Wenn Homophobie zum Blutrausch konvertiert – die Metamorphose des Grauens

Am Morgen trinkt er noch seinen morgendlichen Kaffee und beißt in sein Brötchen, ehe er sich entschließt die berühmte Straße mit dem Namen”Avenida Paulista” zu besuchen, auf der sich damals noch die Kaffeebarone ihre Paläste bauten. Der verwirrte Mann zerbricht die Neonröhre, die er unter seinem T-Shirt versteckt, in der Mitte durch und hält nun keine Neonröhre mehr, sondern eine Waffe in seinen Händen. Er läuft die “Avenida Paulista” entlang und wird das nächste homosexuelle Paar, welches er sieht, mit seiner selbstgebauten Waffe attackieren und massaktrieren.
Am frühen Nachmittag laufe ich an der Stelle der “Avendia Paulista” vorbei, an der am Morgen noch die Homosexuellen angegriffen wurden und ich muss erfahren, dass diese homophobe Attacke leider kein Einzelfall war.
Besonders besorgniserregend ist die Anzahl der ermordeten Schwulen 2008 gegenüber 2007. Laut der Homosexuellenorganisation “Grupo Gay de Bahia” sind im Jahr 2008 190 Homosexuelle ermordet worden – gegenüber 122 im Jahre 2007. Das entspricht einer Steigerung von 55 Prozent. 2009 wurden 198 Morde an Homosexuelle dokumentiert. 2010 wurden sogar über 235 Homosexuelle ermordet.
Diese Statistik zeigt, dass Brasilien mit Abstand das schwulenfeindlichste Land der Welt ist. Das Land mit den Zweitmeisten Morden an Homosexuelle ist Mexiko mit 35 Morden pro Jahr - 200 weniger als in Brasilien.
Lula, ex-Präsident Brasiliens, bezeichnete die Homophobie als “die perverseste Krankheit, die in den menschlichen Kopf imprägniert wurde”, tat aber waehrend seiner Amtszeit wenig daran, gegen diese “perverse Krankheit” Maßnahmen zu ergreifen. Lula regierte vom 01. Januar 2003 bis zum 01.Januar 2011 und er erzielte seine größten Erfolge in der Sozialpolitik. Mit der Statistik, welche aussagt, dass sich die Mordrate an Homosexuelle innerhalb seiner Acht Amtsjahrer verdoppelt hat, kann er sich jedoch nicht schmücken und wird versändnisvollerweise von den Homosexuellen als “vampiro dos gays” Schwulenvampir bezeichnet.
Homophobe Menschen sehen in der gleichgeschlechtlichen Liebe, bei denen Effeminationen ganz normal sind, eine Gefährdung der traditionellen Geschlechterrollen. Eine weitere Ursache von Homophobie ist, dass Homophobie zur Abwehr von Ängsten dienen soll, wobei sich die Intensität der Homopobie mit absteigender Sozialer Klasse, erhöht.
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Esumid
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