Israelisches Militär will Solaranlagen in Palästina zerstören

Solaranlagen - Bildquelle:http://www.flickr.com/photos/56227271@N03/5204475037/sizes/m/in/photostream/

Das israelische Militär plant einen Satz Solar-Panel in Imneizil, einem Dorf in den Bergen südlich von Hebron zu zerstören und damit die Energie für 40 Familien, eine Gesundheitsklinik und eine Schule abzuschneiden. Das Solarkraftwerk ist die einzige Elektrizitätsquelle im Dorf; ein diesbezüglicher Militärbefehl ist von heute an wirksam (Donnerstag, 10. November 2011).

Imneizil ist aufgrund der militärischen Restriktion einer palästinensischen Entwicklung in Zone C (60 Prozent der Westbank) vom Elektrizitäts-, Wasser- und Abwassernetz abgeschnitten. Vor zwei Jahren installierte ein spanisches NGO Solar-Panel auf dem Land, das dem Dorf Imneizil gehört und ersetzte damit die teuren Benzin-Generatoren. Das israelische Militär verweigerte eine Baugenehmigung für das Panel.

Vor einigen Wochen fanden Dorfbewohner einen Zerstörungsbefehl nahe dem Zaun, der das Panel umgibt. Die israelische Organisation „Rabbiner für Menschenrechte“ organisierten eine Kampagne gegen die Zerstörung und argumentierten, dass man erstens für die Aufstellung solcher Tafeln keine Baugenehmigung benötige, und dass Elektrizität ein grundsätzliches humanitäres Bedürfnis ist. Jedoch, nach 39 Appellen bleibt der Befehl bestehen und die Hoffnung schwindet, dass das Projekt, das eine halbe Million Dollars gekostet hat, gerettet werden kann.

Die Vorstellung, wieder abgeschnitten zu werden, erschreckt Mohammad Yousef, den Schuldirektor von Imneizil.

„Ohne Elektrizität kommt der Bildungsprozess zum Stillstand,“ sagt er. „Da ist zum Beispiel der Computer. Der Drucker. Und dann hat man z.B. einen Dokumentarfilm, den man den Schülern zeigen soll. Es ist dir unmöglich, Bildungsmaterialien einzusetzen.“

Zusatzinformation

Das Solar-Panel wurden von SEBA, einer spanischen NGO, in Zusammenarbeit mit der Al-Najah Universität in Nablus installiert. Die Gesamtkosten betrugen € 365.500, von denen die spanische Gesellschaft € 290.000 zur Verfügung stellte. Für mehr Information zu dem Projekt kontaktieren Sie bitte carlos.sordo@seba.es

INTERNATIONALES MENSCHENRECHT:

Artikel 23 der Haager Konvention 1907 sagt klar aus: „Es ist speziell verboten (für den Besatzer), das Eigentum des Feindes zu zerstören oder sich anzueignen, außer eine solche Zerstörung oder Aneignung sei zwingend geboten durch die Notwendigkeiten des Krieges.“

Artikel 53 der Vierten Genfer Konvention von 1949 hält fest, dass „jede Zerstörung des realen oder persönlichen Eigentums durch die Besatzungsmacht, das individuell oder kollektiv privaten Personen oder dem Staat oder anderen öffentlichen Autoritäten, oder sozialen oder Gemeinschaftsorganisationen gehört, ist verboten, außer wenn eine solche Zerstörung durch militärische Operationen absolut notwendig erscheint.
(Übers.: Gerhilde Merz)

  • Thanthalas

    Bei solchen Aktionen müssen sich die Israelis nicht wundern wenn ihnen die Jugend  der Palestinenser nichts gutes wünscht.

    Mich persönlich würde es freuen wenn die Berichterstattung etwas ausgeglichener wäre. Man liest nur etwas über böse Israelis, jedoch nichts über Raketenangriffe aus Gaza oder ähnliches.

    • Gast

      Wenn Du etwas über Isreal in der Opferrolle lesen möchtest, schlage ich vor, Du besuchst http://www.tagesschau.de – da wird Dir geholfen.

      • Thanthalas

        Mit ihrer Antwort unterstellen Sie Israel sei kein Opfer von Angriffen! Ich möchte eine ehrliche Berichterstattung ohne das eine der beiden Parteien besser wegkommt.

    • Freiheitsliebender

      Natürlich liegt der Fokus mehr auf den Fehler auf israelischer Seite, da das meistens Beiträge der israelischen Friedensbewegung sind, die wir geschickt bekommen. Kritik an Palästina und der falschen Politik von Seiten der Hamas und Fatah gibt es aber auch!

BannerFans.com
Soziale Netzwerke



Creative Common