Kampf für eine Umverteilung von oben nach unten – Verdistreik

Wir sind es wert- Verdi Wiesbaden: http://wiesbaden.verdi.de

1,77 Prozent pro Jahr über zwei Jahre bieten die Arbeitgeber den Angestellten im öffentlichen Dienst an, ein Angebot, das jeder Arbeitnehmer nur ausschlagen kann. Es müsse „konsolidiert“ werden, für Lohnerhöhungen sei kein Geld da, so behaupten es Staat und Kommunen. Die Tarifverhandlungen sollen in einer Woche beginnen, doch die Arbeitgeber zeigen sich weiterhin nicht interessiert an einer sozialen Lösung des Problems.

Verdi verlangt 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro. 7,9 Prozent Lohnzuwachs für die Beschäftigten im Versorgungsbereich und 100 Euro mehr für Auszubildende. Die Arbeitgeber – Bund und Kommunen – haben ein Stufenmodell angeboten, das nach ihrer Rechnung im zweiten Jahr auf ein Lohnplus von 3,3 Prozent hinauslaufen würde.

Arbeitskampf das einzige Mittel

Verdi-Vorsitzende, Bsirske, nannte Steuererhöhungen für die Wohlhabenden in dieser Gesellschaft als Lösung für finanzielle Probleme. Deutschland dürfe nicht länger eine Steueroase für Erben, Vermögende und Manager sein. Jetzt sei eine „Umverteilung mal in die andere Richtung als in den letzten 20 Jahren“ nötig. Er macht sich damit eine Forderung zu eigen, die schon seit langer Zeit von den Mitgliedern seiner Gewerkschaft vertreten wird.

Bsirske und die Verdi-Führungsebene scheinen erkannt zu haben, dass es im Kampf für bessere Löhne nur ein Mittel gibt, den Streik. In den vergangenen Jahren fast ausschließlich verhandelt wurde, statt das wichtigste und stärkste Mittel der Arbeitnehmer einzusetzen. Verdi und die kleineren Gewerkschaften scheinen erkannt zu haben, dass diese Taktik  nicht funktioniert und wollen sich nun stärker dem Arbeitskampf widmen. So sind in Niedersachsen und Bremen mehr als 20000 Beschäftigte ihrem Aufruf gefolgt, teilte die Gewerkschaft in Berlin mit. Am gestrigen Dienstag wurde in Bayern, Hessen und Baden-Würtemberg gestreikt. Besonders in Frankfurt und München konnten die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften zeige wie groß ihre Macht noch ist.

Heute wird im größten Bundesland, NRW, gestreikt. Betroffen sind laut ver.di wie bereits am Montag Verwaltungen, Nahverkehr, Stadtreinigung, Müllabfuhr, Kitas, kommunale Krankenhäuser, Theater, Jobcenter und Sparkassen, aber auch Einrichtungen der Bundeswehr sowie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Die Verhandlungen werden am 28. und 29. März in Potsdam fortgesetzt.

Wenn es bei diesen Verhandlungen nicht zu erfolgen kommen sollte, werde es einen unbefristeten Streik geben, so kündigten die Vertreter der Gewerkschafte an. Die Arbeitgeber können sich dieses Jahr nicht auf Minimalverhandlungen und Kuschelkurs einstellen, Verdi dürfte dagegen zeigen, dass die Gewerkschaften noch kämpfen können.

  • Klaus0815

    >Verdi dürfte dagegen zeigen, daß die Gewerkschaften noch
    kämpfen können.<
    Ja das wurde aber auch Zeit, weshalb bezahlen denn Mitglieder
    hohe Beiträge an ihre Gewerkschaften, doch wohl damit diese
    faire Löhne und Arbeitsbedingungen für sie erkämpfen.
    Dies haben die Gewerkschaften, die letzten Jahre stark vermissen
    lassen und man hatte den Eindruck, daß die Funktionäre lieber
    ein gutes Verhältnis zu den Arbeitgebern im Sinn hatten, als für
    die Leute von denen sie bezahlt werden.
    Ein Einlenken der Gewerkschaft, ohne zumindest die 200 Euro
    für die unteren Tarife zu erreichen, wäre ein Einknicken und ein
    Affront gegen die eigenen Klientel.

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