Deutschland sollte Palästina anerkennen!

Deutschland spricht von Engagement für den Frieden im Nahen Osten und für die Freiheit Palästinas, tatsächlich geschieht aber sehr wenig. Die Linke hat einen Antrag zur Anerkennung Palästinas verfasst und ihr habt die Möglichkeit habt, für die Anerkennung und den Frieden zu unterschreiben:

I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Die gegen die Diktaturen gerichteten Demokratiebewegungen in vielen arabischen Staaten sind von historischer Bedeutung. Nach jahrzehntelanger Unterdrückung bestehen sie auf den Prinzipien des Rechtsstaats und der Demokratie, der Achtung der Menschenrechte und einem Leben in Würde. Für sie speist sich die Legitimität der Regierenden fortan aus der Souveränität des Volkes. Ein Erfolg der Demokratie auf Dauer wird aber nur dann möglich sein, wenn sich Frieden und soziale Gerechtigkeit entfalten. Europa und Deutschland können durch eine Politik, die Solidarität zum Maßstab hat, die sozialen und politischen Veränderungen unterstützen und befördern.

Die Umbrüche in vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen-Ostens können durch internationale Solidarität den Prozess zur Lösung des Nahostkonflikts befördern. Noch wird der Bevölkerung in Palästina das Recht auf nationale Unabhängigkeit verweigert.
Israelische Regierungspolitik fördert die völkerrechtswidrige Siedlungspolitik in der Westbank und erschwert die notwendige Teilung Jerusalems. Einen Ausgleich zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der von der Hamas geführten Regierung im Gazastreifen kann entgegen der Haltung der israelischen Regierung zur Lösung des Nahostkonflikts beitragen.

Wie die Regierungen anderer EU-Mitgliedsländer hat auch die Bundesregierung keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass der Frieden zwischen beiden Völkern die Zwei-Staaten-Lösung voraussetzt. Über 100 Staaten haben sich inzwischen für die Anerkennung eines palästinensischen Staates eingesetzt. Diesem Bekenntnis zur Zwei-Staaten-Lösung müssen nun politische Entscheidungen folgen.
Es ist zu befürchten, je länger eine Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts ausbleibt, desto vernehmlicher jene arabischen Stimmen werden, die einen radikalen Kurswechsel gegenüber dem Staat Israel verlangen. Israel kann seine teilweise Isolierung in der Region weder mit militärischer Überlegenheit noch mit politischen Verschleppungstaktiken überwinden. Frieden und Gerechtigkeit auf Dauer für Israel und Palästina setzt eine Zwei-Staaten Lösung voraus.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf:

Um Israelis und Palästinensern ein Leben in Frieden, in politischer Unabhängigkeit, in nationaler Sicherheit und wirtschaftlichem Wohlstand zu ermöglichen, wird die Bundesregierung aufgefordert,

1. im UN-Sicherheitsrat und in der UN-Vollversammlung die Proklamation des Staates Palästina auf der Grundlage der Grenzen von 1967 zu unterstützen und für seine Aufnahme in die Organisation der Vereinten Nationen einzutreten.

2. den Bundespräsidenten zu veranlassen, den Staat Palästina mittels einer Note anzuerkennen.

3. die Palästinensische Generaldelegation in Berlin und die deutsche Repräsentanz in Ramallah diplomatisch aufzuwerten, wie dies unter anderen die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens und Norwegens getan haben.

4. der Beschlusslage der Europäischen Union vom Dezember 2009 und den Empfehlungen der European Former Leader Group zu folgen und Ost-Jerusalem als Teil des palästinensischen Staates anzuerkennen.

5. gegenüber der Regierung des Staates Israel unter Verweis auf die EUErklärung vom 22. Februar 2011 darauf zu bestehen, dass der völkerrechtswidrige Siedlungsbau nach internationalem Recht zu beenden ist und dass die palästinensischen Gebiete nicht länger als Teil der Innenpolitik betrachtet werden dürfen. Von der Hamas ist die Anerkennung des Staates Israel einzufordern. Die notwendige Verpflichtung der Palästinenser zum Gewaltverzicht verlangt auch einen Gewaltverzicht von Israel.

6. sich für eine auf Dauer angelegte Verständigung zwischen den Führungen in der Westbank und im Gazastreifen mit der Perspektive freier Wahlen sowie der Achtung international anerkannter rechtsstaatlicher Prinzipien einzusetzen. Die Vereinbarung vom 4. Mai 2011 in Kairo gründet auf der Abwägung regionaler arabischer und internationaler Entwicklungen und trägt gleichzeitig den Rufen der palästinensischen Bevölkerung Rechnung, die politischen und persönlichen Rivalitäten zu überwinden.

7. den dramatischen Zuspitzungen in den jüdisch-arabischen Beziehungen in Israel mehr denn je ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Die EU-Erklärung vom 22. Februar 2011 hat auf die Gefährdung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten in Israel hingewiesen. Auch an der Qualität der Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Israel entscheiden sich die Aussichten auf eine
friedliche Zukunft der israelischen und palästinensischen Bevölkerung.

8. alle Parteien in diesem Konflikt nachdrücklich zum Verzicht auf jegliche Gewaltanwendung bei der Durchsetzung politischer Ziele aufzufordern.

9. sich dafür einzusetzen, dass sich mit der Gründung des Staates Palästina Israel und Palästina gegenseitig anerkennen und Verhandlungen für gegenseitig vorteilhafte Beziehungen aufnehmen.

In den kommenden Monaten muss die Nahostpolitik der Bundesregierung ernsthaft daran mitwirken, dem Prozess bilateraler Verhandlungen zwischen der PLO und Israel neue Dynamik zu verleihen. Die Gleichberechtigung der israelischen und palästinensischen Bevölkerung wird zur Marginalisierung radikaler Kräfte in der gesamten Region beitragen. Die aktive Mitwirkung an der Herstellung des Friedens zwischen Israelis und Palästinensern ist kein Gunsterweis für die eine oder andere Partei, sondern liegt im Interesse des Weltfriedens, aller Staaten in Nordafrika und im Nahen Osten und im Interesse der Bundesrepublik Deutschland!

Wenn ihr euch für die Anerkennung Palästinas einsetzen wollt, dann unterschreibt diesen Antrag hier!

  • Pingback: Weitere Staaten werden Palästina anerkennen! | Die Freiheitsliebe

  • Frank

    Untersuchung zur Gaza-Flotte
    UN entlasten Israel

    Die Vereinten Nationen erklären die israelische Blockade des
    Gaza-Streifens offenbar für rechtmäßig. Das geht aus einem Bericht über
    die Erstürmung der sogenannten Gaza-Flotte hervor, den die “New York
    Times” vorab zitiert. Die Militäraktion, bei der neun Menschen starben,
    wird zwar gerügt, allerdings seien die israelischen Soldaten angegriffen
    worden.
    Der mit Spannung erwartete Bericht der Vereinten Nationen (UN) zur
    Erstürmung der sogenannten Gaza-Hilfsflotte am 31. Mai 2010 hat Israel
    offenbar das generelle Recht zugesprochen, die See-Blockade des
    Gaza-Streifens mit militärischen Mitteln aufrechtzuerhalten. Das geht
    aus dem 105-seitigen Papier hervor, das der “New York Times” bereits vor
    Veröffentlichung vorlag. Die Zeitung vermeldete, der Bericht soll
    morgen erscheinen. Das Büro von UN-Chef Ban Ki Moon wollte dazu keine
    Stellung nehmen.

    Den Einsatz der israelischen Militärkommandos gegen die Schiffe der
    Gaza-Flotte, bei dem neun Menschen getötet wurden, wurde von den UN als
    übertrieben verurteilt. Der Verlust von Menschenleben sei nicht
    akzeptabel gewesen. Einen wesentlicher Punkt, mit dem Israel die harte
    Vorgehensweise verteidigt hatte, bestätigt die Untersuchung: Dem
    Einsatzkommando sei “organisierte und gewalttätiger Widerstand” von
    einigen Passagieren entgegengebracht worden.

    Der Bericht der Vereinten Nationen sei schon vor Monaten
    fertiggestellt worden, schreibt die “New York Times”. Allerdings sei die
    Veröffentlichung immer wieder verzögert worden, um das schlechte
    Verhältnis zwischen Israel und der Türkei nicht weiter zu belasten. Die
    Schiffe der “Hilfsflotte” waren von türkischen Häfen gestartet, die
    Regierung hatte den Einsatz der israelischen Soldaten als
    völkerrechtswidrige Aggression verurteilt. Bis heute fordert das Land
    eine Entschuldigung von Israel.

    http://www.n-tv.de/politik/UN-entlasten-Israel-article4198516.html

    • Anonymous

      Wie hängt das mit der Anerkennung Palästinas zusammen?

  • Frank

    Einen Apartheitsstaat?

    “PLO ambassador says Palestinian state should be free of Jews”http://www.usatoday.com/news/world/story/2011-09-13/palestinian-israeli-jews-future-state-israel-PLO/50394882/1

    • Fridolin

      Frei von siedlern wohl eher und nicht frei von Juden

      • Frank

        Können Sie kein English?  Er spricht von Jews (Juden), nicht von Settlers (Siedlern). Abgesehen davon: Wo sollen den die jüdischen Einwohner Palästinas wohnen, wenn sie keine Siedlungen gründen dürfen?

        • Pia

          Die israelischen Siedlungen wurden gebaut, nachdem Palästinenser aus ihren Häusern vertrieben und dann eine Mauer um die Siedlungen gebaut wurde.
          Vor allem im Westjordanland breitet Israel sich auf dieser illegalen Weise aus.
          Die Siedlungen wurden sogar von vielen amerikanischen und sogar deutschen Politikern kritisiert.

          Meiner Meinung nach können Israelis in Palästina leben, solange sie die Palästinenser nicht aus ihren Häusern vertreiben, sondern die Absicht zu einem friedlichen Zusammenleben haben.

      • Padrino

        Clarification: In the headline and story, Palestinian Ambassador Maen
        Areikat says he was referring to Israelis, not Jews, when he stated
        that “it would be in the best interest of the two people to be separated
        first.”

        Die israelische Bevölkerung verkörpert nicht nur Juden sondern auch Muslime, Christen und Drusen. Soviel zum Thema “English”.

        Zurück zum Ursprungsthema: “Deutschland sollte Palästina anerkennen.”

  • Padrino

    Clarification: In the headline and story, Palestinian Ambassador Maen
    Areikat says he was referring to Israelis, not Jews, when he stated
    that “it would be in the best interest of the two people to be separated
    first.”

    Die israelische Bevölkerung verkörpert nicht nur Juden sondern auch Muslime, Christen und Drusen. Soviel zum Thema “English”.

    Zurück zum Ursprungsthema: “Deutschland sollte Palästina anerkennen.”

  • Muskat

    Israel kann gar nicht!!! Palästina anerkennen. Israels Bevölkerung wächst seit 10 Jahren kontinuierlich. Es braucht ganz einfach Platz für ihre Siedlungen. Des weiteren hat Israel mit zunehmenden Problemen bei der Nahrungsmittel- bzw. Wasserversorgung zu tun. Ihre Hauptquelle für ihr Wasser ist der Jordan – und der liegt ja etwas weiter “östlich”. Die werden einen Teufel tun und einen palästinensischen Staat anerkennen.

    • Freiheitsliebender

      Das ist eine ziemlich lächerliche Begründung warum man einem Volk seine Recht ebthält!

  • Fischer Theodor

    solange die Hamas das Existenzrecht Israels nicht anerkennt, kann ich von meiner Seite  keiner Anerkennung Palästinas zustimmen.  Das palästinische Volk leidet. Die Punkt ist bei der Betrachtung wichtig, aber ein großer Teil ist durch die Hamas selbst verursacht.

    Theo

    • Freiheitsliebender

      Die Hamas, als eine Partei in Palästina erkennt Israel nicht an und hat 2009 sogar gesagt sie würde es nicht tun, die israelische Regierung als ganzes erkennt Palästina nicht an. Überleg dir doch bitte nochmal, ob deine Argumentation sinnvoll ist!

  • Unmoeg

    Deutschland wird vor Israel und den USA der drittletzte Staat sein der Palästina anerkennt. Das kann man richtig oder falsch finden, aber ich denke in kaum einer anderen außenpolitischenn Frage ist die deutsche Einstellung so sehr in Stein gemeißelt.

  • Djibrila

    Jedes Volk hat das Recht einen Staat zu gründen, auch die Palästinenser. Das sehen sogar thoratreue Juden so.
    Welchen Vorschlag sie für die Umsetzung haben kann man hier nachlesen:
    http://www.nkusa.org/Foreign_Language/German/nahost20100209.cfm

    Das ist eine Option der ich mich glatt anschließen könnte. Jedenfalls wäre es nach meiner Meinung dann bestimmt friedlicher als unter einer zionistischen Regierung.

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