Manning im Knast gefoltert- Menschenrechte nicht für Whistleblower?
Bradley Manning dürfte den meisten Menschen, die sich für Freiheit einsetzen, ein Begriff sein. Er gilt als der Soldat, der den Machern von Wikileaks wichtige Informationen zu den Verbrechen der amerikanischen Armee zuspielte. Für diese Aufdeckung von Verbrechen soll er nun verurteilt werden, während er aber auf seine Verhandlung wartet muss er Folter ertragen, wie die UN nun bekannt gab.
Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Juan Mendez, hat in einem aktuellen Bericht die Behandlung des mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning im US-Militärgefängnis offiziell verurteilt. Mendez wirft den USA vor, Manning, der monatelang in weitgehender Einzelhaft saß “grausam, unmenschlich und entwürdigend” behandelt zu haben.
Folter und Recht
Mendez beendete kürzlich eine 14 Monate andauernde Untersuchung von Mannings Behandlung seit seiner Festnahme im Mai 2010. Der Sonderbeauftragte schloß dabei sogar Folter nicht aus. Manning musste zeitweise nackt in seiner Zelle sitzen. Er sagte, dass die USA sich schuldig gemacht habe, indem sie dem Soldaten und angeblichen Whistleblower über 11 Monate hinweg weitgehende Isolation zumutete.
Manning wurde bisher weder verurteilt noch hat er, selbst wenn er ein Whistleblower war, etwas schlechtes getan, er hat sich ausschließlich für die Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen eingesetzt. Im Gefängnis wird Mannings Recht auf physische und psychische Unversehrtheit ebenso wie der Unschuldsvermutung massiv angegriffe, wie der Sonderbeauftragte dartstellte. Die Behandlung des ehemaligen Soldaten könnten auch als Folter gewertet werden.
Kein Besuch möglich
Mendez Bericht wurde von der UNO-Organisation gegen Folter unterstützt und von der britische Zeitung “The Guardian” am gestrigen Montag veröffentlichte. In dem Bericht kritisiert der Beobachter, dass ihm bislang trotz mehrfacher Anfragen kein vertrauliches Gespräch mit dem Verdächtigen ermöglicht wurde. Eine Praxis, die nicht für eine menschliche Behandlung des Gefangenen spricht. Die USA setzen bei der “Aufdeckung” von Informationen immer wieder auf Folter von Gefangenen, wie Guantanamo gezeigt hat. Eine Praxis, die der aktuelle Präsident ändern wollte.
Dem Bericht ist ein Briefwechsel Mendez’ mit den US-Behörden beigefügt. Diesem ist auch zu entnehmen, dass Mendez die USA beschuldigt, durch die Manning zugemuteten grausamen Haftbedingungen eine Kooperation mit den Autoritäten erzwingen zu wollen. Dies könnte sich insbesondere dann als relevant für Mannings bevorstehenden Prozess erweisen, wenn weiterhin versucht wird, Manning zu einer Aussage gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange zu bewegen. Die US-Behörden versuchen seit längerer Zeit, Assange nachzuweisen, mit Manning beim Kopieren der Geheimdokumente aus dem Geheim-Netzwerk SIPRNET kooperiert und sich so womöglich der Verschwörung schuldig gemacht zu haben.


