Nicht der Soldat ist schuld am Krieg – Sondern seine Auftraggeber!
Wann kommt der Tag an dem der amerikanische Soldat in Afghanistan erkennt, dass sein Einsatz nicht der eigenen Sicherheit dient, sondern nur den Interessen der amerikanischen Rüstungsindustrie und einigen Hundertausend, die daran verdienen? Kein einziger amerikanischer Soldat hat einen Vorteil von seiner Mission in Afhanistan und trotzdem dienen sie dort.
Die amerikanische Medien haben versucht die Mission und den Krieg mit einem Feindbild zu unterstützen und die amerikanischen Soldaten als Helden darzustellen, die in diesem Krieg für die Sicherheit Amerikas kämpfen. Sie erklärten aber nie, dass dieser Krieg nicht der Sicherheit der Afghanen gilt noch der der Amerikaner und auch nicht die Toten des World Trade Centers lebendiger macht.
Soldaten sind nicht das Feindbild
Viele Kriegsgegner in der ganzen Welt sahen und sehen in den amerikanischen Soldaten ein Feindbild. Denn sie standen und stehen für Gewalt und für Unrecht. Sie standen für einen Krieg, dem tausende Menschen zum Opfern fiehlen und sie stehen für viele auch immernoch für diesen Krieg. Dürfen wir sie schuldig sprechen für diesen Krieg?
Sie kämpfen für die Sicherheit Amerikas, so wird ihnen in vielen Stunden eingeflüstert, sie kämpfen für die Sicherheit ihrer Familien zuhause und sie bringen den Afghanen Demokratie, so sollen sie zumindest glauben. Doch unter den amerikanischen Soldaten, die in die Heimat zurückkehren, sind viele, die diesen Krieg verachten und alles für was er steht. Denn sie erkennen, dass sie ihr Leben riskieren müssen um die Interessen einer Minderheit zu verteidigen, die an diesem Krieg verdient.
Der amerikanische Soldat, der im Irak oder in Afghanistan an der Ermordung Unschuldiger beteiligt war, hat ein Verbrechen begangen und für solche Verbrechen, sollten die Soldaten auch von Gerichten verurteilt werden. Wenn diese Gerichte aber urteilen, dann sollten sie nie vergessen, welche Motivation hinter diesen Mord gesteckt haben könnte.
Natürlich gibt es Soldaten, die ihren Beruf ausüben, weil es ihnen Spaß macht Herr über Leben und Tod zu sein und es mag auch Soldaten geben, die Spaß am foltern haben. Die meisten Soldaten üben ihren Beruf aus, da sie sich dadurch sozialen Aufstieg versprechen und ihre Familien ernähren wollen. In den unteren Rängen der amerikanischen Armee finden sich viele Soldaten aus der Arbeiterklasse, die keine Perspektive mehr auf dem Arbeitsmarkt gesehen haben und denen die amerikanische Armee Geld und soziale Absicherung versprochen hat.
Neben dem Versprechen auf einen “sicheren” Arbeitsplat,z dürfte die gesellschaftliche Stellung, die die Armee in der amerikanischen Gesellschaft innehat, viele motiviert haben Soldat zu werden.
Frustration und Angst
Eine Entscheidung, die viele später bereuen. Verschiedene amerikanische Organisationen berichten von Depressionen unter denen die heimkehrenden Soldaten leiden. Immer mehr amerikanische Soldaten sollen unter Angstzuständen leiden, weil sie ständig das Gefühl haben verfolgt zu werden. Viele amerikanische Soldaten quälen Schuldgefühle, da sie in Afghanistan erkannt haben, dass sie den Menschen nicht helfen und, dass sie keine Helden sind, wenn sie in die Wohnungen eindringen und alte Männer und kleine Kinder auf die Straße treiben.
“Man sagte uns wir kämpfen gegen Terroristen. Der wahre Terrorist war ich und der wahre Terror war diese Besatzung” so sprach ein amerikanischer Soldat, der aus dem Irak zurückkehrte und deutlich sah, dass er an dem Unglück der Menschen im Irak beteiligt war.
Diese Einsicht scheinen viele amerikanische Soldaten zu teilen, wie auch der amerikanische Desserteur Andre Sheperd. Auf einer friedenspolitischen Webseite erhielt er die Chance über die Situation zu berichten:
„Wenn die Bundesrepublik mir Asyl gewährt, heißt dies, dass sie den Krieg der Amerikaner als das beschreibt, was er ist: völkerrechtwidrig!“ Viele Soldaten würden im Irak denken wie er: „Warum sind wir hier? Wir vergeuden unsere Zeit. Wir sind ein Haufen Mörder!“ Aber die meisten Kameraden müssten aus Rücksicht auf ihre Familien, die sie mit ihrem Militär-Job unterstützten, bleiben. Dennoch – seit 2001 – wären 25.000 amerikanische Soldaten desertiert. Was dies für die einzelnen Soldaten bedeutet: „Sie kämen – so Shepherd – ins Gefängnis, auch die Todesstrafe würde weiter angedroht. Die Deserteure würden unehrenhaft entlassen. André Shepherd: „Das Leben ist kaputt: kein Pass, kein Job, keine Kredite, keine demokratischen Rechte mehr.“ Und zum Schluss: „Es zerreißt mir das Herz, wenn ich an die vielen Menschen im Irak und auch in Afghanistan denke und an die Grausamkeiten, die sie erleiden mussten. Sie haben unser Mitleid verdient anstatt Bomben.“
Andre Sheperd steht wie kaum ein anderer amerikanischer Soldat für die Einsicht, dass weder die Soldaten vom Krieg profitieren, noch die Menschen in den USA oder in Afghanistan. Wie auch viele amerikanische Soldaten erkannt haben, dass sie in diesem Krieg nicht auf der Seite der Menschenrechte stehen, so muss auch die Friedensbewegung erkennen, dass nicht der Soldat der Gegner des Friedens ist, sondern diejenigen, die ihm den Auftrag zum kämpfen geben!
Zum Abschluss ein sehr berührendes Video eines ehemaligen Soldaten:



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