Israels Armeechef bezweifelt die iranische Atombombe und Minister lehnen den Krieg ab!
Bisher wúrde sowohl von der israelischen Regierung, als auch von den europäischen und amerikanischen Medien, behauptet, dass die ganze israelische Regierung und der Militärapparat sich einig seien, was die Politik gegenüber dem Iran angeht. Diese Behauptung wird aber immer unglaubwürdiger, denn nicht nur die innerisraelische Opposition lehnt den Krieg ab, wie auch die wieder aktivierte Friedensbewegung im Land, auch einige Minister und Militärs haben große Zweifel.
Besondere Aufmerksamkeit dürften die Worte des Generalstabschef der israelischen Armee, Benny Gantz, erzielen, denn dieser hält den Bau einer iranischen Atombombe für unwahrscheinlich. In einem Interview mit der linksliberalen Tageszeitung “Haaretz” sagte er: “Iran nähert sich schrittweise dem Punkt, wo es eine Entscheidung treffen kann, ob es eine Atombombe bauen will.”
Die Vernunft der iranischen Führung
Bislang habe der Revolutionsführer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, aber noch nicht entschieden, ob er diesen zusätzlichen Schritt gehen werde, wie der Militär sagte. Gantz bezweifle, dass Chamenei diesen Weg beschreiten werde. “Ich denke, dass die iranische Führung aus sehr rational denkenden Menschen besteht”, so der Generalleutnant. “Ich glaube nicht, dass Iran sich für die Entwicklung von Nuklearwaffen entscheiden wird.”
Er äußerte sich zuversichtlich, dass die diplomatischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen Teheran Früchte tragen, äußerte sich aber nicht zu den negativen Aspekten von Sanktionen. Da die Gefahr einer iranischen Atombombe weiter bestehe, bereite sich Israel auch auf “militärische Optionen” gegen Iran als “letzte Möglichkeit” vor. “Das ist mein Job als Mann des Militärs”, sagte Gantz.
Sämtliche Entscheidungen müssten allerdings mit Bedacht getroffen werden, “aus historischer Verantwortung heraus, aber ohne Hysterie”. Eine Wortwahl, die deutlich weiser klingt, als die lauten Aufschreie, die man von Liebermann und den Abgeordneten der Schas hört. Seine Wortwahl unterscheidet sich aber auch von der kriegsfördernden Rhetorik des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu.
Kritik aus den eigenen Reihen
Der frühere Mossad-Chef Meir Dagan hat sich bereits mehrfach gegen einen Angriff auf Iran ausgesprochen, auch weil er die Folgen für Israel und die regionale Eskalation für nicht abschätzbar hält. Aber auch der neue Kadima-Chef Shaul Mofaz, Vorsitzender der größten Oppositionspartei, wirft dem Premier vor, die „iranische Bedrohung zu übertreiben“.
Und vor wenigen Tagen stellte sogar ein Stellvertreter Netanjahus, Atomminister Dan Meridor, in einem Interview mit „Al Jazeera“ fest, Iran habe niemals geschworen, Israel „auszulöschen“. Das Statement Meridors fiel auf die Feststellung des Interviewers Teymoor Nabili, dass Ahmadinejad niemals diesen Satz gesagt hätte:
Nabili: “(…) Wie wir wissen, hat Ahmadinejad weder gesagt, dass er plane Israel auszulöschen. (…)”
Meridor: “Sie (die Iraner) führen immer wieder das ideologische und religiöse Argument an, Israel wäre eine unnatürliche Schöpfung, welche nicht überleben werde. Sie haben niemals gesagt „wir werden es auslöschen“, da haben Sie Recht.”
Er stellte weiterhin fest, dass die israelische Regierung keinen Krieg mit dem Iran wolle, aber mit Sicherheit verhindern werde, dass der Iran Atomwaffen erhalte.
Auch von anderen Abgeordneten der Regierungskoalition kam Kritik an der Kriegsrhetorik der aktuellen Regierung in Israel!



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