USA und Rußland bereiten sich auf Iran-Krieg vor

Nach Ende des Kalten Krieges droht nun erneut eine direkte Konfrontation zwischen den USA und Russland im Iran. Ein solcher Konflikt könnte weitaus dramatischer werden als der Konflikt um Georgien und die seinerzeit angestrebte Nato-Mitgliedschaft des Landes durch die USA.
Während die USA Israel mit bunkerbrechenden Raketen aufrüsten und am Persischen Golf Flugzeugträger mit Tomahawk-Raketen positionieren, mobilisiert die Russische Armee ihre Truppen und stationiert sie an der Nord-Grenze des Iran.
Offensichtlich zieht die US-Regierung einen Krieg gegen den Iran immer deutlicher in Betracht. Dies offenbart die massive Aufrüstung in den Küstengewässern vor dem Iran. Der US-amerikanische Kriegsminister und ehemalige Chef der CIA, Leon Panetta, äußerte kürzlich, dass amerikanische Flugzeugträger und atomar gesteuerte U-Boote am Persischen Golf aufgezogen worden seien, um bis zu 430 Tomahawk-Raketen in die Region transportieren.
Allein der Flugzeugträger USS Enterprise transportiert 130 Tomahawk-Raketen. Zusätzlich befinden sich ca. 130 Langstrecken-Marschflugkörper auf dem Flaggschiff USS Abraham Lincoln.
Das U-Boot USS Georgia verfügt über weitere 154 Tomahawks. Insgesamt befinden sich mindestens ca. 430 Tomahawks mit einer Reichweite von 1.700 Kilometern im Persischen Golf. Angeblich könnte sie die Flugabwehr des Iran außer Kraft setzen.
Für die Obama-Adminstration bleibt Krieg offenbar eine Option, so der Herr der Waffen in den USA gegenüber dem Fernsehsender CNN. Obwohl der Iran über keine einzige Atombombe verfügt, wird dem Land unterstellt, eine nuklearer Bewaffnug anzustreben. Damit soll im Zweifelsfalle ein Kriegsgrund geschaffen werden.
Gleichzeitig bilden die USA Volksmujaheddin der ehemals marxistisch-leninistischen MEK-Rebellen in Nevada aus. Die Kämpfer dieser iranischen Untergrundorganisation rangieren auf der US Terrorliste gleich neben Al Kaida, wie der Journalist Seymouir Hersh von der New York Times jüngst enthüllte.
Auch Rußland erwartet offenbar einen Angriff Israels und/oder der USA gegen den Iran. Vorsorglich wurden russische Truppenkontingente an den Kaukasus und an die armenische Grenze zum Iran verlegt. Der US-Sicherheitsexpert F. Michael Maloof warnt jedoch eindringlich vor einem Konflikt mit Russland, der seiner Meinung nach durch einen Überfall auf den Iran ausgelöst werden könnte.
Russland sieht allerdings seine Sicherheitsinteressen an der Peripherie des Landes durch die amerikanischen Drohungen gegen den Iran massiv tangiert.
Russland sorgt sich um Sicherheit
“Der Iran ist unser Nachbar”, so der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation, Rogozin. “Wenn der Iran angegriffen wird, ist auch unsere Sicherheit direkt bedroht.” Rogozin kontrolliert die russischen Kriegskontingente und gilt als Gegner des US-Imperialismus. Nach Informationen aus dem russischen Verteidigungsministerium sieht das russische Militär Israel nicht in der Lage, die iranische Verteidigung allein zu überwinden. Daher rechne man mit militärischer Unterstützung durch die USA. Im Falle einer US-Beteiligung werde Russland an der Seite des Irans in den Krieg eingreifen.
Nach Aussage von Informanten könnte der russische Aufmarsch in der Grenzregion (zum Iran) zu einer direkten Konfrontation mit den Streitkräften Israels, denen der USA oder beiden führen.
Nach informierten Quellen haben die Russen vor “unvorhersehbaren Konsequenzen” eines Angriffs auf den Iran gewarnt. Dabei habe man sogar mit dem Eingreifen Russlands in einen möglichen Krieg gedroht, weil dabei auch überlebenswichtige regionale Intereressen Russlands auf dem Spiel stünden.
Militärübung „Kaukasus-2012“
Die einflussreiche russische Zeitung Nezavisimaya Gazeta zitierte kürzlich eine Quelle beim russischen Militär, nach deren Aussage die sich verschärfende Situation um Syrien und den Iran Auslöser für eine Verstärkung der russischen Militärkräfte im südlichen Kaukasus und im Raum Kaspisches Meer, Mittelmeer und Schwarzes Meer sei.
Gleichzeitig startet Rußland ein lang andauerndes Manöver von bisher nicht gekannten Ausmaßen in der Kaukasus-Region.
Die strategische Militärübung „Kaukasus-2012“ wird im Sommer in Südrussland, aber auch in den Kaukasus-Staaten Abchasien, Südossetien und Armenien abgehalten werden, berichtet die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.
Wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, wird die diesjährige Übung größer sein als in den vergangenen Jahren, um den sicherheitspolitischen Realitäten Rechnung zu tragen. Nach Angaben der Zeitung werden die Übungs- und Kampfaufgaben auf mögliche Konflikte im Raum des Kaspischen Meeres und des Südkaukasus zugeschnitten sein, vor allem aber auf einen eventuellen Krieg der USA und anderer Staaten gegen den Iran.
Droht der dritte Weltkrieg?
Dem russische Generalstabschef Nikolai Jegorowitsch Makarov zufolge seien an dem diesjährigen Manöver erstmals nicht nur das Heer, die Marine, die Luftwaffe und die Raketentruppen beteiligt, sondern auch der Inlandsgeheimdienst FSB als Nachfolge-Organisation des KGB, das Innenministerium, der Katastrophenschutz und alle anderen Sicherheitsorganisationen.
Darüber hinaus sollen Methoden der sogenannten vernetzten Kriegsführung trainiert und neue automatische Kampfführungssysteme ausprobiert werden. Dazu gehört der Einsatz von elektronischer und Satellitenaufklärung, sowie der Einsatz von Drohnen und Präzisionswaffe.
Im extremsten Falle kann dieser Konflikt einen Dritten Weltkrieg auslösen. Die Gewalt-Eskalations-Schwelleist sehr niedrig, da Israel zum einen Atomanlagen torpedieren und damit eine weltweite Umweltkatastrophe auslösen könnte und zum anderen Atombomben gegen den Iran einsetzen könnte, die ebenfalls eine Umweltbedrohung für das Kaspische Meer und das Schwarze Meer und die russische Peripherie darstellen könnten.
Ein Beitrag von Jürgen Meyer
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