Die Idee “Europa” – Lohnt es sich sie zu verteidigen?

Flagge der europäischen Union

„Zwei Nationalitäten gibt es in Wirklichkeit in jedem Land:die der Ausbeuter und die der Ausgebeuteten. Der eigene deutsche Kapitalist ist dem deutschen Proletarier Feind, der fremde Proletarier hingegen, ob Franzose, Engländer oder Russe, ist sein Freund“ so sagte einst Rosa Luxemburg. Ihre Worte sollten wir uns zu Herzen nehmen, denn die antieuropäische Stimmung, die es auch linken Kreisen gibt, ist sicher nichts fortschrittlich.

Europa ist eine Idee, die man von Herzen verteidigen sollte. Die Idee Menschen unabhängig von ihrer Religion, ihrer Nationalität oder Sprache zu vereinen, ist eine linke Idee. Denn sie überwindet veraltete Ideologien wie den Nationalismus und ist gegen die Abgrenzung gerichtet. Ein Europa, in dem die Menschen gleich sind und, dass die Perspektive bietet Nationalismus und Rassismus zu überwinden, ist ein Europa, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Europa und der Euro

Die Kritik, die am Euro geübt wird, auch von fortschrittlichen Kräften, ist sicher berechtigt. Der Euro hat dazu geführt, dass die europäischen Staaten einer Wirtschaftsmacht Deutschland als Absatzmarkt dienen. Dies war aber nur möglich, weil die Industrie und die Politik in Deutschland sich für niedrige Löhne und Sozialabbau eingesetzt haben.

Der Euro als gemeinsame Währung, dient natürlich der Industrie, da diese nun einfacher handeln kann. In der Krise hat er dazu geführt, dass die Staaten ihre Währungen nicht abwerten und somit ihre Produkte nicht profitabler machen konnten. Eine Rückkehr in die Landeswährungen, würde den Staaten heute aber nicht helfen. Die Kritik am Euro und die Forderung ihn durch Landeswährungen zu ersetzen wird meist von reaktionären Kreisen betrieben, die auf eine Ideologie des Nationalstaates setzen.

Eine Kritik mag berechtigt sein. Wenn sie sich dagegen richtet, dass der Euro und mit ihm die europäischen Wirtschaftsabkommen vor allem der Industrie dienen und nicht den Menschen, da diese nicht zu Solidarität zwischen den Arbeitern in den einzelnen Ländern geführt haben, sondern zu noch stärkerem Preiskampf.

Die Kritik am Euro darf aber nicht in eine Kritik an der Idee Europa werden. Die Menschen könnten von einem geeinten Europa profitieren, da dies den Zusammenhalt zwischen den Menschen fördern kann.

Die aktuellen EU-Verträge kann man natürlich kritisieren, da sie den Militarismus fördern, da die Staaten gezwungen sind sich moderne Armee zu halten und da sie Europa vor allem als Wirtschaftsraum sehen.

Die Idee eines Europas der Menschen, welches durch die EU näher gerückt ist, sollten die Linken und die fortschrittlichen Kräfte in allen Ländern verfolgen.

Kritik am Vertrag – nicht an der Idee

Kritik an den Verträgen der europäischen Union ist berechtigt, da diese die Staaten zu Sozialabbau drängen und die EU immernoch zu undemokratisch ist. Ein Europa in dem die Menschen sich miteinander solidarisieren, die Grenzen, die die Staaten ihnen vorgeben überwinden, ist ein linkes Europa.

Die Rückkehr in eine Zeit vor der EU ist nicht nur nahezu unmöglich, sie wäre auch nicht sinnvoll.

Statt die EU abzulehnen, sollte gegen die militaristischen und kapitalistischen Elemente gemeinsam vorgegangen werden und zwar in allen Ländern. Die linken Parteien predigen seit Jahrzehnten die internationale Solidarität, die EU hat diese erleichtert, da sie Grenzen abgebaut hat. Sie sollten sich einsetzen für ein Europa der Menschen und kein Europa, das nur der Industrie als Absatzmarkt dient.

Auch wenn Rosa Luxemburgs Worte fast hundert Jahre alt sind, an ihrer Aktualität hat sich nichts geändert. So ist es heute nur richtig, wenn die Idee Europa verteidigt wird gegen alle die mit nationalistischen Untertönen gegen die EU hetzen. Die EU kann den Menschen dienen und die Solidarität der Arbeiter fördern, ihre Verträge müssen nur geändert werden. Daher sollten die Verträge in ihrer heutigen Form kritisiert werden, Europa und die Solidarität sollten aber hochgehalten werden.

  • Klaus0815

    Die Idee Europa zu verteidigen ist sicherlich eine Aufgabe
    der sich die Linke nicht verweigert.
    Die Linke hat auch mit keinen Wort daran zweifeln lassen.
    Allerdings hat die Linke eine andere Auffassung wie man
    Europa weiter ausbauen kann, als die jetzigen Regierenden.

    Europa als große Diktatur kann niemals ein Ziel der Linken
    sein.
    Was die Linke ausschließt ist eine europäische Regierung
    die die Sozialstaaten abbauen, die Europa als nächste Kriegssupermacht
    und die imperalistischen Träume einiger EU Oberen mit zu tragen.

    • Freiheitsliebender

       Da hast du Recht, die Linke hat nicht daran gezweifelt, aber in vielen linken Kriesen gibt es Zweifel an der EU und gegen diese muss man ankämpfen.
      Ein Europ, das Sozialabbau betreibt und Staaten bombardiert muss von unten reformiert werden

  • http://humwaoh.wordpress.com/ Rainer

    Lieber Freiheitsliebender ,Herrmann Hesse hat in einem seiner vielen Briefe einmal geschrieben “was Preussen für Europa ist,ist Europa für die Welt” und Du kannst doch wohl allen Ernstes nicht glauben, die Idee ” Europa ” sei etwas, das den bildungsfernen Menschen unserer “One World” etwas bringt. Abgeschlossene Verträge sind in der Regel nicht soviel wert wie das Papier auf dem sie stehen. Die sogenannte Zivilisation ist doch nur eine hauchdünne Kruste die das Tier Mensch verkleidet. Trotz immer wiederkehrender Bemühungen Einzelner ist es noch niemals gelungen die Bestrebungen anderer weniger zu verändern. Was ist denn das für ein Europa in dem meine Brüder und Schwestern ihre Kinder “depleted uranium” benutzen lassen, um Frieden zu schaffen. Ein Europa in dem Bildungsferne der Standard ist. Ein Europa in dem Medienmacht ,des schnöden “Mammons” wegen gezielt Lügen verbreitet. Ein Europa in dem Werbung ein psychologischer Feldversuch ist und fast jeden erreicht, hintergeht und gehirnwäscht. Zu diesem Europa gehört auch das Europa in Nordamerika welches sich eine noch grössere Spielwiese für seine widerwärtigen Techniken gestohlen und privatisiert hat. Der existierende “Wahnsinn” hat doch Methode. Gott ist der Tod und da er unabwendbar ist versuchen Menschen sich Denkmäler zu setzen um über den Tod hinaus unsterblich zu werden, sich in der Geschichte bemerkbar zu machen oder noch zu Lebzeiten “fame” zu werden. Muss das eigentlich so sein ?  

  • Thanthalas

    Europa kränkelt sehr am Demokratiedefizit. Die Gesetze kommen von der Kommission und die hat niemand gewählt.

    Auch haben die Bevölkerungenvieler Länder nicht abgestimmt ob sie in die EU wollen oder die EU so wollen wie sie ist. Ich hätte gerne eine EU der Vaterländer. Ein Bund an Ländern die Souverän sind und sich gemeinsam abstimmen. Man muss jedoch nicht so wie die anderen handeln wenn es einem Land nicht gefällt. Ich kenne keinen Staatenbund der lange überlebt hat. Bisher ist alles wieder in die Nationalstaaten zerfallen.

    Was kann eine EU die wie die USA sein soll bitte besser können als die Nationalstaaten? Außer weniger Demokratie und weniger Stimmgewicht des einzelnen seh ich kaum Veränderungen…

    • Freiheitsliebender

      Da hast du vollkommen Recht lieber Thantalas, zumindest im Bezug auf die EU-Kommission.
      Zu dem zweiten Punkt, deswegen muss man die Idee dahinter auch mal überdenken und in eine EU von unten umformen!

    • Freiheitsliebender

       Da hast du recht zumindest, was das Demokratiedefizit angeht. Die EU muss reformiert werden, wir brauchen eine EU von unten, eine für die Menschen und zwar für alle die hier leben!

  • Pingback: Ackermann fordert die Aufgabe der nationalen Souveränität und Sozialabbau! | Die Freiheitsliebe

  • Kleriker

    War Rosa Luxemburg nicht eine polnische Jüdin? Und noch dazu aus recht wohlhabendem Hause?
    Und ausgerechnet die hat sich für das Wohlergehen der deutschen Arbeiterklasse interessiert?

    Also entweder sind Linke dümmer als man glauben kann, oder sie sind heute genau wie damals treue Lakaien der zionistischen Weltherrscher!
    Ich persöhnlich tendiere zu einer Mischung von Beiden und bin mir sicher, damit den Nagel auf den Kopf zu treffen.

    • Freiheitsliebender

       Erstens seit wann interessiert es woher ein Mensch kommt und welcher Religion angehört ? Zweitens hast du auf jedenfall unrecht!

    • Exorzist

      Alter, Kleriker, du geboxtes Opfer! Was bist du n fürn Holzvogel?
      Rosa war Internationalistin und hat der deutschen Arbeiterklasse wie der Arbeiterklasse weltweit den größten Dienst erwiesen mit ihrer Agitation und Organisation. Arbeiter sind leider nicht immun gegen Vollidiotie. Daher brauchen sie erfahrene und mutige Köpfe wie Rosa es war. Und im Übrigen war sie auch Antizionistin und gegen jeden kruden Nationalismus.
      Du persönlich tendierst offenbar zu Gedankenlosigkeit und hast zu viele Hammerschläge abbekommen. Oder doch eher zu wenige? Pfosten. Geh denken.

  • http://www.freudenschaft.de/ Andreas Johannes Berchtold

    Europa ist eine Idee, die man von Herzen ablehnen sollte. Die Idee Menschen unabhängig von ihrer Religion, ihrer Nationalität oder Sprache zu vereinen, ist eine imperialistische Idee, deren paranoider Wahn in der Geschichte um den Turmbau zu Babel erfassbar wird. Denn diese Idee will die Souveränität der verschiedenen Staaten und Systeme beseitigen, will somit Demokratie beseitigen. Ein Europa, in dem die Menschen und Staaten demokratisch sein können und, dass die Perspektive bietet imperialistischen Faschismus zu überwinden, ist ein Europa, für das es sich einzusetzen lohnt.

  • Schnitter

    Wir hatten ein freies Europa schon, in dem ein reger kultureller Austausch stattfand, das war bevor das römische Imperium eingefallen ist. Wir haben gemeinsame kulturelle Wurzeln, die müssen wir wieder finden und in unsre Zeit übersetzten.
    Es wäre wichtig die regionalen und kulturellen Besonderheiten zu bewahren und friedlich zusammen zu leben, es ist falsch, wenn eine Diktatur installiert wird, das ist Gleichmacherei. Europa kann nur mit der Zeit wieder zusammen wachsen.

  • S.E.

    Es ist nicht die Institution EU oder die Währungsgemeinschaft die es zu verteidigen gitl, sondern die Interessen der arbeitenden Klasse. Da die Zwänge innerhalb der EU so groß sind, könnte ein Zusammenbruch der EU eine große Chance für ein neues Europa von unten sein.

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