Sparen wie die Medien uns Sozialabbau schönreden wollen!

Die Sprache soll uns manipulieren - Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/62396887@N00/

In den Medien, ob nun Fernsehen, Radio oder Zeitung, wird täglich von Griechenland und dem Zwang zum “Sparen” gesprochen. Die Wortwahl aber vermittelt eine andere Lage, als die aktuelle Situation der Griechen. Das Wort “sparen” wird inflationär vermittelt und soll den Menschen zeigen, dass die Griechen etwas haben, dass sie sparen können.

Laut Wörterbuch bedeutet sparen:

 Sparen ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung. Häufig wird durch wiederholte Rücklage über längere Zeit ein Betrag aufsummiert, der dann für eine größere Anschaffung verwendet werden kann.

Die Griechen sind aber nicht gezwungen etwas Geld zurückzulegen um sich später mehr leisten zu können, sie werden von der EU und dem IWF gezwungen brutale neoliberale Kürzungen durchzuführen.

Sozialabbau oder sparen?

Durch die Wortwahl der Medien und der Politiker soll uns eingeprägt werden, dass die Griechen nur ein wenig Geld zur Zeite legen können und in nächster Zeit wieder dem Konsum frönen können. Das trifft auf die aktuelle Situation in Griechenland nicht zu, die Regierung dort setzt eine Politik durch, welche in den nächsten Jahren für steigende Armut und sinkenden Lebensstandart sorgen wird. Die Menschen in Deutschland sollen eine Politik gut heißen, die dem Großteil der Menschen in Griechenland schadet und nichts mit der eigentlichen Bedeutung des Wortes “sparen” gemeinsam hat.

Wenn die meisten Menschen das Wort “sparen” hören, denken sie an die ersten eigenen Einkäufe, welche sie sich über einen gewissen Zeitraum erspart hatten. Bei dem einen waren es die ersten Inlineskater oder das erste Fahrrad, bei einer anderen Person war es eine CD oder ein Video, diese Gedanken sind positiv besetzt und sorgen dafür, dass die Menschen in Deutschland nicht erkennen um was es sich in Griechenland handelt.
George Orwell erkannte vor etlichen Jahrzehnten, dass die Medien und die Politik uns durch die Verwendung bestimmter Wörter eine andere Realität vorgaukeln wollen. Die Verwendung des Wortes “sparen” in der aktuellen Krise ist das beste Beispiel.
Der griechischen Bevölkerung wird vorgeschrieben, dass sie zu “sparen” hat, eine Tatsache die mit der Bedeutung des Wortes nicht gemeinsam hat und der Glaube der deutschen Bevölkerung an diese notwendigen “Sparmaßnahmen”, zeigt nur wie sehr die Menschen von den Medien beeinflusst werden. Die Griechen werden nichtmehr als freie Menschen gesehen, die die Auswahl haben für welche Anschaffungen sie ihr Geld zur Zeite legen, ihnen wird das Geld von Vaterstaat einfach entwendet.
Würden die Medien statt dem Begriff “Sparprogrammen” von sozialem Kahlschlag und Prekarisierung der Bevölkerung sprechen würde der Druck auf die Politiker steigen sich für soziale Maßnahmen einzusetzen, die im Endfekt den Profiteuren dieser “Sparßmaßnahmen”, den Banken, schaden würden.
Die Umdefinierung des Wortes “sparen” im Zuge der Krise zeigt wie stark der Einfluss von Banken und Finanzkapitalismus, da diese die einzigen sind, die zumindest kurzfristig, von den Maßnahmen profitieren. Eine neoliberale Politik in Zeiten der Krise muss als sozialer Kahlschlag erkannt werden. Die Werkzeuge, die benutzt werden um den Deutschen, dieses in Zeiten des stärker werdenden Antikapitalismus, schmackhaft zu machen, sind die Werkzeuge der Sprache. Positiv konnotierte Wörter werden missbraucht um das Leid anderer Menschen als etwas gutes und richtiges wirken zu lassen.
Die Krise ist noch nicht vorbei und wenn die Krise Deutschland erreichen sollte, dann werden die Menschen hier erkennen, dass die “Sparprogramme”, die sie dann ertragen müssen, nichts mit “sparen”, sondern nur mit der Ausbeutung der Menschen durch eine kleine Minderheit zu tun haben. Momentan sehen wir es aus der Ferne und können nicht erkennen, dass die “Sparprogramme” einzig und allein Sozialabbau sind!

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