Waffen-SS verteidigte die Freiheit?

In Estland vergessen sie die Massaker der Waffen SS - erinnern sich aber an ihre Kämpfe gegen Kommunisten
Die Kämpfer der Waffen SS waren im Zweiten Weltkrieg sehr gefürchtet, da sie unter ihren Gegnern schreckliche Massaker verübten und als die grausamsten unter den nationalsozialistischen Truppen galten. Die Anhänger der Waffen SS rekrutierten sich aus den verschiedensten Ländern und waren stehts überzeugte Nationalsozialisten.
In Estland sollen nun ausgerechnet diese grausamen Kämpfern zu Helden gemacht werden, da sie gegen sowjetische Truppen kämpften. Vergessen scheinen in Estland die zahllosen Verbrechen, die die Anhänger der Waffen SS an Juden und anderen “Gegnern” verübten.
Die Regierung Estlands, ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union, in Tallinn will Freiwillige, die einen Eid auf Adolf Hitler leisteten, gesetzlich in den Rang von “Freiheitskämpfern” erheben. Im März soll ein entsprechender Entwurf dem estischen Parlament vorgelegt werden, da alle Regierungsparten zustimmen wollen, gilt eine Mehrheit der Stimmen als sicher.
Mörder als Freiheitskämpfer
In Estland gehört es für rechte Politiker zum guten Ton sich auf Gedenkfeiern für gefallenen Neonazis zu zeigen, so ist es nicht verwunderlich, dass er jetzige Ministerpräsident Andrus Ansip ebenso wenig vor Reden bei Gedenkfeiern zurückschaut, wie seine Vorgäng im Amt. Die Würdigung, die die Waffen-SS durch dieses Gesetz erhalten wird, sieht der Ministerpräsident nur aus dem Augenwinkel eines Antikommunisten, der alle zu Helden degradiert, die sich in der Vergangenheit gegen die stalinistische Diktatur stellten oder vorher gegen die Rote Armee kämpften. Im letzten Winter schrieb Ansip der Veteranenorganisation einen Brief, in dem er sich “dankbar” zeigt, “was ihr für das estnische Volk geleistet habt”.
Eingebracht wurde dieser Gesetzentwurf von der neofaschistischen Partei “Pro-Patria- und Res-Publica-Union”, die an der aktuellen estischen Regierung beteiligt ist und auch den Verteidigungsminister stellt.
Die Vorgänge in Estland sind ein Symbol für eine bedrohende Entwicklung, denn sie zeigen, dass der Kampf gegen angebliche Linke inzwischen wichtiger ist als der Kampf gegen Nationalisten und Neofaschisten.
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