Wenn die Rente nicht reicht – Arbeit im Alter

Rente mit 67? Karikatur der IG Metal

Die deutsche Politik spricht immer wieder von der sozialen Marktwirtschaft, die die Rente der Menschen im Alter sichern soll. In der Realität ist davon wenig zu spüren, immer mehr alte Menschen müssen im Alter arbeiten, wie eine kleine Anfrage der Linken an die Bundesregierung ergeben hat. Die sozialen Kürzungen und die Lohnstagnation machen sich bemerkbar, besonders bei ältern Menschen.

Ruheständler in Deutschland erhalten immer weniger Geld aus der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV), so lautet das Fazit der kleinen Anfrage der Linken. Wer 2011 nach 35 Versicherungsjahren das Arbeiten aufgab, bekam monatlich im Schnitt 953 Euro Rente. Im Jahr 2000 waren es noch 1.021 Euro gewesen.  Bei ArbeitnehmerInnen die früher aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, sind die Unterschiede noch gravierender. So erhielten Menschen, die 2011 in Rente gingen, weil sie erkrankt sind und nicht mehr arbeiten können, 634 Euro monatlich. 2000 waren es noch 738 Euro gewesen.

Arbeit im Alter

Während die Renten sinken, steigt die Anzahl der RentnerInnen, die auch in der Rente noch arbeiten müssen. Im Jahr 2000 mussten nur knapp über 480.000 Menschen über 65 Jahre einen 400-Euro-Job, 2011 waren es  762.000. Ein Anstieg von mehr als 60%, dessen Ursachen sowohl bei der Politik der aktuellen Regierung, als auch der  Rot-Grünen, zu finden ist. Die Zahl der Minijobber, die über 75 Jahre alt sind, stieg sogar um fast 86 Prozent auf 119.000 Personen an. Es scheint als könnte Clements Aussage, dass die Menschen bis 80 arbeiten müssen, sich schneller bewahrheitet als befürchtet.

Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, warnte am Dienstag, die Altersarmut nehme zu. Die steigende Zahl minijobbender Renter zeige, “dass das Absenken des Rentenniveaus nicht spurlos an der Lebenswirklichkeit der Rentner vorbeigeht”. Matthias W. Birkwald, der uns in einem Interview das Bild einer anderen Rentenpolitik zeichnete, erklärte: “Merkels Regierung verschließt die Augen vor der Wirklichkeit zunehmender Armut im Alter.”

 

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