Die Ehrung eines Antidemokraten ?
In zwei Wochen können wir in der Presse vielleicht folgende Meldung lesen:
Eine Stadt ehrt einen Antidemokraten und Wegbereiter Hitlers.
Das könnte auch eine Schlagzeile aus dem 3. Reich sein, ist es aber nicht! Statt dessen haben die Einwohner Münsters bald die Möglichkeit darüber zu entscheiden, ob der frühere Hindenburgplatz (heute Schlossplatz), seinen alten Namen wieder bekommt.
Der Rat der Stadt Münster hatte den Platz im laufenden Jahr in Schlossplatz umtaufen lassen, ganz so wie es auch in anderen Städten geschieht (z.B. Solingen)
Spätestens, seit unter Historikern feststeht, dass Hindenburg einer der Hauptwegbereiter Hitlers war, liefern sich deutsche Städte eine Umtaufrally.
Nicht nur, dass Hindenburg dem völkischen Gedanken Hitlers anhing, sondern auch die Tatsache, dass er selber stehts darum bemüht war, die Weimarer Demokratie abzuschaffen, diskreditiert ihn für jedwede positive Nennung im deutschen Straßenbild!
Noch beschämender ist da der Auszug aus der Bürgerinitiative, die sich für den “Hindenburgplatz” einsetzt. So steht auf ihrer Website geschrieben:
“Die Benennung von Straßen und Plätzen nach Personen und Ereignissen der Gegenwart oder aus der Geschichte ist eine bis heute geübte Praxis. Hierdurch soll eine gewisse Wertschätzung gegenüber diesen Personen und Ereignissen zum Ausdruck gebracht und dauerhaft an diese erinnert werden.”
Welche Gründe könnte es hier für eine Wertschätzung geben?
Etwa…
… die positiven Eigenschaften eines Antidemoraten?
… dafür einer der Initiatoren der Dolchstoßlegende gewesen zu sein?
… vielleicht nur deshalb, weil Hindenburg ein tolles politisches Testament hatte:
Aus dem politischen Testament Hindenburgs:
“Mein Kanzler Adolf Hitler und seine Bewegung haben zu dem großen Ziele, das deutsche Volk über alle Standes- und Klassenunterschiede zur inneren Einheit zusammenzufassen, einen entscheidenden Schritt von historischer Tragweite getan. Ich weiß, daß vieles noch zu tun bleibt, und ich wünsche von Herzen, daß hinter dem Akt der nationalen Erhebung und des völkischen Zusammenschlusses der Akt der Versöhnung stehe, der das ganze deutsche Vaterland umfaßt.
Ich scheide von meinem deutschen Volk in der festen Hoffnung, daß das, was ich im Jahre 1919 ersehnte und was in langsamer Reife zu dem 30. Januar 1933 führte, zu voller Erfüllung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes reifen wird.”
Da bleibt nur zu Sagen: Wenn so viel Geschichtsbewusstsein fehlt, dann Schäm’ dich Münster!



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