Die Westsahra – Ein vergessenes Problem

14. November 2012 | Politik | 0 Kommentare

Polisario

Die Welt diskutiert über den Nahostkonflikt und über die Kurdistanfrage, eine der ältesten Befreiungsbewegungen der Welt, existiert in der öffentlichen Wahrnehmung nicht, die Befreiungsbewegung der Sahauris, die seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat in der Sahara kämpfen. Am 28. November wird über die letzte Kolonie Afrikas im UN-Sicherheitsrat diskutiert werden und die Sahauris vielleicht wieder einmal wahrgenommen.

Die Mission der Vereinten Nationen für ein Referendum in der Westsahara (MINURSO) ist eine der ältesten UN-Missionen, ihren Zweck, den Menschen in der Sahra ihre Selbstbestimmung wiederzubringen, hat sie bis heute nicht erfüllt. Marokko ist eines der wenigen Ländern, das regelmäßig gegen UN-Resolution verstößt, mitverantwortlich für diese Politik ist Frankreich, das über seine ehemalige Kolonie wacht und dabei die UN und die Völkerrechte ignoriert.

Flucht und Geschichte

Die Westsahara ist die letzte Kolonie Afrikas. Wenige Tage nach dem Abzug der spanischen Truppen aus der Sahara, wurde das Land von Marokko und Mauretanien besetzt. Zehntausende Menschen flohen nach Algerien, welches die Befreiungsbewegung anerkannte und den Menschen zuflucht bot. Die POLISARIO, die schon gegen die spanischen Besatzer gekämpft hatte, setzte ihren Kampf gegen die neuen Besatzer fort und konnte die mauretanischen Truppen zum Abzug zwingen. Gegen die marokkanische Besatzung und den von dieser hochgezogenen Wall, konnte die schlecht bewaffnete Befreiungsbewegung wenig ausrichten. Dieser trennt bis heute 87% des Landes fast hermetisch von dem durch die POLISARIO befreiten, unwirtlichen Rest ab. 1991 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der noch heute gültig ist, von der marokkanischen Armee aber weitestgehend ignoriert wird. Ziel dieses Vertrags war die Durchführung eines Referendums, dass die Sahrausi über ihre Unabhängigkeit und Freiheit entscheiden lassen sollte. Weltweit gibt es ca eine Million Sahauris,  500.000 in den von Marokko besetzen Gebieten der Sahara, der Rest in Flüchtlingslagern in Algerien, befreiten Gebieten oder als Migranten in allen Teilen der Welt. Die Unabhängigkeit der demokratischen arabischen Republik der Sahara wird von mehr als 80 Staaten anerkannt.

Der arabische Frühling und die Sahauris

Dass sich der UN-Sicherheitsrat nun mit der Sahara und dem Schicksal seiner Bevölkerung beschäftigt, hat  zwei Gründe, zum einen haben die Sahauris entscheidenden Anteil am arabischen Frühling. Anfang Oktober 2010 begannen die Protest in den besetzten Gebieten der Sahara. Tausende ­Sahrauis verließen die Städte und versamelten sich in dem Protestcamp Gdeim Izik, etwa 20 Kilometer von Al-Aaiún, der Hauptstadt des Landes, entfernt. Die marokkanische räumten das Protestcamp, verhafteten die Bevölkerung und wollten so verhindern, dass die Welt von den Demonstrationen erwährt. Während der Kontrolle wurde ein 14-Jähriger Junge erschossen, sein Tod hat die Protestbewegung in den arabischen Ländern inspiriert, wie auch Noam Chomsky während einer TV-Debatte bestätigte.

Der ander Grund für die aktuelle Debatte sind die dauerhaften Menschenrechtsverletzungen der Armee. Anfang November bereiste der Sondergesandte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Christopher Ross, die Region, um die Beratungen im Sicherheitsrat vorzubereiten. Nach Gesprächen mit sahaurischen AktivistInnen und den Besuchen von Camps berichtete er über schwere Menschenrechtsverletzungen, die auch die New York Times in einem Beitrag 2011 beschrieb. Seine klaren Worte sorgten für deutliche Ablehnung seiner Arbeit auf der marokkanischen Seite.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung, als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was einer Minderheit nützt. Ihr findet mich auf: Facebook

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