Religion

Gegen Kirchenprivilegien und religiöse Bevorzugung!

Am 15. April beginnt in Östereich ein Volksbegehren gegen die Kirchenprivilegien. Die Initiative hatte Anfang Januar die nötige Anzahl Unterschriften für die Erzwingung des Volksbegehrens vorgelegt. Das Volksbegehren zeichnet sich dabei nicht durch Religionsfeindschaft aus, sondern den Willen eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Menschen gleichberechtigt sind. Unterstützt wird es von Grünen und der KPÖ.

„Religionsfreiheit ist ein Grundrecht, aber keine Aufgabe des Staates. Die Trennung von Kirche und Staat ist ein Akt der demokratischen Hygiene eines Landes, was aber noch nicht ins Bewusstsein der politischen Eliten vorgedrungen ist“, meint Furtlehner, Sprecher der KPÖ. Auch die Grünen sehen das ähnlich und fordern, dass alle Menschen vor Gesetz gleichgestellt werden. Auch auf der Internetseite des Bündnisses wird klargestellt, dass man nicht gegen Religion ist, sondern die Privilegierung einer Religionsgemeinschaft: “Der Staat zieht eine willkürliche Grenze durch die Bevölkerung und privilegiert Menschen, deren religiöse Weltanschauung gesetzlich anerkannt ist gegenüber jenen, deren Weltanschauung nicht gesetzlich anerkannt ist, bzw. Menschen die an keine überirdischen Phänomene glauben.”

Abschaffung der Privilegien Diesen Beitrag weiterlesen »

Ein Papst zum knutschen. Warum mit Franziskus alles gut wird – David Berger

 

Der neue Papst - Fotograf: Tenan - Quelle Wikipedia

Der neue Papst – Fotograf: Tenan – Quelle Wikipedia

Eigentlich will man es gar nicht nicht glauben. Endlich haben wir einen neuen Papst, sollten uns alle darüber freuen und schon geht das bösartige Gemotze wieder los! Geben wir ihm doch erst mal eine Chance. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und Franziskus hat sich Großes vorgenommen. Das lässt sich nicht einfach so in den ersten Tagen durchziehen.

Ganz klar hat er zum Beispiel gesagt, dass Frauen in der Politik nichts zu suchen haben. Sie seien für so etwas ungeeignet. Das ist gut so, dass da endlich in all dem Gender-Wahnsinn einer Klartext redet. Wie oft mussten wir uns schon über Roth, Steinbach oder Schavan ärgern? Aber wir sollten uns auch nicht der Illusion hingeben, dass sich solch ein Programm in Windeseile durchsetzen lässt. Angela Merkel oder Frau Kirchner aus der Heimat des neuen Papstes sind nicht so einfach wegzukriegen – da kann Herr Steinbrück dem neuen ein Lied von singen. Zumal der Vorgänger von Franziskus in diesem Punkte ziemlich nachlässig, ja fast ein Warmduscher und Modernist war. Er beließ es dabei Frauen die Ordination zu untersagen und ihnen den Putzraum als kirchlichen Arbeitsplatz zuzuweisen, aber gab sogar Frau Merkel beim Besuch im Bundestag die Hand. Kein Wunder, dass sich Frauen auf der ganzen Welt in der Politik breit machen konnten, statt ihren eigentlichen Aufgaben nachzukommen. Aber wie Hans Küng richtig fest stellt: „Mit diesem Papst setzt der radikale Wandel ein!“ Nicht umsonst haben wir aus der Spanisch sprechenden Welt das schöne Wort Macho geerbt … Diesen Beitrag weiterlesen »

“Wir bleiben zornig” – Ein Interview mit einer jungen Demonstrantin aus Kairo

Yasmine - eine junge ägyptische Demonstrantin

Yasmine – eine junge ägyptische Demonstrantin

Yasmin S. (* 1989) lebt bei ihrer Familie in Kairo und studiert Mass Communication. Trotz der Restriktionen und Verboten ihres Vaters, der sich um sie sorgt, geht die 22-jährige fast täglich auf den Tahrir Platz, um sich dort den tausenden Demonstranten anzuschließen, die dort Tag für Tag unermüdlich für ihre Meinungen und Rechte aufstehen und einstehen. Der tägliche Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit. Für Demokratie.
Von dem Engagement und der Empörung, von der Stimmung, die zusammenschweißt und täglich Angst und Mut macht, der revolutionären Kraft in Kopf und Körper, können wir uns in der westlichen Welt größtenteils kaum ein Bild machen.
Der Tahrir-Platz wurde vor gut 2 Jahren, dem 25.1.2011 (auch schlagwortartig “25th” genannt) zum Sinnbild des arabischen Frühlings. Der 28.1.2011, als sich die Wellen der Revolution zu einem ersten Höhepunkt auftürmten, wird auch als “Tag des Zorns” bezeichnet; die Empörung der Bevölkerung richtete sich gegen den damals amtierenden ägyptischen Präsidenten Muhammad Husni Mubarak, welcher am 11.2.2011 zum Rücktritt gezwungen wurde. Es deutet jedoch vieles darauf hin, dass sich seitdem die politische, soziale und wirtschaftliche Situation im Sinne der Demonstranten nicht gebessert hat – die Proteste dauern an und richten sich aktuell gegen die Herrschaft des amtierenden, mit 51,7% gewählten ägyptischen Präsidenten und Muslimbruder Muhammed Mursi.  Die Geschehnisse des 2. Jahrestages der  ägyptischen Revolution für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit waren von gewalttätigen Auseinandersetzungen, Verletzten und Toten gekennzeichnet. Nun stellt sich die Frage, wie es um die Forderungen der Demonstranten steht und vor allem: um die Demonstranten selbst und die ägyptische Bevölkerung. Ich habe Yasmin dazu interviewt.

Yasmin, wie hast Du den Jahrestag des Arabischen Frühlings am 25.1.2013 erlebt? Warst Du auf dem Tahrir-Platz? Den Medien nach gab es erneut Ausschreitungen und Gewalt gegen die Demonstranten und viele Verletzte und Tote.

Ich wollte nicht zum Feiern auf den Tahrir-Platz gehen, denn bis heute gibt es meiner Meinung nach keinen Grund zum Feiern, da keine der Ziele und Forderungen der Revolution erreicht wurden. Ich wollte gegen die Situation im Land seit der Regierungsübernahme von Mursi protestieren. Leider konnte ich nicht zum Tahrir-Platz fahren, da die U-Bahn von Demonstranten blockiert wurde und es somit keine Möglichkeit gab, zum Tahrir-Platz zu kommen. Die Gewalt, die von Polizisten gegen Demonstranten angewandt wurde unterscheidet sich nicht von der Gewalt unter Mubarak. Am Freitag, den 25.Januar 2013 wurden fast 300 Menschen verletzt und 12 Menschen getötet. Dies beweist, dass Mursi gelogen hat, als er den Ägyptern Demokratie, Frieden, Freiheit und Würde versprach.

Die aktuelle Situation verglichen mit der Ausgangssituation vor 2 Jahren – ich frage Dich als Demonstrantin: Was wurde erreicht? Diesen Beitrag weiterlesen »

Beschämende Netzwerke – Zu den kirchenpolitischen Hintergründen des Kölner Krankenhausskandals von David Berger

Mitglieder der fundamentalistischen, rechts gerichteten Piusbruderschaft bei der Pro life Demonstration in Berlin vor dem Brandenburger Tor. Foto: David Berger

Mitglieder der fundamentalistischen, rechts gerichteten Piusbruderschaft bei der Pro life Demonstration in Berlin vor dem Brandenburger Tor. Foto: David Berger

Es gibt manchmal Situationen, die werfen trotz ihrer Einmaligkeit ein scharfes Licht auf den Gesamtzustand einer ganzen Institution. Auch beim Kölner Krankenhausskandal scheint dies der Fall zu sein.

Da taucht im Herbst 2011 in verschiedenen Kölner Kliniken, die sich in kirchlicher Hand befinden, eine Frau auf. Sie gibt vor vergewaltigt worden zu sein und bittet um ein Rezept für die „Pille danach“. Was die Ärzte, die nun entsprechend den Vorgaben der Medizin und des Rechts die Rezepte ausstellen, nicht wissen: Bei der Frau handelt es sich um einen Lockvogel. Angeheuert von Mitgliedern der Lebensrechtsorganisation „Pro Life“ und womöglich gar, wie eine große Tageszeitung berichtet, finanziert von einer Betriebskrankenkasse (BKK-IHV Wiesbaden), die – über deren im politischen Rechtsaußen-Milieu („Pro Mainz“) tätigen Vorsitzenden – mit der Lebensrechtsorganisation gemeinsame Sache macht. So werden die ausgestellten Rezepte zum Druckmittel. Im November 2011 erreicht daraufhin den damaligen Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp ein Denunziationsbrief eines sich selbst als papsttreu bezeichnenden Herrn Miller, dessen Name in der katholischen Welt vor allem durch Artikel bekannt wurde, die unter seinem Namen auf dem Hass-Portal kreuz.net erschienen waren. Dennoch (oder gerade deshalb?) macht der Brief den nötigen Eindruck. Der Kölner Generalvikar versichert dem papsttreuen Eiferer, ab jetzt gelte in dieser Sache die „Null-Toleranz-Grenze“. So recht scheinen die selbst ernannten Papsttreuen dem Kölner Generalvikar jedoch nicht zu trauen. Denn sie schalten wenig später die zwei beliebtesten Web-Nachrichten-Portale aus dem Weihrauchmilieu ein, um den selbst produzierten „Skandal“ aufzudecken. Kreuz.net und gloria.tv berichten stolz von der Spitzelaktion, publizieren sogar die Namen der Ärzte, die die Rezepte ausgestellt haben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gehört die Theologie an die Universität?

Religion – Ein menschliches Bedürfnis

In der Sozialwissenschaft oder auch in anderen Fächern, welche sich mit Wissenschaftstheorie oder auch -philosophie auseinandersetzen, weiß man, dass jede wissenschaftliche Aussage falsifizierbar oder belegbar sein muss.

Dem steht die Theologie natürlich diametral gegenüber. Die Aussage: „Gott existiert“ oder „Gott existiert nicht“ ist weder belegbar, noch falsifizierbar. Doch muss die Theologie deswegen direkt von allen öffentlichen Universitäten und Hochschulen operativ entfernt werden, als ob es ein Krebsgeschwür wäre?

Bildet denn nicht gerade der universitäre Rahmen der Theologie eine Möglichkeit, sich wissenschaftlicher zu positionieren und sich mit ihrem Themenfeld nicht nur dogmatisch, sondern auch laizistisch-historisch auseinanderzusetzen?

Wo wäre die Bibel- oder Koranexegese ohne die Wissenschaft und die Zusammenarbeit von Philologen und Theologen? Damit übt die Wissenschaft einen positiven Effekt auf die dogmatisch geprägten Studiengänge aus. Ebenso ergibt sich ein Synergieeffekt, wenn Theologen und Historiker zusammen an der Kirchengeschichte arbeiten.

Diesen Beitrag weiterlesen »

Theologie ist keine Wissenschaft – Sie hat an öffentlichen Universitäten ebensowenig zu suchen, wie Gebetsräume jedweder Glaubensrichtung

Ralf Michalowsky

Bis die gesetzlich verankerte Trennung von Kirche und Staat Realität wird, ist es noch einen langer Kampf. Es kann nicht sein, dass bei sinkender Zahl von Mitgliedern in den Glaubensgemeinschaften, bei immer mehr Kirchenaustritten, bei mehr als einem Drittel konfessionsfreier Menschen in Deutschland, sich die Kirchen zunehmend in öffentliche Räume drängen, um ihren Einfluss auszudehnen.

Das geht nicht zuletzt auf Kosten aller Steuerzahler, auch derjenigen, die bewusst aus einer der Kirchen ausgetreten sind. Sie werden über die allgemeinen Steuereinnahmen auch zur Bezuschussung der Glaubensgemeinschaften herangezogen. Rund 40 Mrd. Euro kassieren Kirchen und ihnen nahestehende Sozialwerke jährlich vom Staat und ihr eigener Beitrag aus Kirchensteuern ist nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Nach eigenen Angaben geben sie weniger als 10 % ihrer 9 Mrd. Euro Kirchensteuereinnahmen für soziale Zwecke aus.

 

Nehmen wir ein Beispiel: das Hilfswerk Misereor e.V. Es hat 2009 ca. 50 Mio. Euro an Spenden eingesammelt. Das sind etwa 33 % des Gesamtetats. 62 % gibt Vater Staat und nur 5 % rücken die Kirchen raus. Dabei übersteigen Verwaltung (mit 2,6 %) und Werbung (mit 3,3 %) den Kirchenanteil schon um 0,9 %. Die Mär von der Unersetzlichkeit kirchlichen Engagements bestätigt sich auch hier wieder. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gilbert Achcar über den Kampf zwischen Zionismus und Antizionismus im Nahostkonflikt, Teil 1

Die Araber und der Holocaust

Eine jede Betrachtung des Nahostkonfliktes ist überschattet vom arabisch-israelischen Krieg der Geschichtsschreibungen. Der Professor für Entwicklungspolitik und Internationale Beziehungen an der School of Oriental and African Studies in London, Gilbert Achcar, hat dem Thema ein Buch gewidmet. Achcars Buch “Die Araber und der Holocaust” (2012 bei Edition Nautilus erschienen) ist ein wertvoller Beitrag, der dabei hilft, “die Logik des Krieges der Narrative zu beleuchten”, wie Achcar selbst hofft.

Achkars humanistische und wissenschaftliche Perspektive

Achcar schreibt im Vorwort zur deutschen Ausgabe des Buches über seine Motivation:

So hoffe ich, dass die deutsche Ausgabe meines Werks dazu beitragen wird, Licht in die Finsternis zu bringen, die der Instrumentalisierung dieses Konflikts Vorschub leistet, und all jenen Argumente zu liefern, die allein von dem beseelt sind, was die deutsche Geschichte an Wertvollstem hervorgebracht hat – Humanismus und Internationalismus.

Achcar schreibt also ganz im Sinne der humanistischen Ideen solcher Denker wie Karl Marx. Einseitige Parteinahme für die eine oder andere Bevölkerung lehnt er ebenso ab wie die verschiedenen mehr oder weniger versteckten Formen von Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus oder religiösem Fanatismus. Einerseits kritisiert er all die Vertreter der Israelkritik und des Antizionismus, die nicht zugleich am Humanismus und Wohl aller Menschen orientiert sind. Er kritisiert andererseits auch reaktionäre Vertreter der pro-israelischen Seite, des Zionismus, die das Wohl des israelischen Staates über das Wohl der Menschen im Nahen Osten stellen. An solchen Zionisten kritisiert er vor allem auch, dass sie sogar den Völkermord an den Juden wie auch üble Antisemitismus-Vorwürfe instrumentalisieren, nur um jede Politik des israelischen Staates heilig zu sprechen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Panikmacher: Die deutsche Angst vor dem Islam

Die Panikmacher

Etwas mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass das antimuslimische Werk “Deutschland schafft sich ab” erschienen ist, vor etwas mehr als einem Jahr kam eine Antwort, eine Antwort, die die meisten wohl überrascht haben dürfte “Die Panikmacher: Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift”.

In den letzten Jahren ist der  Rassismus, mit dem MuslimInnen in Deutschland zu kämpfen haben deutlich stärker und vermehr spürbar geworden. Die Zahl der Brandanschläge auf Moscheen, an ihre Wände gesprühte Hassparolen und der Schändungen muslimischer Gräber hat deutlich zugenommen. Frauen, die ein Kopftuch tragen, werden als “Muslim-Schlampen” beschimpft und teilweise sogar angegriffen. Es häufen sich Briefe mit Beschimpfungen und Drohungen gegen Muslime sowie E-Mails wie “Eure Ausrottung steht bevor”. Und die NSU-Morde werden in der rechten Szene gefeiert, in einer solchen Stimmung ist Patrick Bahners Werk erschienen.

Es ist ein Gegenmittel gegen die alltägliche Hetze, aber auch ein Mittel gegen die versteckte Hetze der sogenannten “deutschen Mittelschicht”.

Krieg gegen den Islam – Krieg gegen die Muslime
Diesen Beitrag weiterlesen »

Gotteslästerung bald strafbar? – Kirche geht voran

Hoffentlich nur ein Scherz

In vielen Staaten dieser Welt gibt es wenig fortschrittliche Gesetze, der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, fordert, Gotteslästerung unter Strafe zu stellen und damit auch in Deutschland die Rechte des Glaubens zu stäkren. Ein Gesetz “gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle” sei nötig, sagte der Kirchenmann. Das Gesetz soll nicht nur Christen schützen, sondern “heilige Gegenstände und Geräter aller Religionen”.

Nötig sei “ein Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle”, sagte Schick am Mittwoch in Bamberg. Spott und Satire über religiöse Einstellungen stellten eine Verletzung der Menschenwürde dar.

Er will, wohl wissend um die Anhänger der anderen Religionen, nicht nur das Christentum schützen, sondern alle Religionen durch ein Blasphemie-Verbot geschützt werden. Spott über “heilige Personen, heilige Schriften, Gottesdienste und Gebete sowie heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen” dürfe nicht zugelassen werden, sagte der Erzbischof. Wozu solche Gesetze führen konnte vor wenigen Monaten in Tunesien beobachtet werden.

Kritik von der Linken

Kritik an den Vorschlägen des Bischofs äußerte die Partei die Linke. “Eine Verschärfung der derzeitigen Regelungen würde in eine komplett falsche Richtung weisen”, sagte der religionspolitische Sprecher der würde in eine komplett falsche Richtung weisen”, sagte der religionspolitische Sprecher der Linke-Bundestagsfraktion, Raju Sharma, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin.

Sharma erklärte, seine Fraktion habe bereits einen Entwurf zur Abschaffung des sogenannten Gotteslästerungsparagrafen parat. Die Regelungen des Strafgesetzbuches zu Beleidigung und Volksverhetzung böten auch religiösen Gruppen ausreichenden Schutz.

Religion sollte nicht aus den Schulen verbannt werden – Im Gespräch mit Josef Winkler (MdB Grüne)

Josef Winkler

In Deutschland gibt es wenige PolitikerInnen, die sich für die Trennung von Staat und Religion einsetzen, einst waren die Grünen die Partei, in der diese Vorschläge noch die größte Zustimmung fanden. Wir haben mit Josef Winkler, dem kirchenpolitischen Sprecher der Partei, über Laizismus und islamischen Religionsunterricht gesprochen.

Die Freiheitsliebe: Die Grünen waren einst eine Partei, die sich für einen laizistischen Staat einsetzte, trifft das heute noch zu?

Josef Winkler: Das ist so nicht ganz zutreffend. Auch in der Frühphase der Partei spielte Religion für einen Teil der Mitglieder eine große Rolle. Aus Ärger über ausbleibende innerkirchliche Reformen haben sie politisches Engagement dagegengesetzt in der Hoffnung, über Veränderungen im Politischen auch eine Veränderung der kirchlichen Strukturen erreichen zu können. Spätestens mit der Fusion mit dem Bündnis 90 veränderte sich das Verhältnis zur Religion erheblich, weil die meisten dort Engagierten die Kirchen in der Spätphase der DDR als Freiheitsraum wahrnahmen, der ihnen erlaubte, ihre Kritik an der SED zu artikulieren.

Die Freiheitsliebe:  Wie kam es zu diesen Veränderungen? Diesen Beitrag weiterlesen »

BannerFans.com
Soziale Netzwerke



Creative Common