'Todesstrafe' – eine Blamage für die Kultur und für die deutsche Aussenpolitik

Am 10. Oktober fand der Internationale Tag gegen die Todesstrafe statt, doch dieser bekam wie jedes Jahr viel zu wenig Aufmerksamkeit.
Allein im Jahre 2008 wurden insgesamt über 8.000 Personen zum Tod verurteilt und über 2000 hingerichtet, der größte Teil davon in Ländern, die Deutschland als wichtige Handels- oder Bündnisspartner sieht. Doch wie kann das geschehen, dass solche Länder noch immer zu unseren Partnern zählen, obwohl Deutschland es sich als Ziel gesetzt hat, weltweit gegen die Todesstrafe vorzugehen.
Auch ist es fraglich, wie weit man mit Ländern, die dies unterstützen, handeln oder ihnen sogar Waffen liefern darf, denn in diesen Ländern werden Einzelne zum Herr über Leben und Tod anderer Menschen, was sich mit den deutschen Grundwerten nicht vereinbaren lässt.
In Deutschland ist es immer noch verboten Selbstmord zu begehen, da kein Mensch das Recht hat ein Leben zu beenden, das gleiche gilt auf für die Sterbehilfe. Dennoch schaut Deutschland nur zu, statt auf das Problem der Todesstrafe aufmerksam zu machen und die Regierungen dieser Länder wenigstens öffentlich aufzufordern, ihre “Todespolitik” noch einmal zu überdenken.
Natürlich hat jeder Staat das Recht auf Souveränität, trotzdem kann es nicht sein, dass man die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird, je nachdem um welchen Staat es sich handelt. Es kann nicht sein, dass einige wenige Länder wie der Sudan öffentlich kritisiert werden, weil sie politisch nicht so einflussreich sind und sie die Todesstrafe mit dem falschverstandenen Recht des Islam(im Islam ist es verboten, dass Menschen sich selber zum Herrn über Leben und Tod ernennen) begründen.
Andere Länder wie die USA, welche so gut wie nie in diesem Zusammenhang kritisiert werden, oder auch Saudi-Arabien, welches das gleiche falschverstandene Gesetzt wie der Sudan anwendet, nicht Teil dieser Kritik sind, denn der Tod ist für jeden Menschen das Ende seines Lebens auf der Erde.
Auch an China, welches über 50% der (offiziellen)Hinrichtungen durchgeführt hat, wird nur selten Kritik laut, da es zu riskant wäre China zu verärgern.
Auch Länder wie Israel, Kolumbien und Brasilien wo seid langer Zeit keine offizielle Hinrichtungen stattgefunden haben, so gut wie nie offiziell dafür kritisiert wurden. In diesen Ländern gibt es vom Staat erlaubte gezielte Morde , teilweise werden sie sogar von staatlichen Organen, wie Paramilitärs, dem Geheimdienst oder der Polizei, selbst durchgeführt.
Für dieses Verhalten muss jeder Staat, der nun offizielle Hinrichtungen oder auch mehr oder weniger vom Staat legalisierte Tötungen durchführt, von Deutschland(oder noch besser allen Eu-Staaten) gerügt werden, egal welche Rolle dieser Staat in den Wirtschaftsbeziehungen hat.
Somit sollten wir uns aussprechen gegen jede Form von legalen Morden und für eine Welt in der Kritik gegen solche Staaten mehr zählt, als die Handelsbilanz der einzelnen Ländern.
Denn das Leben ist das höchste Gut auf Erden und es ist mit keinem anderen Gut aufzuwiegen.
Auch ist es in keiner der großen Religionen erlaubt zu töten!
Lasst uns hoffentlich bald in eine friedlichere Welt schauen, in eine Welt, in der die Zahl der offiziellen Morde bald die null ist.

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  • Anonymous

    Peking – Todesstrafe von Heinrich Annas
    Peking plant Vollstreckung der Todesstrafe mit Giftspritzen

    In der chinesischen Hauptstadt Peking sollen zur Vollstreckung der Todesstrafe künftig Giftspritzen eingesetzt werden. Wie die Tageszeitung "China Daily" berichtete, wurde dafür in einem Gefängnis am Stadtrand von Peking ein neues Hinrichtungszentrum eingerichtet, in dem Häftlingen das tödliche Gift injiziert werden kann.

    Der Chef des Obersten Volksgerichtshofs, Hu Yunteng, sagte, die Giftspritze gelte im Vergleich zur Hinrichtung durch Erhängen oder Erschießen als sicherer, die Todeskandidaten müssten bei dieser Methode weniger "Angst und Leiden" ertragen.

    China ist das Land mit der höchsten Anzahl an Hinrichtungen. Laut Amnesty International wurden im vergangenen Jahr in der Volksrepublik mehr als 1700 Menschen hingerichtet, weltweit waren es rund 2400. Die chinesischen Behörden veröffentlichen keine Zahlen zu den Hinrichtungen. Seit 2007 werden Todesurteile, die von niederen Justizbehörden verhängt wurden, in der Regel vom Obersten Volksgerichtshof überprüft. Seither soll die Zahl der Hinrichtungen abgenommen haben.

  • Leif

    ^ Zitate immer gerne, aber wenn, dann bitte mit Informationen zur Quelle bzw. AutorIn und ggf. auch einen Link.

    Habe die Tage im ksta gelesen, dass eine Todesstrafe die Vereinigten Staaten von Amerika bis zu 45 Millionen Dollar kosten kann. Das hat vor allem mit den Sicherheitsauflagen für die Häftlinge zu tun, welche derart teuer sind, dass sie solche Summen zur Folge haben.

    Im moment läuft auf 'arte' eine mit mehreren Auszeichnungen gekührte Doku-Reihe mit dem dt. Namen "Das Gesetz von Las Vegas". Darin geht es um Justizfälle in der Stadt der vielen Kasinos – habe schockiert zugesehen als da eine Staatsanwältin ihr Plädoyer für eine Todesstrafe gehalten hat und die Kamera auf den Angeklagten schwenkte. Da geht es um ein Menschenleben! Ich finde es unglaublich, dass es in den USA noch immer die Todesstrafe gibt.

  • Anonymous

    was haben die wirtschaftlichen beziehungen mit der durchfuerung der todesstrafe zu tuen. das sind völlig verschiedene dinge die von einander getrennt werden muessen. soll deutschland jetzt saemtliche wirtschaftliche faeden zu den usa aufgeben weil wir die todestrafe verurteilen? ihr habt utopische vorstellungen…. wenn man so handeln würde haetten wir hier in deutschland schon sehr bald ganz andere probleme.

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