200.000 demonstrieren für bessere Bildung!
Weltweit versuchen sich SchülerInnen und Studierende ihr Recht auf bessere und kostenlose Bildung zu erkämpfen. So kam es am vergangenen Donnerstag in Chile zu einem lnadesweiten Bildungsstreik in Chile. Allein in der chilenischen Hauptstadt, Santiago de Chile, gingen mehr als 100.000 Schüler, Studierende und Unterstützer auf die Straße.Auch in anderen Städten nahmen 10.000. an den Demonstrationen teil.
Aufgerufen hatte unter anderem der Studierendenverband Confech. Im Regierungspalast Moneda übergaben Demonstranten Briefe mit den fünf Hauptforderungen für Präsident Sebastián Piñera und alle Abgeordneten. Die Polizei und Truppen der Carabineros, der militarisierten Polizei Chiles, setzten Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein und zeigten sich äußerst Gewaltbereot.
Ausschreitungen und Gewalt
Nach den Gewaltanwendungen durch die Polizei kam es zu Ausschreitungen mit Sachschäden an Bushaltestellen, Verkehrsschildern, Ladenlokalen und anderen Einrichtungen. Die Polizei spricht von mehreren Verletzten in ihren Reihen, Angaben über die Zahl gibt es allerdings weder von der Polizei noch von Behöden, auch die Zahl der verletzten Demonstranten ist bis jetzt noch bekannt.
Santiagos Bürgermeister Pablo Zalaquett sowie der Innenstaatssekretär Rodrigo Ubilla sagten, dass die Demonstrationen die schwierigsten und gewaltätigsten der letzten Jahre gewesen sein und schoben die Schuld einzig und allein den DemonstrantInnen zu. Zalaquett forderte, Demonstrationen unter der Woche zu verbieten und nur noch am Wochenende zuzulassen, ein massiver Eingriff in die Demonstrationsfreiheit. Ubilla behauptetet, dass die Organisatoren die Gewalt gefordert und die Gewalttäter angestiftet hätten. Er deutete an, ein Demonstrationsverbot während der Woche durchsetzen zu wollen. Zudem erneuerte er die Forderung, das Parlament solle das Gesetz beschließen, das die rechte Regierung zur Einschränkung des Demonstrationsrechts vorgelegt hat. Die chilenische Regierung zeigt sich in letzter Zeit äußert reaktionär, wenn es um die Verhinderung von Freiheiten geht, die ihren Zielen widersprechen.
Der Sprecher des Studierendenverbands FECH, Gabriel Boric, äußerte sich empört über die Äußerungen Ubillas, die von einer “enormen Verantwortungslosigkeit” zeugten. Boric erklärte, er sei nicht einverstanden mit den Ausschreitungen stellte aber gleichzeitig klar: “Die Gewalt beginnt nicht bei den Demonstrationen, sie beginnt nicht auf der Straße, sie beginnt bei den grundlegenden Ungleichheiten, die in diesem Land existieren und der Fahrlässigkeit der Regierung keinerlei politischen Willen zu zeigen diese Ungleichheiten im Bildungsbereich zu überwinden.”


