Prügeln für Stalin und Mao

Für Stalin und Rosa- wie das? - Bildquelle:http://www.flickr.com/photos/yog/3150352/sizes/m/in/photostream/
Am vergangenen Sonntag fand, wie jeden zweiten Sonntag im Januar, eine Demo und eine Gedenkveranstaltung für die ermordeten Revolutionäre Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg statt. Beide Veranstaltungen dürften eigentlichen als Erfolg gesehen werden, denn mehr als 10.000 Menschen nahmen an der Demo teil und die Zahl der Menschen, die am Grabstein gedachten, war sogar noch höher. Getrübt wurde dieses positive Bild durch eine unrühmliche Aktion.
Während der Demonstrationen entrollten einige emanzipatorische Kommunisten ein Plakatt auf dem die Köpfe Stalins, Lenins und Maos durchgestrichen waren. Eine Aktion, die sicher sinnvoll war, da Stalin und Mao entsetzliche Verbrechen begangen und das Erbe des Kommunismus nachhaltig beschädigt haben.
Maoisten reagieren mit Gewalt
Auf einer Gedenkdemo für die ermordete Revolutionärin und Kritikerin der Komintern, Rosa Luxemburg, ist es eigentlich selbestverständlich, dass diejenigen kritisiert werden, welche Verbrechen im Namen des Kommunismus begangen haben. Einige Maoisten und Stalinisten scheinen Rosa Luxemburgs Kritik an der Komintern und ihre Verteidigung der Individuellen Freiheit allerdings nicht verstanden zu haben und gingen auf die Kritiker los. Einer von ihnen schreibt über die Ereignisse:
Im Verlauf der diesjährigen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration haben wir, eine kleine Gruppe emanzipatorischer Kommunist_innen, am Rand der Demo ein Transparent entrollt, dass sich gegen die positive Bezugnahme linker Zusammenhänge auf die Führerfiguren Stalin, Mao und Lenin wendete. Wenige Minuten später wurden wir von aufgebrachten Teilnehmer_innen aus marxistisch-leninistischen Blöcken mit Stöcken angegriffen, das Transparent in Stücke zerrissen. Menschen die sich spontan mit uns solidarisierten und versuchten uns von den Angreifer_innen abzuschirmen, wurden getreten und mit Fäusten geschlagen.
Ein solches Verhalten ist mit Sicherheit alles, aber nicht links und emanzipatorisch. Für jeden Menschen, der an dieser Demonstration teilnahm, sollte es selbstverständlich sein die Meinungsfreiheit zu verteidigen, wie es einst Rosa und Karl taten.
Auf andere Meinungen mit Gewalt zu kritisieren zerstört die Vielfalt, die diese Demonstration bietet. Linke Gruppen verschiedenster ideologischer Ausprägungen nehmen jedes Jahr teil, wenn einige Gruppen aber mit Gewalt vorgehen, dann kann es diesem Knzept nachhaltig schaden. Wenn wir als Autoren der Freiheitsliebe teilgenommen hätten, dann hätten wir sicher diejenigen verteidigt, die die Diktatoren Mao und Stalin kritisieren, nicht nur weil wir erkennen, dass diese Diktatoren Gewalt ausübten, sondern weil wir die Meinungsfreiheit verteidigen müssen, wenn wir uns schon solidarisch mit Rosa und Karl erklären!
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