Widerstand gegen Sozialabbau und Neoliberalismus nimmt zu!

Demo für den Generalstreik

Die Arbeitslosigkeit in Spanien nimmt weiter zu und wie nicht anders zu erwarten, wächst auch der Widerstand gegen die neoliberale Politik. Besonders in den ländlichen Regionen des Landes nimmt der Widerstand gegen die Politik der Herrschenden immer weiter zu.Im Süden Spaniens halten seit Dienstag rund 100 landlose Bauern ein 1.200 Hektar großes Grundstück besetzt, das dem Verteidigungsministerium des Landes gehört.

Das spanische Militär, dem viele Grundstücke in der Region gehören, nutzt nur 20 Hektar der Finca »Las Turquillas«. Das restliche Land liegt brach, weswegen die in der Andalusischen Arbeitergewerkschaft (SAT) zusammengeschlossenen Besetzer fordern, dass  ihnen das ungenutzte Land, knapp 100 Kilometer von Sevilla entfernt, zur Bestellung zu übergeben. Die SAT wurde erst 2007 in Sevilla als Zusammenschluß mehrerer Landarbeitergewerkschaften gegründet und versteht sich als linke, antikapitalistische und basisdemokratische Klassenorganisation. Ihre Mitgliederzahl wird auf 25.000 geschätzt.

In anderen Orten der Region besetzten Linke rund 20 Filialen des Öffentlichen Staatsdienstes für Beschäftigung (SEPE). Mit ihren Aktionen protestierten die Gewerkschafter gegen die von der Regierung in Madrid beschlossenen Kürzungen, die nur ArbeiterInnen und Arbeitslose belasten, während die Reichen geschont werden.

Marsch zur Finca

Am vergangenen Dienstag waren mehr als 1000 Bauern und Landarbeiter den ein Kilometer langen Feldweg von der Straße zur Finca marschiert. Dabei  erhielten sie Unterstützung von dem  Bürgermeister des nur gut 30 Kilometer entfernten sozialistischen Dorfs Marinaleda, Juan Manuel Sánchez Gordillo, der für die Vereinigte Linke auch im andalusischen Regionalparlament sitzt. Marinaleda ist für viele Menschen in der Region zu einem Beispiel geworden, wie das Land umstrukturiert werden kann und der Wohlstand den Menschen dient.

Marsch zur Finca http://www.sindicatoandaluz.org/

Kaum an der Finca angekommen wartete ein Großaufgebot von Aufstandsbekämpfungseinheiten der paramilitärischen Guardia Civil. Die Landarbeiter verzichteten jedoch darauf, gewaltsam in dieses Sperrgebiet einzudringen. Statt dessen ließen sie sich auf den umliegenden Ländereien nieder, errichteten aus Planen und Zelten erste provisorische Unterkünfte und begannen, das Gebiet für einen längeren Aufenthalt vorzubereiten. Gewerkschafter versuchten in Gesprächen mit den Militärs Zugeständnisse zu erlangen.

Erfolge und Kampf

Der Generalsekretär der SAT, Diego Cañamero, kritisierte, dass die Gemeindeverwaltung von Osuna lediglich 300 Hektar bebauen dürfe, was ihr Anfang 2009 auch erst nach langen Auseinandersetzungen mit den Militärbehörden eingeräumt worden war. Die übrigen Ländereien sind bis heute ungenutzt. Ziel der Gewerkschaft ist es in dem Land eine Kooperative aufzubauen, die unter der Leitung der ArbeiterInnen steht.

“Wir wollen das Land nicht als Eigentum, sondern zur Nutzung”, unterstrich der Antikapitalist, “damit der Boden Arbeit gibt und Wohlstand schafft”. Er betonte auch, dass man keine Interesse an Subventionen der EU habe, da diese nur den Herrschenden dienen.

Seit dem  4. März halten Landarbeiter die Finca »Somonte«, rund 65 Kilometer von Córdoba entfernt, besetzt, um dadurch den Verkauf des bislang im Staatsbesitz befindlichen Gebiets an Großgrundbesitzer und Konzerne zu verhindern. Nach einer Räumung durch die Polizei am 26. April kehrten sie am folgenden Tag direkt wieder auf die Finca zurück.

Inzwischen hatten ihre Aktionen Erfolg. Vor wenigen Tagen kündigte die Regionalregierung an, auf eine Veräußerung des Gebiets zu verzichten. Das sei bereits ein großer Erfolg, so Cañamero, jedoch erst das halbe Ziel. Nun müsse die von den Bauern gegründete Kooperative von den Behörden anerkannt werden.

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