Deutsche AIDS-Hilfe für Legalisierung von Drogen

Logo GedenktagMorgen, am 21. Juli ist der Gedenktag für alle verstorbene Drogengebraucher. Der Gedenktag wurde eingerichtet, um auf die menschenunwürdige Prohibitionen hinzuweisen. In dem Film “Breaking the taboo” sagt ein Experte ganz treffend “Wenn nicht einmal den Wärtern im Gefängnis die Drogenkontrolle gelingt, wie soll es dann in der ganzen Gesellschaft funktionieren?”.

In vielleicht schon 50 Jahren kann sich kaum noch jemand vorstellen, dass Drogen jemals verboten waren – es ist ja ohnehin eine nicht einmal im Ansatz greifendes Mittel, um die Gesellschaft in Balance zu halten. Vielmehr wird durch die Prohibition die Qualitätskontrollen unmöglich gemacht: Der Hauptgrund für die Tausenden Drogentoten weltweit.

Deutsche Aidshilfe beteiligt sich

Weltweit richten sich zurzeit immer mehr Anstrengungen darauf, den verlorenen Krieg gegen Drogen zu beenden und durch eine sinnvolle, menschenwürdige Drogenpolitik zu ersetzen. In der Vergangenheit waren es vorallendingen die USA, die weltweit im sogenannten War of drugs Moon- und Kokafelder niederbrannte und somit zahlreiche Bauern verarmen ließ und maiföse Strukturen stärkte.

Doch nicht nur Organisationen und Verbände verurteilen die sinnlose Prohibition, Auch Politiker denken um: „Es war falsch, dass ich als Präsident gegen Spritzentauschprogramme war“, sagt etwa Ex-US-Präsident Bill Clinton. Mit ihm setzen sich nun unter anderem der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, der Schriftsteller Paulo Coelho(Der Alchemist) sowie die Präsidenten Mexikos, Kolumbiens, Guatemalas und El Salvadors für eine neue Drogenpolitik ein.

Enge Verbindung zwischen Drogenabhängigen und HIV-Infizierten

Mittlerweile findet jede dritte HIV-Infektion außerhalb Afrikas über den intravenösen Drogengebrauch statt.

Diese HIV-Übertragungen wären sehr einfach zu vermeiden; Eine Entkriminalisierung wäre der erste Schritt. In Portugal hat man mit der Entkriminalisierung von Drogen gute Erfahrungen gemacht: Seit 2001 werden Konsum und Besitz kleinerer Mengen illegaler Drogen nur noch als Ordnungswidrigkeiten behandelt. Die Zahl der Heroinkonsumenten ist seitdem stark gesunken. Außerdem gab es in dieser Gruppe weniger HIV-Infektionen und weniger Drogentodesfälle.

Silke Klumb(Deutsche Aids Hilfe) fordert Änderungen

„Wir brauchen auch in Deutschland eine neue Drogenpolitik. Ein Anfang wäre, Drug-Checking, die Überprüfung der Inhaltsstoffe von Drogen, zu erlauben – schon das würde Leben retten. Außerdem müssen endlich alle Bundesländer Drogenkonsumräume erlauben. Legalisierung ist der nächste Schritt. Drogenpolitik darf nicht von ideologischen Vorbehalten bestimmt sein, sondern muss die Maßnahmen umsetzen, die nachweislich funktionieren.“

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