Eine Welt ohne Drogen ist eine Illusion!
Eine drogenfreie Gesellschaft erweist sich immer wieder als eine Illusion. Allerdings hat sich eine repressive Drogenpolitik immer wieder als eine Katastrophe erwiesen. So sterben im mexikanischen Drogenkrieg mehr Menschen als im Irak und zu Zeiten der Prohibition von Alkohol in den USA und in der Sowjetunion wurde sogar mehr Alkohol als vorher konsumiert. Außerdem scheinen repressive Maßnahmen zwar nicht die Experimentierfreude… potentieller Konsumenten einzuschränken, erhöhen aber die gesundheitlichen Gefahren des Konsums durch fehlende Aufklärung. Dem gegenüber steht – auch als ein emanzipatorischer Ansatz – die akzeptierende Drogenpolitik.
Bei diesem Ansatz steht vor allem die Aufklärung von potentiellen Konsumenten über Gebrauch und möglichen Folgen des Drogenkonsums im Vordergrund. Er versteht den potentiellen Konsumenten als mündiges Wesen, welches die Entscheidung zum Konsum selbst trifft. Eine Kriminalisierung von Drogenkonsum schließt dieser Ansatz, mit dem Thema umzugehen, nahezu aus. In der Veranstaltung soll erörtert werden, inwieweit akzeptierende Drogenpolitik ein linker Politikansatz ist und wo dessen Chancen und Grenzen liegen.
Auch innerhalb der Partei DIE LINKE wird dieses Thema in den nächsten Jahren vermehrt eine Rolle spielen. Zwar stimmen Vertreter der Partei in ihren Stellungnahmen einer Legalisierung zumindest von Cannabis zu, es ist aber auffällig, dass innerhalb der Partei über dieses Thema große Uneinigkeit herrscht. Vor allem scheint ein Generationenkonflikt gegeben, aber auch ein Unverständnis von Nichtkonsumenten über die Vorteile und Chancen des Prinzips Aufklärung statt Prohibition. Darunter leiden vor allem auch jene Prinzipien, die eine Konsumsberatung vor möglichen Schäden einer Suchtberatung nach Schaden vorziehen. Das Thema ist sehr kontrovers und die Diskussion verspricht spannend zu werden.
Die Diskussion findet am Mittwoch, 27. April um 18:00 Uhr in der Rosa-Luxemburg-Stift (Dortustraße 53 Potsdam,) statt.
MIT RENATE MICHAEL (Leiterin des Fachbereiches Prävention bei der Polizei Brandenburg)
RÜDIGER SCHMOLKE (Chill Out e. V., Fachstelle für Suchtprävention Potsdam)
FRANK TEMPEL (MdB DIE LINKE, drogenpolitischer Sprecher)
MODERATION: RONNY BESANÇON (Potsdam)
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