Angriffe auf Araber und Flüchtlinge häufen sich – Rassismus in Israel

Hass auf Araber in Israel
Vor wenigen Monaten wurden Araber in einem Jerusalemer Einkaufszentrum von Fans des rechten Fußballclubs Beitar Jerusalem zusammengeschlagen und niemand griff ein, bis ein Journalist aufmerksam wurde. Nun häufen sich die Angriffe auf PalästinenserInnen und Flüchtlinge und offenbaren den steigenden israelischen Rassismus und die Hetze, die auch von offizieller Seite geschürt wurde.
Am vergangenen Mittwoch ereignete sich in Tel Aviv eine Geschichte, die sich in den letzten Wochen häufig in ähnlicher Weise abgespielt hat. Am Mittwochabend befanden sich drei Jugendliche Palästinenser auf dem Rückweg nach Osterjerusalem, da wurden sie von fünf jungen Israelis angegriffen und zusammengeschlagen. Die drei erlitten Knochenbrüche und Prellungen. Wenige Tage vorher waren 3 palästinensische Teenanger in Jerusalem von mehreren israelischen Heranwachsenden zusammengeschlagen worden, unter den Augen dutzender PassantInnen, die keine Interesse daran zeigten einzuspringen. Schwere Brandverletzungen erlitt Ende letzter Woche eine fünfköpfige palästinensische Familie und ihr Fahrer, als bislang Unbekannte einen Molotowcocktail auf das Taxi warfen, mit dem sie in der Nähe von Bethlehem unterwegs waren.
Hass auf die Araber
Wenige Zeugen der rassistischen Gewalt in Jerusalem äußerten sich zu der Gewalt, eine junge Zeugin des Überfalls beschrieb online ihre Erlebnisse und Empfindungen. Der junge Palästinenser habe „mit den Augen gerollt“, als er zu Boden fiel, schreibt sie, „sein Kopf war verdreht, und dann rannten die, die ihn getreten hatten, weg“. Die restliche Menge habe sich „mit Hass in den Augen“ in einem Kreis um den Bewusstlosen gestellt. „Ein Jude ist eine Seele, ein Araber ein Hurensohn“, hätten sie gerufen, ein Satz der den rassistischen Charakter der antipalästinensischen Gewaltwelle gut zusammenfasst. Dabei hätten die drei Palästinenser niemanden provoziert. „Sie gingen friedlich über die Ben-Yehuda-Straße“, schreibt die Zeugin, die sich fragt, wie es passieren kann, dass „Kinder andere Kinder im gleichen Alter mit eigenen Händen töten“.
Die Angegriffen von vergangenen Mittwoch sprachen mit den Medien, die nach der Gewaltwelle über das Thema berichten mussten. Er sagte, dass die Polizei noch keine Anzeige aufgenommen habe. Und noch während er das sagte, klingelte sein Telefon. In der Leitung der Polizeichef von Tel Aviv, Aharon Aksol. Er habe dem Jugendlichen gesagt, dass die “gesamte Polizei”den Angriff auf ihn und seine Freunde »sehr, sehr ernst« nehmen und sofort alles weitere veranlassen werde, fasste ein Polizeisprecher den Inhalt der medienwirksamen Konversation zusammen: “Die Beamten haben die Verletzungen gesehen; mehr brauchten sie erst einmal nicht zu wissen. Sie haben die Personalien aufgenommen und die Betroffenen dann sofort zum Arzt geschickt.” Informationen über Täter und Hintergrund wurden erst später eingesammelt.
Ursachen und Gründe
Die Regierung fordert schnelle Verhaftungserfolge, die es auch tatsächlich gibt: Dank der für solche Fälle ungewohnten Personalausstattung wurden die Täter nach jedem Übergriff innerhalb von Stunden identifiziert und festgenommen. Die Regierung, die nun zum Handeln aufruft, ist die israelische Regierung, die die Ablehnung der Palästinenser, wie keine der vergangenen Jahre, zur Aufgabe erklärt hat. Die Hetze gegen einen palästinensischen Staat, die Zerstörung palästinensischer Dörfer, Solaranlagenund Moscheen, die Einberufung eines Außenminister, der die israelischen PalästinenserInnen ins Meer treiben würde, sind Symbole für den Charakter der rechten Regierung, die das politische Klima in Israel anheitzt. Rabbiner, die Häuser nicht an Menschen mit anderem Glauben vermieten wollen und aufrufen nicht bei Arabern zu kaufen, und die rassistischen Siedler ermuntern für ein Großisrael zu kämpfen, finden in einer solchen Stimmung gehör.
Ein Ende der Serie sei dennoch nicht in Sicht, warnt die Polizei, die die Situation kennt: Denn die Täter sind stets Gruppen von Jugendlichen, die isoliert zu handeln scheinen. »Wir haben mittlerweile handfeste Hinweise darauf, dass es sich bei dieser Serie nicht um einen Zufall handelt«, beschreibt ein Mitarbeiter der Polizei die Situation. Bei den Verdächtigen hätte man Texte und Flugblätter der faschistischen Kach-Bewegung gefunden oder Logos anderer rechter israelischer Parteien und Bewegungen. Andere Verdächtige hätten bei ihrer Befragung Äußerungen des 1990 ermordeten Rabbiners Meir Kahane als Rechtfertigung zitiert. Kahane war Gründer der Kach , die in Israel als terroristische Gruppierung verboten ist. 1994 erschoss eines ihrer Mitglieder, Baruch Goldstein, in der Hebroner Machpela-Höhle, der Grabstätte Abrahams, Isaaks und Jakobs, 29 muslimische Palästinenser.



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