bleibt abzuwarten. Der 21jährige Briten wurde in den Vereinigten Emiraten beim Verkauf von 20 Gramm Weed erwischt und zusammen mit einem

19jährigem Syrer zum Tode verurteilt.

Thema gewinnt kaum Öffentlichkeit

Da das Thema in der Öffentlichkeit bislang wenig Beachtung findet, hat Encod eine Petition an die UNO gegen die Todesstrafe für Cannabis in Netz gestellt undhofft auf zahlreiche Unterzeichner.

Das sporadische Eingreifen der deutschen Justiz spricht für den Schutz für die eigenen Landsmänner, aber nicht für eine einheitliche, nicht repressive Drogenpolitik. Wer die deutsche Politik für die Rechtsprechung in Malaysia und benachbarten Ländern nicht verantwortlich machen will, der vergisst, dass der seit 40 Jahre andauernden „War On Drugs“ seine Opfer forderte. Gerade in fundamentalistischen Ländern wie Somalia, Saudi-Arabien oder Iran wurden die Drogengesetze einfach in verschärfter Form übernommen, ohne auf die Konsumgewohnheiten der eigenen Bevölkerung zu achten (Thailand, Pakistan, Vietnam).

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=1316949767 Meike Melich

    Ich finde es selbstverständlich schlimm; darf man Cannabis jedoch nicht als eine “harmlosere Droge als…” bezeichnen.

    • freeleo

      eine Einteilung in harte und weiche Drogen ist nicht sinnvoll, denn es geht immer um den Umgang mit den jeweiligen Drogen. Man kann beispielsweise nicht Pauschal sagen, dass Alkohol weniger gefährlich ist als Cannabis. Jemand der sich vollkommen mit schnaps abschießt tut sich seinem Körper wohl schlimmeres an und stellt für die gesellschaft ein höheres Risiko dar als jemand der einen Joint raucht und dabei auf der couch einschläft..

  • hasselhoff

    wenn er auf der couch einschläft und das ding noch an ist brennt vieleicht seine wohnung nieder…

    nein, aber das ist wirklich der planke wahnsinn.

  • NicholasOccHH

    Bitte packt mehr Quellenangaben und weiterführende Links in die Artikel, z.B. zur Petition (“Da das Thema in der Öffentlichkeit bislang wenig Beachtung findet, hat Encod eine Petition an die UNO gegen die Todesstrafe für Cannabis in Netz gestellt undhofft auf zahlreiche Unterzeichner.”).

  • Pingback: Weltweiter Krieg gegen Drogen gescheitert - Seite 65

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