Olympia in London und die Einschränkung der Freiheit

Diesen Sommer finden in London die olympischen Spiele statt und die ganze Welt scheint sich auf diese zu freuen, wenn man von den Menschen  in England abzieht, die sich diese nicht leisten können oder durch den Sicherheitswahn der olympischen Spiele weiter eingeschränkt werden.

„Die Regierung ist mit der Abschaffung des öffentlichen Sektors und des Wohlfahrtsstaates zugunsten der Geldbeutel der Reichen gelangweilt. Deshalb wird sie eine neue Lotterie einführen, an der sich nur solche mit mehr als 40.000 Pfund Jahresgehalt beteiligen dürfen. Die GewinnerInnen dürfen sich einen Monat vor Beginn der olympischen Spiele an der Erschießung der Armen der Stadt beteiligen. Man will damit alle unwillkommenen Gestalten loswerden, die die Sicht auf die Spiele stören könnten.“

So lautet eine Satire im Fußballmagazin „A Fine Lung“. Der Text ist, wie es sich für eine Satire gehört, vollkommen überzogen, doch er hat auch einen wahren Kern. Denn Olympia steht im Zeichen der Spardiktate und der Sicherheitsbeschränkungen . 13.500 SoldatInnen und bis zu 49.000 Sicherheitsleute werden in London im Einsatz sein und die Sicherheit der Spiele garantieren, aber auch die BürgerInnen Londons einem Teil ihrer Freiheit berauben. Boden-Luft Raketen werden in Südlondon stationiert. Private Sicherheitsleute erhalten per Gesetz Polizeibefugnisse. Für viele GewerkschafterInnen und AktivistInnen dürfte das größte Problem das eingeschränkte Demonstrationsrecht sein. Der größte Witz aus der Sicht der LondonerInnen dürfte aber sein, dass es Straßen gibt auf denen nur registrierte SponsorInnen, PolitikerInnen und BürokratInnen fahren dürfen.

Arbeiterrechte?

Die olympischen Spiele schränken aber nicht nur die Freiheiten der Menschen ein, sie schaden auch den ArbeiternehmerInnenrechten.  Auf der Olympia Baustelle verhindern die Bauunternehmen die Einstellung bekannter GewerkschafterInnen mit einer schwarzen Liste. Beschäftigte im Einzelhandel sollen sonntags länger arbeiten. Olympia kostet mindestens elf Milliarden Pfund (mehr als 13 Milliarden Euro). Gleichzeitig weigern sich Bus- und U-Bahnunternehmen, die für die Beschäftigten anfallenden Überstunden zu zahlen.

Die Transportarbeitergewerkschaften RMT und UNITE planen Streiks während der Spiele. UNITE Generalsekretär McLuskey rief dazu auf, die Spiele zum Widerstand gegen Sozialabbau zu nutzen. Die Regierung nannte ihn dafür „unpatriotisch“. Dem schloss sich auch Ed Miliband, der angeblich linke Chef der sozialdemokratischen Labour Partei an. Die Gewerkschaften zeigen sich von diesen Parolen aber unbeeindruckt, so haben die Reinigungskräfte in der Londoner U-Bahn sich bereits einen 25%igen Olympiabonus erstreiken können.

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