Angriffe auf EIN BUSTAN – Im Gespräch mit Irena Wachendorff

Irena Wachendorff

Der Nahe Osten ist ein Krisenherd und das schon seit Jahrzehnten. Da die Verhandlungen der vergangenen Jahre keinen Frieden bringen konnten, gibt es immer mehr Versuche von Privatpersonen sich für den Frieden einzusetzen. Wenn man sich für Frieden und Toleranz einsetzt, sollte man bei den Kleinen beginnen, mag man meinen. Irena Wachendorff sieht es ähnlich und wird deswegen bedroht und angefeindet, wir sprachen mit ihr!

Die Freiheitsliebe: Liebe Irena Wachendorff es ist schon einige Zeit seit unserem letzten Interview vergangen. In der letzten Zeit gab es viele Tumulte um den von dir mitgegründeten “Freundeskreis für den arabisch-jüdischen Waldorffkindergarten Ein Bustan”. Wann haben diese Online-Diskusionen begonnen?

Irena Wachendorff: Grüß Dich, Freiheitsliebender, ja, in der Tat, es gab und gibt noch immer viel Tumult, doch das scheint mir mittlerweile ein recht normaler Zustand im Internet zu sein, und gerade FB entwickelt sich mehr und mehr zu einer Plattform, auf der so mancher versucht, sich zu profilieren, sich abzureagieren oder Stimmungen zu schüren.
Ein Pfarrer aus Berlin dachte sich gewiss nur Gutes, als er am Sonntag, den 30.Oktober 2011 auf seiner vielfrequentierten FB-Pinnwand ein „youtube“- Video von mir verlinkte. Das Video gibt meinen Vortrag über den 1. arabisch-jüdischen Waldorfkindergarten in Israel „EIN BUSTAN“ wieder. Diese Rede hielt ich am 9. Oktober 2011 in Bonn auf Einladung der „evangelischen Kirche Rheinland“ zum „Frauenmahl“.
Kaum war das Video verlinkt,  wurden derartige Absurditäten und Beleidigungen zu dem Kindergarten und über meine Person unter diesem Video geäußert, dass Pfarrer Bernd Schade sich dazu entschied, den gesamten Thread zu löschen.

Die Freiheitsliebe: Wieso hat sich diese Propaganda gegen dich so schnell verbreitet?

Irena Wachendorff: Binnen 2 Tagen hatte der aggressivste Threadteilnehmer sich einen zweiten FB-Account zugelegt und diesen „öffentlich“ gemacht. Dort stellte er eine Art „Steckbrief“ von mir auf, verlinkte Fotos, Artikel aus dem Internet sowie ein Plakat von mir von einem privaten Benefiz für EIN BUSTAN und erhob so schwerwiegende und beleidigende Vorwürfe gegen mich und die Mitbegründer des Fördervereins von „Ein Bustan Deutschland“, dass ich eine Anklageschrift per RA an die Staatsanwaltschaft Frankfurt einreichte.
Auf beiden Pinnwänden dieses rührigen Herren wurde darum gebeten, alle diese unhaltbaren Anwürfe zu teilen und wiederum auf die Pinnwände anderer FB-Freunde zu verlinken. Es brach ein regelrechter „Hype“ aus.

Die Freiheitsliebe: Die Debatte hat großen Zulauf im Internet erhalten. Wieso wurde sie besonders auf Blogs ausgetragen?

Irena Wachendorff: Zuerst konnte ich mir nicht erklären, warum ein arabisch-jüdischer Waldorfkindergarten in Israel und sein deutscher Förderverein mit meiner Person als 1. Vorsitzenden unter ein derartig abstruses, schier surrealistisches Sperrfeuer gerieten. Als ich aber sah, wer sich an diesem Theater beteiligt, erkannte ich einen gewissen Zusammenhang.
Letztes Jahr im Mai bekam ich eine Kopie von einem Thread von der Pinnwand eines Herrn D.R. zugemailt. Dort wurde mit anderen Threadteilnehmern überlegt, wie man Herrn MdB Ruprecht Polenz eine „Antisemitismusaffäre“  in den Medien anhängen könnte. In diesem Zusammenhang aller Beteiligten wurde auch mein Name „ins Spiel“ gebracht. Ich hatte mehrfach auf der Pinnwand von Herrn Polenz seine Kritik an dem politischen Kurs von B. Netanjahu verteidigt, weil ich diese als gerechtfertigt ansehe. Ich bin nicht d’accord mit dem dortigen Regierungskurs. Darin sehe ich aber keine „Israelfeindlichkeit“ geschweige denn „Antisemitismus“. Viele Israelis selber und Juden außerhalb Israels sehen das ebenfalls kritisch.
Auf der Pinnwand von Herrn D.R. jedoch wurde ich deshalb als „irre“ und „gemeingefährlich“ bezeichnet und es wurde bedauert, dass man kaum die Medien dazu gewinnen könnte schlecht über mich zu schreiben. Eine junge Bloggerin, die ein Praktikum bei der Bildzeitung absolviert hatte und ab und zu bei „Ach gut“ einen Beitrag einstellt, äußerte sich folgendermaßen:“ Dadurch punktet eben auch Wachendorff, weil sie eben dank Kindergarten, Pazifismus und Judentum genauso Pluspunkte absahnt…Am ehesten könnte das noch Springer interessieren… Aber den Anfang durch knackige Blogeinträge finde ich auch schon mal nicht schlecht“
Ich denke, das, was dann im Oktober gegen mich losgetreten wurde, ist letztlich nur die Umsetzung dieser Überlegungen, wie man mich diskreditieren könnte. Herr  Ruprecht Polenz steht seitdem ja ebenfalls unter unermüdlichen Beschuss des gleichen Personenkreises.

 

Die Freiheitsliebe: Denkst du das hinter den Angriffen auf dich eine bestimmte politische Motivation stecken könnte?

Irena Wachendorff:   Mit Sicherheit. Kein „normaler Mensch“ sei es in Deutschland oder Israel, bekämpft derartig hasserfüllt ein friedliches Kindergartenprojekt. Die Attacken wurden auch auf die israelische FB-Seite von „Ein Bustan“ ausgeweitet. Diese FB-Gruppenseite wurde mit boshaften Kommentaren zugespammt, überwiegend in Deutsch, welches dort niemand versteht. Das hat viel Beunruhigung in Israel bei „Ein Bustan“ ausgelöst. Selbst meine Künstlerseite auf FB, auf der sich nur meine Gedichte befinden, wurde im Kommentarbereich mit Drohungen versehen.
Trauriger Höhepunkt war der Angriff auf ein Benefizkonzert am 27. November. Acht Musiker vom WDR-Sinfonieorchester wollten Schuberts Oktett spielen zu Gunsten „Ein Bustan Deutschland“ unter der Schirmherrschaft von Rudolf Dressler, ehemaliger Botschafter Deutschlands in Israel. Das Konzert wurde über einen Konzertverein in Bonn organisiert. Eine Woche vor dem Konzert gingen bei dem Manager  des WDR Orchesters Mails unter Falschnamen und ein Anruf unter Falschnamen ein. Es wurde massiv vor dem Förderverein und meiner Person gewarnt. Urheberin war die Mutter jener jungen Bloggerin, die ich oben schon einmal erwähnt habe. Das Konzert fand dann unter Polizeischutz statt. Darüber  gab es dann einen ausführlichen Artikel am 11. Januar 2012 in der Frankfurter Rundschau und in der BZ.

Die Freiheitsliebe: Hast du eine Idee, ob die Attacken gegen dich aus einer bestimmten politischen Richtung kommen?

Irena Wachendorff: Als ich mir die ganzen Namen der Angreifer anschaute, entdeckte ich „alte Bekannte“ aus der Antideutschen Szene, Mitglieder der Partei „Die Freiheit“, erklärte Befürworter des „Hardlinerkurses“ von  B. Netanjahu und FB-Freunde der PI-Seite auf FB. Die Blogger, die Schmähartikel über mich, den Kindergarten, den Förderverein und Herrn Polenz online stellen, sind diesen Gruppierungen in meinen Augen politisch verbunden. Ein Blog verlinkt z.B. Geert Wilders‘ „Partei der Freiheit“, Vlaams Belang, Front National, Republikaner und die PRO-Bewegungen. Für mich ist damit die politische Gesinnung klar. Doch wie verzweifelt müssen diese Gruppierungen sein, dass sie sich so zu „profilieren“ versuchen und viel Zeit und Mühe verwenden, den deutschen Förderverein eines arabisch-jüdischen Waldorfkindergartens in Israel und meine Person mit allen Mitteln beschädigen zu wollen?

Die Freiheitsliebe: Die Vorwürfe gegen dich sind ziemlich hart, wenn auch an den Haaren herbeigezogen. Konnten dich die Vorwürfe von deinen Ideen abbringen, wirst du das Projekt vielleicht sogar aufgeben?

Irena Wachendorff: Ja, gewiss, es gab schon Momente, da hab ich mich gefragt „warum schmeißt du nicht alles hin?“  Ich hab mich auch gefragt, inwieweit meine Familie und ich gefährdet sind, doch das waren immer nur kurze Momente. Die sind vorbei. Seit 2007 setze ich mich für Ein Bustan in Israel ein und der Kindergarten wächst beständig. Mittlerweile gibt es sogar schon eine 1. Grundschulklasse. Ich habe mich immer für Verständigung und für Friedensprojekte eingesetzt. Das ist ein Teil meiner persönlichen Überzeugung von einem „sinnhaften“ Handeln.  Die Freundschaft zwischen Muslimen und Juden lebe ich und habe viele positive Erfahrungen gemacht; Freundschaften, die über ein friedliches Miteinander hinausführen zu einem gemeinsamen friedensbezogenen Handeln. Der Kindergarten Ein Bustan ist dafür ein wunderbares Beispiel! Die Attacken hatten so betrachtet auch einen überaus positiven Einfluss auf mich, da ich sehr viel Unterstützung und Solidarität erfahren habe und das Kindergartenprojekt dadurch viel öffentlichen Zuspruch erhalten hat. Am 2. Februar wird Herr Ruprecht Polenz  in Israel sein und auch dem Kindergarten einen Besuch abstatten. Das ist für alle „Ein Bustaner“ eine riesengroße Freude. Ich bin ihm sehr dankbar für seine Unterstützung!

Die Freiheitsliebe: Wir danken dir für dieses Gespräch und wünschen dir nur das Beste!

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  • Madach

    Hier mein Kommentar als Link.
    “http://utaliquidfiat.blogspot.com/”
     

    • Freiheitsliebender

      Wo geht dieser Kommentar bitte auf das Interview ein?

      • http://www.facebook.com/people/Adam-Daniel-Poznanski/100003129072397 Adam Daniel Poznanski

        der letze (4) Artikel geht eingehend auf Frau W. ein. Der vorletzte erläutert meine ehrliche Motivation. Der Zweite beschreibt sicher auch SIE und der erste soll ihnen zeigen, dass Sie nicht nur auf der Seite der ‘Bösen’ stehen, sondern auch verlieren werden. Rhetorische Antwort…

  • Ottonorma

    Ich bewundere den Mut und das Engagement von von Frau Wachendorff. Das Projekt EIN BUSTAN ist ein ganz fantastischer Schritt auf dem Weg zur Völkerverständigung.
    Hier posten allerdings Kommentatoren ihre angeblichen Kommentare als Links, die, wenn man sie liest nur dümmliche, hasserfüllte Hetze beinhalten. Schade, dass solches übles Pack schreiben lernen darf und dann Menschen mit echter Courage mit seinem peinlichen Geschwätz belästigt.

  • Redport

    Das Interview ist handwerklich schlecht, es ist im wesentlichen ein “Gefälligkeitsinterview”, in dem der Fragende in den Fragen bereits Wertungen vornimmt und Antworten vorweg nimmt – es hätte auch ein Selbstgespräch sein können. Auch werden die Ungereihmtheiten bei dem umstrittenen CDU-Politiker Polenz nicht angesprochen, die zwischenzeitlich selbst dem NTV-Nahostkorrespodenten Sahm aufgefallen und von ihm thematisiert wurden:

    >Ulrich Sahm und Jennifer Nathalie Pyka zu Polenz `Rechercheversuchen`:
    Anmerkungen zu den neuen Skurilitäten eines CDU-`Außenpolitikers`<

    http://www.haolam.de/index.php?site=artikeldetail&id=7719

  • http://www.facebook.com/people/Adam-Daniel-Poznanski/100003129072397 Adam Daniel Poznanski

    Frau Wachendorff, bitte versuchen sie mal logisch zu denken. Sie haben Sie in Lügen verstrickt aus denen Sie sich nicht mehr ohne Geständnis werden entwirren können. Allmählich werden Sie möglicherweise zur Belastung für Ihre Auftraggeber? Immerhin sind Sie nur eine von Vielen…..!

    • Freiheitsliebender

      Von welchen Auftraggebern sprechen sie?

    • Christiane Schuricht

      Herr Poznanski, uns allen wäre gedient, Sie würden endlich aus Ihrem (Alp-)Traum erwachen und Ihren offensichtlichen Irrtum einsehen. Welche Auftragggeber soll Frau Wachendorff Ihrer Meinung nach haben? Ihre Kampagne ist nicht nur vollkommen absurd, sie entbehrt JEDER Grundlage. Sie haben alle Antworten auf sämtliche Fragen. Warum widmen Sie sich nicht Ihren anderen Hobbies?

  • Pingback: Israel steht still – Die Macht der Einigkeit | Die Freiheitsliebe

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