Wir brauchen eine andere Drogendebatte

Cannabisblatt

Anfang Juli sicherte eine internationale Geberkonferenz Afghanistan weitere 13 Milliarden Euro Unterstützung bis 2015 zu, damit sollten Projekte finanziert werden und Forderungen der Geberländer umgesetzt werden, ein der wichtigsten Forderungen ist die Bekämpfung von Drogenanbau. Ein Projekt, dass die afghanische Regierung nicht umsetzen kann, wie viel Geld sie auch erhalten wird, wenn sie an der aktuellen Drogenbekämpfungspolitik festhalten.

Im selben Monat, aber einige tausend Kilometer entfernt, findet eine Wahl statt, die von der Debatte um Drogen geprägt ist, die Waahl in Mexiko. Die Wahl endete in einer Farce, das mexikanische Regierungsprinzip, dass der Kampf gegen Drogen im Vordergrund steht, ist davon nicht betroffen.
Der „Krieg gegen die Kartelle“ oder der “Krieg gegen die Droge” wie ihn konservative Zeitungen nennen, ist gescheitert, dass scheinen auch konservative Beobachter und Politiker zu wissen, so wollte der ehemalige Präsident Vox, ebenfalls ein Konservativer diesen Krieg beenden, denn seine fatalen Folgen sind der Gesellschaft nicht mehr vermittelbar. Die Zahl der mit dem Drogenkrieg in Verbindung stehenden Todesopfer steigt stetig.

Ein anderer Weg – Kein Weg zum Ziel

Die zapatistische Bewegung in Mexiko will ein anderen Weg gehen um die Drogenpolitik anzugehen. Sie verfolgt einen schwierigen Ansatz:  Drogentransport nicht durch unser Gebiet! Sie stellt sich damit gegen die Behauptung sie würde durch Drogengeschäfte finanziert. Für die Zukunft fordert sie aber die Legalisierung von Cannabis und die Entkriminalisierung anderer Drogen. Die zapatistische Bewegung.  Auch die Regierung in Uruguay scheint den Kampf gegen die Drogen aufgegeben zu haben und fordert stattdessen die Legalisierung von Cannabis und die Entkriminalisierung anderer Drogen.
Das größte Problem auf dem Weg zu einer anderen Drogenpolitik sind aber die konservativen und sozialdemokratischen Regierung des “Westens”. Die Afghanistankonferenz, die Debatte über die Entkriminalisierungspläne der Linke oder die amerikanische Unterstützung des Krieges gegen “die Droge” sind die besten Beispiele. Die Folgen der repressiven Drogenpolitik spüren vor allem die KonsumentInnen, die sich verunreinigte Drogen kaufen, die schnell zum Tod führen können. Einen anderen, für die KonsumentInnen deutlich besseren Weg, verfolgen verschiedene Städte wie Zürich und Frankfurt. Mit Hilfe von kontrollierter Verteilung von sauberen Drogen zeigen sie, dass es gelingt, langjährige KonsumentInnen gesundheitlich wie sozial zu stabilisieren. Die Forderung Drogenabhängige zu entkriminalisieren ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, ein anderer Umgang mit Drogen, ihren Folgen und ihrer Beschaffung wäre ein weiterer. Eine Entkriminalisierung wäre Bedingung, um bei anderen Genussmitteln selbstverständliche Aspekte wie eine kontrollierte Qualität zu gewährleisten. Gerade in Sachen Drogen sind Transparenz und Vertrauen immens wichtig. Die Schaffung von legalen Konsumorten und ein Ende der Kriminalisierung müssen dabei Hand in Hand mit einer anderen Debatte über Drogen gehen. Die Verteufelung der Drogen und der Abhängigen führt vor allem zu sozialer Ausgrenzung und der Bereicherung der Drogenhändler, sowie zu hunderten Toten durch verunreinigte Stoffe.
In Deutschland ist das jedoch nach wie vor in weiter Ferne, auch wenn hier jeder vierte Erwachsene schon einmal Drogen, zumeist Cannabis, was fälschlicherweise immernoch als Einstiegsdroge gilt, konsumiert hat. Zuletzt forderte die Linke in Berlin den straffreien Eigenbesitz von Marihuana auf 30 Gramm zu erhöhen, bzw. Konsumvereine zu gründen, in denen die Mitglieder ihre Pflanzen selbst anbauen und konsumieren können. In Bayern können wenige Gramm schon zu hohen Hafstrafen führen, in NRW dagegen hat die Regierung den Freibetrag erhöht. Die ganze Debatte geht aber am Problem vorbei, wenn nicht auch über Gründe von Drogenkonsum diskutiert wird und endlich anerkannt wird, dass die Menschen frei ihre Entscheidungen treffen können. Die Versuche diese Themen öffentlich zu diskutieren werden aber weltweit von den regierenden Parteien abgeblockt und verdammt, damit ist weder den KonsumentInnen noch dem Staat geholfen, es wird Zeit, dass die Politik das erkennt.

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