Grass neues Gedicht – Die mahnenden Worte an Europa

Günter Grass auf dem blauen Sofa - Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/das-blaue-sofa/6318404154/sizes/m/in/photostream/

Ungefähr zwei Monate ist es her, da veröffentlichte der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass (84) ein Gedicht zur Bedrohung des Weltfriedens durch die israelische Außenpolitik. Heute ist ein neues Gedicht erschienen, in diesem geht er mit der Griechenland Politik der europäischen Union hart ins Gericht und bennent die Probleme der aktuellen neoliberalen Ideologie.

Das Gedicht, das an diesem Samstag in der „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlicht wurde, trägt den Titel „Europas Schande“. Grass beklagt darin, dass Griechenland „als Schuldner nackt an den Pranger gestellt“ und „unter Schrottwert taxiert“ werde. Es sei ein „rechtloses Land, dem der Rechthaber Macht den Gürtel enger und enger schnallt“, so benennt er die Probleme der deutschen Austeritätspolitik und des herrschenden neoliberalen und antisozialen Diskurses.

Europas Schande

 

Europas Schande. Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht, bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh.

Was mit der Seele gesucht, gefunden Dir galt, wird abgetan nun, unter Schrottwert taxiert.

Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land, dem Dank zu schulden Dir Redensart war.

So schreibt der Autor und bezieht sich an die Rolle auf die Griechenland aktuell reduziert wird, obwohl es in der europäischen Geschichte viele positive Veränderungen vorangebrach hat.

Das Gedicht besteht aus zwölf je zweizeiligen Strophen. Grass spricht darin Europa direkt an und meint eigentlich die Politik des Sozialabbaus und der Privatisierungen, die von Merkel und Sarkozy vorangebracht wurde. Er spricht deutlich an, dass der Nationalismus geschürt wird um die Griechen an den Pranger zu stellen, eine Taktik, die Widerstand gegen den Sozialabbau verhindern soll. Das Werk beginnt mit den Zeilen „Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht, bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh“. Griechenland werde „abgetan“: „Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land, dem Dank zu schulden Dir Redensart war.“

Grass benennt deutlich, das Griechenland, ein „kaum noch geduldetes Land“ in der EU sein, ein Land, über das alle herziehen, welches alle nur verurteilen. Europa wirft er vor, dem Land den Giftbecher zu trinken zu geben: „Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure, doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück“, schreibt Grass unter Anspielung auf den griechischen Philosophen Sokrates, der nach einem Todesurteil den Schierlingsbecher getrunken hatte. Er zeigt aber auch deutlich, dass das Land untergeht, wenn die aktuelle Politik fortgesetzt wird, dass die Menschen leiden, dabei zeigt er, dass die anderen Staaten, ähnliche Situationen erleiden werden, wenn sie dem antisozialen Diskurs folgen.

Grass zeigt deutlich, dass er eine moralische Instanz ist, nicht nur sein Gedicht zum Nahostkonflikt enthielt deutliche und mahnende Worte. Seine Worte sind deutlich und sie mahnen auch diesmal wieder zu einer anderen Politik, zu einer modernen und menschenfreundlichen Politik. Nun muss Europa sich Grass mahnende Worte noch zu Herzen nehmen. Einer moralischen Instanz , die sich auch nicht vom aktuellen Diskurs und den aktuellen Themen von seinen Idealen abbringen lässt.

  • Nicedate

    Bravo und das von einem Freund Schröders, der den Stein mit Harz4, erst ins rollen gebracht hat. ABER er hat darus gelernt und Schrödi ist Cheffe vom russischen Gasrohr.

  • Kerstin

    Achtung…dieses Gedicht war nicht von ihm….

  • Gast

     Danke für die Einschätzung. Der Autor des besagten Stücks ist jedoch nicht Günter Grass, sondern die Titanic

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