Griechischer Rentner erschießt sich wegen der Schuldkrise

Kapitalismus tötet

Ein griechischer Rentner hat sich am Mittwoch wegen der Schuldenkrise auf dem zentralen Syntagma-Platz in Athen erschossen. Seit Beginn der Krise hat Griechenland eine der höchsten Selbstmordraten weltweit, diese Informationen werden in der deutschen Presse aber meist nicht erwähnt, um das Bild der “Pleitegriechen”, die im Luxus leben, aufrecht zu erhalten.

Der 77-jährige pensionierte Apotheker habe eine Pistole gezogen und sich während des morgendlichen Berufsverkehrs nahe eines U-Bahn-Ausgangs in den Kopf geschossen, teilte die Polizei mit. Der Platz gegenüber dem griechischen Parlament sei voller Menschen gewesen. Bei der Leiche sei ein handschriftlicher Abschiedsbrief gefunden worden, in dem der Mann seinen Selbstmord mit der Schuldenkrise begründet.

Griechische Medien berichteten, der Mann habe in seinem Abschiedsbrief geschrieben, dass die Regierung es ihm unmöglich mache, von seiner Rente zu leben, nachdem er 35 Jahre für sie eingezahlt habe. “Ich sehe keine andere Lösung als ein würdiges Ende, bevor ich den Müll nach Lebensmitteln zu durchsuchen beginne”, soll es laut Medienberichten in dem Abschiedsbrief geheißen haben. Die Polizei bestätigte dies nicht.

Kein Leben im Elend

Augenzeugen berichten, dass der Mann sich vor dem Selbstmord mit den Worten verabschiedet hat:

“So I won’t leave debts for my children!”

wie  Russia Today mitteilte.

Die Zeitung zitierte aus dem Abschiedsbrief, der von lokalen Medien in Griechenland veröffentlicht wurde.


“Die Tsolakoglou Regierung vernichtete alle Spuren meines Überlebens, welche auf einer sehr würdigen Rente beruhte, die ich alleine 35 Jahre lang einzahlte, ohne Hilfe vom Staat. Da mein fortgeschrittenes Alter mir keine dynamische Reaktion erlaubt (obwohl wenn ein Mitgrieche eine Kalaschnikow aufnehmen würde, wäre ich gleich hinter ihm), sehe ich keine andere Lösung, ausser dieses würdevolle Ende zu meinem Leben, damit ich mich nicht dabei vorfinde durch Abfalleimer zu wühlen für mein Überleben. Ich glaube, dass junge Menschen ohne Zukunft eines Tages Waffen aufnehmen werden und die Verräter dieses Landes auf dem Syntagma-Platz aufhängen, so wie die Italiener es mit Mussolini 1945 gemacht haben.”

In verschiedenen griechischen Zeitungen wurde eine Liste veröffentlicht, in der die Selbstmorde der vergangenen Wochen aufgeführt sind. Erschreckend ist auch das Beispiel einer alten Dame, die sich aus dem Fenster stürzt, da sie von ihrer, um 200 Euro gekürzten, Rente nicht leben kann. Weitere

Nach entsprechenden Aufrufen in sozialen Netzwerken versammelten sich Stunden später mehr als 1.500 Menschen auf dem Syntagma-Platz, um gegen den Sozialabbau der griechischen Regierung zu protestieren, der immer mehr Griechen in die Verzweiflung treibt.

 

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