Linke

Gesundheitsförderung als Schlüssel zu mehr sozialer Gerechtigkeit

Dr. Martina Bunge, DIE LINKE., MdB., Porträt/PortraitFotograf: H.J.

Dr. Martina Bunge, DIE LINKE., MdB., Porträt/PortraitFotograf: H.J.

Bei Gesundheitsförderung und Prävention zeigt sich, wie sehr es Politikerinnen und Politikern tatsächlich um die Gesundheit der Menschen geht. Gesundheitsförderung ist kein Thema, bei dem 1a-Klientelpolitik betrieben werden kann: es ist kein Politikfeld, das der Pharmaindustrie, den Apothekern, der Ärzteschaft oder der Gesundheitswirtschaft satte Umsätze beschert.

Schon 1946 hat die WHO Gesundheit in einen engen Zusammenhang mit dem Sozialen gestellt. In der Definition, die Gesundheit ins Zentrum stellt und nicht das Fehlen von Krankheit, wurde das soziale Wohlbefinden als eine entscheidende Größe der Gesundheit benannt. Mit der Ottawa Charta 1986 wurde die Bedeutung der Gesundheitsförderung für die Verringerung sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheiten erneut hervorgehoben. Zudem wurde das Empowerment der Menschen, ihre Selbstbestimmung, ins Zentrum der Forderungen gerückt. „Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können…..Grundlegende Bedingungen und konstituierende Momente von Gesundheit sind Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, ein stabiles Öko-System, eine sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Jede Verbesserung des Gesundheitszustandes ist zwangsläufig fest an diese Grundvoraussetzungen gebunden.“1 Diesen Beitrag weiterlesen »

“…..dann ist die SPD nicht glaubwürdig” – im Gespräch mit Bernd Riexinger

Linken-Bundesvorsitzender Bernd Riexinger

Linken-Bundesvorsitzender Bernd Riexinger

Am 29.November besuchte Linken-Bundesvorsitzender Bernd Riexinger auf Anfrage des SDS.Mannheim die Universitätsstadt Mannheim und erzählte vor interessierten Studenten von seiner Griechenlandreise, beantwortete Fragen von Julien Ferrat (Die Linke.SDS) und Mia Selin Gören (Linksjugend), um anschließend mit den Anwesenden  über die Krise und mögliche Auswege zu diskutieren. Nach der Diskussion nutzten wir, das Team der Freiheitsliebe, die Zeit, um mit Bernd Riexinger in den Dialog zu treten. Wir interviewten Riexinger hauptsächlich zu seiner Griechenlandkrise, den Status Quo der LINKEN und erfragten, welche Bedeutung er Blogs iun Zukunft beimisst.

diefreiheitsliebe: Sie waren zur gleichen Zeit wie Angela Merkel in Griechenland und haben sich allerdings auf die Seite der Demonstranten gestellt – im Gegensatz zu Angela Merkel. Dafür mussten Sie viel Kritik einstecken. Warum haben Sie das getan, worin lag ihre Motivation?

Bernd Riexinger: Erstmal muss es für jeden Linken selbstverständlich sein internationale Solidarität zu zeigen. Zumal wir das Problem haben, dass im wirtschaftlichen Hauptland, das im hohen Maße mitverantwortlich für die Krise und die sozialen Zustände ist und durch die Politik von Merkel und der Troika verursacht wurden und bei uns zu wenig Proteste stattfinden. Also wir müssen beides machen: Internationale Solidarität zeigen und gucken, dass bei uns auch was passiert. Diesen Beitrag weiterlesen »

Koalition beenden? – Neskovic und die Debatte über Regierungsbeteiligungen

Wolfgang Neskovic – Quelle: http://www.wolfgang-neskovic.de/startseite

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskovic ist kein Mann der leisen Worte, er kritisiert offen und deutlich, wenn ihm etwas nicht gefällt, ob es sich um die Politik der Regierung oder die der eigenen Partei handelt, ist dabei relativ. Vor wenigen Tagen hat er eine Reihe in den Potsdamer Neuen Nachrichten veröffentlicht, die sich kritisch mit der Regierungsbeteiligung der Linken in Brandenburg auseinandersetzt.

Neskovic kritisiert, dass die Linke bei den Verhandlungen über die Ministerien über den Tisch gezogen wurden und Ministerien erhalten haben, in denen sie nicht die größten Kompetenzen besitzen:

Kontraproduktiv für eine erfolgreiche linke Regierungspolitik war schon die Verteilung der Ressorts in der Landesregierung. Obwohl sich die beiden Koalitionspartner – ausgehend von den Wahlergebnissen – auf Augenhöhe begegnen sollten, gelang es der Linken nicht, ein einziges Ministerium zu erhalten, das die Kernkompetenzen und das Profil der Partei widerspiegelt.

Bruch des eigenen Programms

Neskovic kritisiert nicht nur, dass die Linke in Brandenburg ihre Kernministerien nicht erhalten habe, er kritisiert auch, dass die Linke sich im Bezug auf den EU-Vertrag gegen ihr eigenes Programm gestellt habe, so schreibt er: “Entgegen der Überzeugung der Linken in Bund und Land ließ man sich ein Bekenntnis zum EU-Vertrag von Lissabon abtrotzen, das überflüssigerweise auch noch in den Koalitionsvertragstext aufgenommen wurde.”

Er kritisiert nicht nur die Probleme der Regierungsbeteiligung, auch die Folgen erkennt er deutlich: “Nach drei Jahren Linker Regierungsbeteiligung bleibt auch festzustellen: Das Prestigeprojekt der Linken – der öffentliche Beschäftigungssektor (ÖBS) – ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Von 15000 im Wahlprogramm versprochenen Stellen wurden lediglich zehn Prozent realisiert. (…) Die Fraktionsvorsitzende, Kerstin Kaiser, wurde mitten in der Legislaturperiode ausgewechselt. Die bisherige Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl und populärste Linke-Politikerin des Landes, Dagmar Enkelmann, möchte wegen der Regierungspolitik ihrer brandenburgischen Kollegen nicht mehr auf der Landesliste kandidieren. ”

Dagmar Enkelmann gestand, dass sie auch bestimmte Entwicklungen im Land kritisch sehe,  zum Beispiel in der Energiepolitik sowie bei der unzureichenden Unterstützung des Volksbegehrens gegen das Nachtflugverbot in Schönefeld. Neskovic würde sich aber „alle Jahre wieder“ mit seiner Kritik über die Presse äußern, sich Diskussionen mit der Partei aber verweigern. „Seine Kritik ist deshalb wenig hilfreich. Er greift kritische Punkte auf, aber wichtig ist doch auch, dass man sich austauscht. Insofern ist er in der Partei isoliert.“

Linke muss ihr Profil ändern und einen möglichen Bruch der Koalitioon riskieren, ansonsten würde sie in wenigen Jahren bedeutungslos für die Politik in Brandenburg, kritisiert der parteilose Abgeordnete, der für die Linke im Bundestag sitzt. Zum Schluss fordert er von der Linken mehr inhatliches Durchsetzungsvermögen. “Denn ohne Die Linke, das zeigt die Erfahrung, ist von der SPD keine soziale, linke Politik zu erwarten,” so Neskovic.

Seine Kritik ist in vielen Punkten richtig, dass sie nun solchen Wirbel erzeugen ist verwunderlich. Denn die roten Haltelinien, die die Partei sich gegeben hat, werden von der Linken in Brandenburg offen in Frage gestellt, wie auch Diana Golze in einem Interview bestätigte:

Haltelinien müssen im jeweiligen Bundesland beraten werden, bundesweite Vorgaben kann es nicht geben, da die Bedingungen vor Ort viel zu unterschiedlich sind. Maßstab für die Übernahme von Regierungsverantwortung ist zum einen das Votum der Wähler/innen und zum anderen die Diskussion und Beschlussfassung über die Koalitionsbedingungen durch die Genoss/inn/en im Landesverband.

Inhaltlich richtig – Falscher Weg?

Der Linken-Kreischef von Potsdam, Sascha Krämer, gab Neskovic inhaltlich recht. „Eine Partei sollte nur dann in die Regierung gehen, wenn sie in diesem Bündnis wesentliche Ziele umsetzen kann. Regieren um des Regierens willen ist keine Option“, sagte Krämer. „Es bedarf manchmal den Anstoß von außen.“ Neskovic müsse aber mehr in die Partei kommunizieren, forderten Krämer und Sebastian Walter.
„Aber es sollte sich dabei nicht der Eindruck aufdrängen – so wie jetzt, dass kraftvoll über die Medien kommuniziert und der interner Prozess dabei total vernachlässigt wird“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Krämer und Walter.

Unterstützung erhielt Neskociv auch von dem früheren andtagsabgeordneten Jürgen Trunschke, der die Linke wegen mangelnder Offenheit der Partei verließ, sagte, er teile Neskovics Kritik und Vorgehen. Nach seiner Erfahrung reagiere die Partei nur, „wenn man über die Medien kommuniziert“. Er hoffe, „dass eine mögliche Kritik der Art und Weise der Veröffentlichung der Kritik nicht dazu benutzt wird, um über die Kritik selbst nicht zu reden“.

Mehr als 1.000.000 HartzIV-Sanktionen in zwölf Monaten

HartIV-Treff, Quelle: http://www.flickr.com/photos/schockwellenreiter/154622441/sizes/m/in/photostream/

Aus einem Bericht des “Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V.” geht hervor, dass im Zeitraum zwischen August 2011 und Juli 2012 deutlich mehr HartzIV-Empfänger sanktioniert wurden als in den Jahren zuvor. Immer wieder werden kritische Stimmen laut, die sich für ein Ende der harten Sanktionen und Stigmatisierungen von HartzIV-Empfängern aussprechen. Unter Ursula van der Leyen stieg die Zahl der Sanktionierten deutlich an und es ist zu befürchten, dass in den kommenden Jahren weit mehr als eine Million HartzIV-Empfänger sanktioniert werden.

In dem Bericht heißt es: Erstmals wurden von den Jobcentern innerhalb von 12 Monaten mehr als eine Million Sanktionen verhängt und statistisch erfasst. Nach den heute veröffentlichten Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurden in den 12 Monaten von August 2011 bis Juli 2012 insgesamt 1,017 Millionen Sanktionen „neu festgestellt“ – 38,4 Prozent (282.145) mehr als im Jahr 2009.
Der scheinbar unaufhaltsame Anstieg von Kürzungen des „menschenwürdigen Existenzminimums“ (Bundesverfassungsgericht) begann mit dem Amtsantritt von Ursula von der Leyen (CDU) als Bundesministerin für Arbeit und Soziales (30. November 2009), angekündigt in einem Interview mit der BILD am 10. Januar 2010. (BILD: “Faule Arbeitslose härter anpacken!”) Diesen Beitrag weiterlesen »

Rousseff zieht 2,8 Millionen Kinder aus Armutssumpf

Dilma Rousseff; Quelle: http://www.flickr.com/photos/blogplanalto/5354277523/sizes/m/in/photostream/

Neuigkeiten aus Brasilien sind momentan Mangelware. In der Vergangenheit stand Brasilien immer wieder im Fokus der Medien: Die brasilianische Wirtschaft boomte und konnte zuletzt sogar Großbritannien in der Rangliste der größten Volkswirtschaften überholen. Was folgte war ein abflachendes Wachstum und eine weitere Liberalisierung der Regenwaldgesetze. Keine Neuigkeiten, mit denen sich Brasilien rühmen könnte.

Auch wenn der wichtigste Handelspartner China in der Vergangenheit weniger Rohstoffe aus Brasilien bestellte und somit maßgeblichen Anteil daran leistet, dass das Wirtschaftswachstum unter 2% sein wird, gibt es doch etwas Positives zu berichten: Die Armutsbekämpfung in Brasilien gestaltet sich erfolgreich. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, der Arebiterpartei PT angehörig, verkündete schon damals im Zuge ihrer Wahlkampfkampagne, dass sie den Kurs von Ex-Präsident Lula fortsetzen werde. Dass eingeschlagene Kurs nun Früchte getragen hat – umso schöner für ein Land, dass auf der einen Seite viele Reiche zählt, aber eben auch ein vielfaches an Armen beherbergt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Rot-Rot-Grün, Peer und die Zähmung der Banken

Peer Steinbrück

Die SPD hat ihren Vizekanzlerkandidaten gefunden, Peer Steinbrück, bekannt vor allem für die Rettung deutscher Banken im Zuge der Krise und sein Buch mit Altkanzler Schmidt. In der SPD verkörpert er den konservativsten Flügel, der eher mit CDU und FDP regieren würde, als auch nur mit der Linken zu sprechen, wohl wissend, dass dann das eigene Programm umgesetzt werden müsst.

Sein politisches Vorbild für den Wahlkampf sieht er in Gerhard Schröder, der den meisten Menschen in Deutschland vor allem wegen Hartz 4 und der Agenda 2010 in Erinnerung geblieben ist.Der ehemalige Kanzler und aktive Gazprom-Lobbiyst,  zeigte sich gegenüber dem Spiegel zufrieden mit der Entscheidung und fand lobende Worte für die nominierung des Kanzlerkandidaten der SPD: “Peer Steinbrück verkörpert in idealer Weise eine hohe Kompetenz und den Willen zur Macht”, so Schröder, der im Willen zur Macht vor allem etwas positives sieht. “Mit seiner Nominierung sind die Chancen der SPD erheblich gestiegen,” so der Altkanzler.

Steinbrück braucht Beinfreiheit

Am vergangenen Samstag stellte sich der Kandidat der SPD-Basis beim Parteitag der Genossen in NRW vor und positionierte sich zur Programmdiskussion, dieses “müsse zu dem Kandidaten passen und umgekehrt der Kandidat zu dem Programm”. Weiterhin forderte er seine Genossen auf: “Ihr müßt dem Kandidaten auch an der einen oder anderen Stelle ein bißchen Beinfreiheit einräumen.” Steinbrück gab bekannt, er setze “eindeutig auf Sieg und nicht auf Platz”, er wolle Kanzlerin Angela Merkel ablösen und mit den Grünen regieren. Für eine große Koalition sei er nicht zu haben, für eine Koalition mit der FDP schon, wenn diese auch direkt von der FDP abgelehnt wurde. Der Welt am Sonntag versicherte er, dass sie sich keine Sorgen über eine linke Regierung machen müsse: “Die SPD wird mit der Linken keine Koali­tion bilden. Die Piraten werden nicht regieren wollen – und könnten es auch nicht.”

Linke positioniert sich
Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping sieht Steinbrück trotzdem als Partner für eine mögliche Koalition mit der Linken. Dem Hamburger Abendblatt sagte sie: “Für uns zählt nicht die Personalie Steinbrück, sondern das Programm.” Über Bündnisse entschieden nicht Kandidaten, sondern Parteien. Auch mit Steinbrück werde Die Linke Schnittmengen für soziale Reformen sondieren. SPD, Linke und Grüne sollten sich “von den kindischen Abgrenzungsritualen lösen, um aus einer zersplitterten Opposition eine schlagfähige Mehrheit zu formen”, so Kipping

Der Bundesvorsitzender Bernd Riexinger sieht mit der Nominierung von Peer Steinbrück zum SPD-Kanzlerkandidaten wachsende Chancen für seine Partei. Er werde für viele SPD-Wähler Grund sein, die Linke zu wählen, sagte Riexinger auf einem Landesparteitag der Linken in Neumünster. Die Genossen hätten jemanden nominiert, der “die eigene Partei nicht leiden kann”. Mit dem Thema Bankenregulierung rücke die SPD aktuell nach links, doch Steinbrücks Vorschläge enthielten keine neuen Elemente, sagte Riexinger.

Wo Kipping die Möglichkeiten für eine Koalition sieht ist allerdings mehr als offen, denn Steinbrück steht wie wenige andere in der SPD für einen neoliberalen und markfreundlichen Kurs, für den er sogar von Josef Ackermann gelobt wird. Steinbrück kann für eine linke Regierung kein passender Kanzler sein, nun auf eine Koalition mit ihm zu setzen, dürfte viele linke Sozialdemokraten, die sich einen anderes System wünschen, abschrecken.

Riexinger und Kipping sorgen für Aufwind!

Bern Riexinger; Quelle: http://www.flickr.com/photos/dielinkebw/7155332685/sizes/m/in/photostream/

“Die letzten vier Monate waren gute Monate für die Linke”, konnte man von Katja Kipping am Montag hören, als sie  mit Riexinger zur 120-Tage-Bilanz vor der Presse erschien. Die letzten vier Monate scheinen wirklich von Erfolg gekrönt zu sein. Die junge und immer sehr gesprächsbereite Kipping und der erfahrene Gewerkschafter Riexinger bilden ein Duo, das es schafft die Wogen innerhalb der Linkspartei zu glätten. In der Partei soll aber keinesfalls gekuschelt werden, das konnte man heute wieder feststellen, als Riexinger den neuen SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück kritiseirte.

Als am Freitag bekannt wurde, dass Steinbrück bei den Bundestagswalen 2013 gegen Angela Merkel antreten wird, erntete Altkanzler Schmidt’s Liebling nicht nur positive Kritik. Linken-Chef Bernd Riexinger beispielsweise sieht in der Nominierung von Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat der SPD einen Offenbarungseid der SPD-Linken. Zwar liebäugelte die Linke in letzter Zeit immer wieder mit einem Bündnis mit der SPD und Grünen, die sich allerdings nicht sonderlich gesprächig geben. Als ein Autor der  tageszeitung “neues Deutschland” die Frage aufwarf, dass die Linke ihre Pläne mit der SPD nun begraben werden, reagierte Riexinger gelassen: »Wir machen uns keine Illusionen Diesen Beitrag weiterlesen »

Wagenknecht für Stop der Sparzwänge in Griechenland

Sahra Wagenknecht

Pressemitteilung von Sahra Wagenknecht (24.07.2012:) “Die Bundesregierung lässt für die Rettung der Banken die Bürgerinnen und Bürger durch andauernde Sozialkürzungen bluten. Dadurch wird die Eurozone immer tiefer in die Rezession getrieben. Griechenland

wurde durch diese verantwortungslose Politik wirtschaftlich und sozial bisher am stärksten geschädigt. Es ist absurd anzunehmen, dass das Land unter diesen Umständen eine Schuldentragfähigkeit erreichen kann. Nicht Athen ist der Hemmschuh der Eurorettung, wie FDP-Generalsekretär Patrick Döring meint, Merkel und Co. sind die Totengräber Europas”, kommentiert Sahra Wagenknecht die Drohungen von Koalitionspolitikern gegenüber der griechischen Regierung. Wagenknecht weiter:

“Die Regierungsparteien und die sogenannten Oppositionsparteien SPD und Grüne sind mit dafür verantwortlich, dass für die griechischen Schulden inzwischen fast nur noch die europäischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haften. Sollte sich die Regierung in Athen dazu entscheiden, die Eurozone zu verlassen, müssten die Kredite abgeschrieben werden. Wer Griechenland aus der Eurozone mobben will, schadet in besonderem Maße auch den Interessen der deutschen Bevölkerung.

DIE LINKE fordert einen sofortigen Stopp der Kürzungspolitik. Die Finanzierung der öffentlichen Haushalte muss in der Eurozone über eine öffentliche europäische Bank sichergestellt werden, die wiederum zinsgünstige Kredite bei der EZB erhält. Durch diese Maßnahme würde die Finanzierung der öffentlichen Haushalte von der Diktatur der Finanzmärkte befreit. Die Staatsschulden sind durch einen harten Schuldenschnitt und eine europaweite Vermögensabgabe für Millionäre drastisch zu senken. Private Großbanken müssen vergesellschaftet und die gesamte Finanzbranche streng reguliert werden. Deutschland muss zudem geeignete Maßnahmen zur Stärkung der Binnennachfrage ergreifen.”

Können linke Regierungen linke Politik machen? – Im Gespräch mit Diana Golze

Diana Golze auf dem Podium

In Deutschland gibt es nur eine einzige Regierung, in der die Linke mitarbeitet, die Landesregierung in Brandenburg. Diese Regierung wird sowohl von links als auch von rechts kritisiert. Wir haben uns mit Diana Golze, Bundestagsabgeordnete aus Brandeburg und stellvertretende Vorsitzende der Linken im Bundesland, über linke Regierungen und eine moderne Linke unterhalten.

Die Freiheitsliebe: Diana du bist stellvertretende Landesvorsitzende in Brandenburg, hast du dich 2009 für die Koalition mit der SPD eingesetzt?

Diana Golze: Ja, das habe ich. Nach meiner Auffassung hatten wir bei der Landtagswahl einen deutlichen Regierungsauftrag bekommen. Die überwiegende Mehrheit des Landesverbandes hat dies ähnlich gesehen und deshalb dem Koalitionsvertrag zugestimmt.

 

Die Freiheitsliebe:  Rot-Rot in Brandenburg ist momentan die einzige Regierung, an der die Linke beteiligt ist. Wieso konnte in Brandenburg eine Regierung entstehen, in anderen Bundesländern nicht? Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Linke wird gestärkt – Signale nach außen

Der neue Parteivorstand

Am Sonntag endete der Parteitag der Linken, viel wurde von verschiedenen Medien und Politikern anderer Parteien über den Zerfall der Linken gesprochen, auch linke PolitikerInnen nahmen das Worte “Spaltung” in den Mund, unter anderem der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi. Auch auf dem Parteitag wurde viele darüber gesprochen, doch der Parteitag hat ein anderes, für die Linke in Europa, deutlich sinnvolleres Zeichen gesetzt.

Viel wurde am frühen Samstagnachmittag über eine mögliche Kandidatur der wohl bekanntesten und profiliertesten Politikerin der Linken, Sahra Wagenknecht, geredet. Ausgesetzt wurden diese Spekulationen nur als die beiden wohl bekanntesten Männer der Partei, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, zur Partei sprachen.

Andere Zielsetzung von Gysi und Lafontaine Diesen Beitrag weiterlesen »

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