Gambier stirbt in Polizeigewahrsam!
Oury Jalloh ist vielen Menschen in Deutschland ein Begriff und auch heute noch synonym für die teilweise unverantwortliche Art, wie auf manchen Polizeistellen mit Gefangenen umgegangen wird. Nun ist vor wenigen Tagen wieder ein Mann in Polizeigewahrsam gestorben, obwohl sein Tod leicht hätte verhindert werden können, wie Zeugen und Familie bestätigen.
Am vergangenen Samstag brach der 45jährige Gambier Ousman Sey unmittelbar nach seiner Festnahme in Dortmund tot zusammen. Sey soll von den Beamten mitgenommen worden sein, weil er angeblich in seiner Wohnung randaliert haben soll. Vor seiner Festnahme rief der Familienvater zweimal beim Krankenhaus an, um sich selber einzuliefern. Die Rettungsassistenten, die Herzrasen feststellten, weigerten sich jedoch, den 45jährigen in ein Krankenhaus zu bringen. Da sich sein Zustand weiter verschlechterte, rief er erneut die Polizei und zerschlug in Panik eine Scheibe in seiner Wohnung, wodurch der Ärger erst wirklich seinen Lauf nahm.
Polizei und Rettungsdienst
Als der Rettungsdienst erneut eintraf, war er nicht allein, die Polizei begleitete die Sanitäter, da sie von Nachbarn wegen Ruhestörungen gerufen worden war. Ähnlich dem ersten Besuch erkannte der Rettungsdienst wieder keine Notwendigkeit, im Gegensatz zu seiner Nachbarin, einer ausgebildeten Krankenschwester, Sey in ein Krankenhaus einzuliefern und medizinisch zu behandeln. Das Hilfe verweigerte wurde, ist mehr als unverständlich, denn nach Angaben seines Bruder krampfte Sey zu dem Zeitpunkt schon stark.
Offenbar geriet der Mann wegen der Anwesenheit der Polizei und aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes derart in Panik, daß er sich gegen seine Festnahme wehrte.Die Polizei nahm Ousman Sey, nachdem sie ihn bezgewungen hatten, in Handschellen mit. Man werde ihn vom Polizeiarzt untersuchen lassen, sagten sie. Auf der Wache ist der Mann dann sofort zusammengebrochen.
Fraglich ist, ob der Tod eine Folge seiner Alkoholkrankheit oder des Entzugs war – sein Bruder und sein Freund sagen, Ousman Sey sei inzwischen trocken gewesen – oder ob es Herzversagen war.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Dortmunder Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen, wieso der Mann nicht früher behandelt wurde. Die Angehörigen Seys vermuten, daß ihm die Hilfe wegen seiner Hautfarbe verweigert wurde. Sie kündigten an, Kontakt zu Menschenrechtsorganisationen aufzunehmen, mit der Bitte den Fall aufzuklären. Zudem wollen sie unter anderem wegen »unterlassener Hilfeleistung« juristisch gegen Polizei und Rettungsdienst vorgehen.
Die Initiative Christy Schwundeck, ruft zu einer Solidaritätskundgebung auf und stellt sich einige Fragen, die wohl auch die Polizei und Sanitäter noch beantworten werden müssen:
-
abenaa


