GelöbNix – Krieg beginnt hier – Proteste gegen die Bundeswehr
Morgen soll wieder ein öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr im Bendler-Block stattfinden. Gegen das öffentliche Gelöbnis, aber auch gegen den zunehmenden Militarismus in der deutschen Gesellschaft formiert sich immer mehr Widerstand. Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lehnt den Krieg in Afghanistan ab, mit den öffentlichen Gelöbnissen soll die Akzeptanz und das Ansehen des Militärs in der Bevölkerung gesteigert werden.
Die Tradition öffentlicher Gelöbnisse in Deutschland stammt aus der Zeit der Weimarer Republik und wurde Anfang der 80er Jahre wieder aufgenommen. Die Bundeswehr führt seit 1999 alljährlich ein öffentliches Gelöbnis in Berlin durch, gegen das es immer wieder massive Proteste gab.
Bündnis gegen Krieg und Militarisierung
Organisiert wird die Demonstration von dem “Bündnis gegen Krieg und Militarisierung”, in dem sich Gruppen der Friedensbewegung, antimilitaristische Initiativen und linke politische Organisationen zusammengefunden haben. Unter dem Motto “Gelöbnix 2012 – Krieg beginnt hier, der Widerstand auch” soll zu der Demonstration am 20. Juli um 17 Uhr mobilisiert werden, Treffpunkt ist der U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße in Berlin. Die Demonstration wird wohl an verschiedenen wichtigen Institutionen der Bundesrepublik vorbeiführen, dazu gehören unter anderem die Gebäude des Bundes der deutschen Industrie (BDI), das Außenministerium, das Rüstungsunternehmen EADS Deutschland GmbH und die Botschaft der USA. Enden soll die Demonstration vor dem Verteidigungsministerium im Bendler-Block gehen, wo das Gelöbnis von 19 bis 20 Uhr stattfinden soll.
Das Bündnis stellt in dem Aufruf nochmal dar, weswegen die Bundeswehr sich in Auslandseinsätzen befindet:
Nicht Demokratie und Menschenwürde sind Gründe für einen Kriegseinsatz. In Afghanistan wurden der angebliche Kampf gegen Terrorismus, für die Freiheit der Frauen und demokratische Strukturen als Gründe genannt. Tatsächlich stehen die geostrategische Lage des Landes, seine Rohstoffe und die möglichen Transitwege von Öl und Gas im Vordergrund des Interesses des Westens. Der über zehn Jahre andauernde Krieg hat das Land in Korruption und wirtschaftlichen Ruin getrieben, eine Situation unter der vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Forderungen nach dem sofortigen Ende der Besatzung durch die ISAF-Truppen werden von weiten Teilen der afghanischen Bevölkerung und der Anti-Kriegsbewegung seit Jahren artikuliert. Die in Afghanistan aktive linke Solidaritätspartei kämpft unter schwierigsten Bedingungen gegen die Nato-Besatzung, das Karsai-Regime und gegen fundamentalistische Kräfte. Jetzt droht ihr durch die afghanische Justiz das Verbot.
Die Forderung des Bündnisses ist die Verhinderung von Kriegen, weswegen der Aufruf mit der folgenden Forderung endet:
Gegen Militärspektakel und Kriegseinsätze! Kein Krieg gegen Syrien und Iran!


