Norman Finkelstein ein jüdischer Antisemit oder doch ein berechtigter Kritiker?
Der amerikanische Historiker jüdischen Glaubens Norman Finkelstein sollte diesen Monat nach Deutschland kommen, um an einer Diskussion über den Gazakrieg teilzunehmen. Nun hatte trotz vorheriger Zustimmung die Trinitatis-Gemeinde in Berlin ihre Raumzusage zurückgenommen und sich das Bildungswerk Berlin der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung gegen seinen Auftritt entschieden. Auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung musste eine geplante Diskussion mit ihm absagen, nachdem es aus den Reihen der “antideutschen” Linken Kritik gegen Norman Finkelstein hagelte.
Nun muss man sich fragen, warum die Kritik gegen Norman Finkelstein so heftig ausfällt.
Norman Finkelstein wird von einigen Kritikern vorgeworfen, sich antisemitisch zu äußern, auch wenn dabei vergessen wird das er selbst Semit ist.
Problematisiert wird auch, dass er den Antisemitismusvorwurf heute als Waffe sieht, die gegen jeden verwendet wird, der die israelische Politik kritisiert, wie berechtigt diese Kritik auch immer sein mag.
Ihm wird wie auch dem jüdischen Historiker Ilan Pappe vorgeworfen, sich einseitig gegen Israel zu stellen, obwohl von beiden nur Kritik an der momentanen ultranationalistischen Politik Israels geübt wird. Norman Finkelstein kritisierte auch den Gazakrieg und die Mauern, welche sowohl den Gazastreifen als auch die Westbanks von Israel abtrennen.
Seine stellenweise Verharmlosung der Hisbollah dagegen ist nicht so einfach nachzuvollziehen. Ebenso ist es auch schwer nachzuvollziehen, wenn einige Gruppen den Krieg im Libanon nur einem Agressor zuweisen, obwohl er die Folge von beidseitigen Aggressionen war und sowohl Teile der Hisbollah als auch große Teile der israelischen Politik zielgerichtet auf diesen Krieg hinarbeiteten.
Finkelsteins Veranstaltung wurde nun von Leuten verhindert, die jegliche Kritik an Israel als antisemitisch ansehen und einem Sohn von jüdischen Holocaustüberlebenden das Recht absprechen, seine Sicht der aktuellen israelischen Politik vorzutragen.
Die jüdische Stimme für einen gerechten Frieden wirft den Kritikern Finkelsteins vor:
Die Meinungsfreiheit einzuschränken und nicht an einem Frieden sowie einer ernsthaften Debatte interessiert zu sein
Es bleibt nur zu hoffen, dass es Finkelstein möglich gemacht wird, in nächster Zeit in Deutschland vor einem breiteren Publikum seine Meinung vorzutragen und eine Debatte über Menschenrechtsverletzungen sowie Kriegstreiber, die es sowohl auf palästinensischer wie auch israelischer Seite gibt, bald möglich wird.
In diesem Sinne für einen gerechten Frieden und das Ausscheiden von Kriegstreibern als auch Rechtsnationalen bei allen beteiligten Gruppen.


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