Chinesische Arbeiter in Aufruhr – ändert sich was?

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Von den Entwicklungen in China mag man von den Massenmedien nicht so recht viel erfahren. Wenn über China berichtet wird, dann sind es meist wirtschaftliche Aspekte und Entwicklungen die angesprochen werden. Nur selten ist die Rede von der außerpalamentarischen Opposition, die das Bild Chinas ändern wollen. Doch das autoritäre Einparteiensystem führt dazu, dass oppositionelle Äußerungen in den Hallen der Macht verhallen oder gar zensiert werden. Aufstände und Streiks sind nicht von Erfolg gekrönt – sanktioniert werden diese Mittel der Interessenvertretung durch hartes Eingreifen der Polizei. Auf kritische Medienberichte dürfen die Oppositionellen nicht hoffen, die Zeitungen werden von der Kommunistischen Partei gegengelesen und oftmals zensiert.

Auch wenn die Gefahr groß ist, für einige Zeit weggesperrt zu werden oder andersweitig mit harten Strafen belegt zu werden, kommt es immer wieder zu unerlaubten Demonstrationen oder Tumulten. Jüngst eskalierte die Situation, als eine chinesische Firma den Arbeitern anordnete, umweltschädliches Abwasser in den Fluss zu leiten – gegen den Willen der Arbeiter, die in ihrer Freizeit mit ihren Familien oft zum Fluss gehen, um zu baden. Als die Leitung der Firma ihre Interessen durchboxen wollte, eskalierte die Situation: Autos wurden umgekippt und angezündet, Gewalt gegen die Polizei wurde angewendet etc..

Solche Beispiele zeigen, dass Chinas arbeitende Bevölkerung starke Ansätze zeigt, sich gegen das autoritäre Regime aufzulehnen und den Anordnungen zu widersprechen. Heute kam es wieder zu einem Zwischenfall bei dem wohl die schlechten Arbeiterbedigungen als Auslöser gilt. Beobachter weisen darauf hin, dass Chinas Arbeiter zunehmend bereit sind, für ihre Rechte zu kämpfen. Sollten exzessive Überstunden oder unfaire Behandlungen der Auslöser für den Streit gewesen sein, könnte Foxconn, der Arbeitgeber, erneut zu Lohnerhöhungen gezwungen sein. In der Fabrik in Taiyuan war es bereits im Frühling wegen eines Streits um Gehälter zu einem Streik gekommen. Im Juni hatten rund 100 Arbeiter in einer Fabrik in Chengdu randaliert und gegen die Arbeitsbedingungen protestiert.

Ausbeutung der Studenten

In der Auseinandersetzung sollen ca. 2000 Personen verwickelt gewesen sein. Rund 40 Arbeiter wurden verletzt in Krankenhäuser der Stadt eingeliefert, einige Angestellte wurden festgenommen. Der Foxconn-Sprecher bestätigte, dass das Werk mit 79.000 Arbeitern zunächst geschlossen bleibt, um der Polizei die Ermittlungen zu erleichtern. “Wir wollen den Arbeitern Zeit geben, sich zu beruhigen”, sagte er.

“Die verlorene Produktion kann mit Überstunden wieder aufgeholt werden”, sagte Vincent Chen, Analyst bei Yuanta Financial in Taipei, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Extra-Arbeitszeit könnte indes das Problem verschärfen. In den vergangenen Wochen häuften sich Berichte, dass Foxconn und die Hon-Hai-Schwestergesellschaften arge Probleme haben, genug Arbeiter für die Produktion des neuen iPhones anzuheuern.

Nun konnte man mehreren chinesischen Zeitungensberichteten entnehmen, dass Studenten von mindestens fünf technischen Hochschulen zu Zwangspraktika in Foxconn-Werke untergebracht worden. Ganze zwölf Stunden sollen die Studenten in den Hallen gearbeitet haben – für keinen einzigen Yan. Zwei unabhängige Arbeitsschutzorganisationen haben die Berichte bestätigt. Allein dieses Faktum sollte für eine Empörungswelle führen, denn die Hauptauftragsgeber sind niemand geringeres als Apple, Hewlett-Packard, Dell, Nintendo und Microsoft. die vier amerikanischen Konzerne Apple, Packard, Dell und Microsoften könnten diesen Skandal nutzen, um ihr Interesse als fairer Arbeitsgeber kund zu tun. Die republikanische Partei und die Demokraten proklamieren die Maxime der Gerechtigkeit nur all zu oft – oder würde dieser Vorstoß, die schlechten Arbeitsbedigungen zu kritisieren, die ohnehin angespannten amerikanisch-chinesischen Beziehungen zu stark schädigen. Was wiegt mehr? Gerechtigkeit und Fairness oder das Kapital?

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