Medien
“We love North Korea”
Die taz hat es mal wieder geschafft: In einem „angeblich satirischem“ Artikel setzt der Autor Nordkoreas Weltauffassung mit der deutscher Linken gleich und das alles auf Grundlage eines Fehlers: Der Verfasser nahm an, seine Analyse „Grundlage“ sei ein „Echter Propagandafilm“. Leider stellte sich für den Autor heraus, dass es sich um einen Film eines Neuseeländischen Regiseurs handelt. Nach einer solchen Provokation und einem fast schon verunglimpfenden Artikel war der „Shitstorm“ vorprogrammiert.
In dem Artikel, der auf taz.de erschienen ist, wird ein vermeintlicher Nordkoreanischer Propagandafilm besprochen. Der Film zeigt, wie die herrschende Klasse Westeuropas und der USA die Menschen zu Konsumsklaven macht, in der der Er immer härter arbeitet um sich Produkte kaufen zu können, die er gar nicht benötigt. Dabei sind Shopping, Boulevardblätter, Computerspiele, Sex und Fernsehen die Waffe des Kapitalismus um die Arbeiter ruhig zu halten. Nachdem Leser den Verfasser Deniz Yücel auf seinen Fehler aufmerksam gemacht haben, schob er dem Artikel einen Nachtrag ein:
„Einige Leser sowie der „Bild-Blog“ behaupten nun, mir sei ein Fehler unterlaufen. Der Film „Propaganda“ sei in Wirklichkeit kein nordkoreanischer Propagandafilm, sondern ein Film des neuseeländischen Regisseurs Slavko Martino über Propaganda. Das ist richtig.“
“Die bolivarische Revolution ist zu verteidigen.”
Die CDU lässt keine Möglichkeit aus, um die Linkspartei zu kritisieren. Sei es die Ablehnung von Kriegseinsätzen oder Geburtstagsgrüße nach Kuba. Zum Tod von Chavez verfassten Gregor Gysi, Bernd Rixienger und Katja Kipping eine Solidaritätserklärung, in der sie seine politischen Erfolge herausstellten.
Die linke Erklärung
“Mit Hugo Chávez verlieren Venezuela, Lateinamerika und die Linke in aller Welt einen unerschrockenen Verfechter für eine neue, gerechtere Welt”, heisst es am Anfang der Erklärung. Chavez habe sich für “eine besseren Welt eingesetzt, seiner Vision vom Sozialismus im 21. Jahrhundert.” Die Erklärung ist in einem durchaus, weniger kritischem Ton verfasst. Die Intention ist wohl, dass Gute und Erfolgreiche an einem modernen Beispiel für Sozialismus herauszustellen. Die Fraktion lobte den verstorbenen Präsidenten als “Politiker, Praktiker, Theoretiker, Aufklärer, Lehrer”.
Die Linke wird von den Medien ignoriert
Bei den Bundestagswahlen 2009 holte die Linke fast 12%, seit den Wahlen sind ihre Umfragewerte stetig gefallen, von vielen Linken wird dies auch auf ihre mangelnde Präsenz in den Medien geschoben. Ein Vorwurf, der von MedienmacherInnen meist als Lüge bezeichnet und mit dem Verweis auf Nachrichtenbeiträge ins lächerliche gezogen wurde. Der Vorwurf, so beweist eine Überprüfung durch das Institut für Medienforschung, ist mehr als berechtigt!
Deutlichstes Beispiel für die Ignorierung der Linken durch die Medien, lieferte der Wahlkampf in NRW, bei dem die Linke sowohl von Fernsehsendern, als auch Zeitungen ignoriert wurde. Die geringe Aufmerksamkeit, die die Linke in Nachrichtensendungen erhält, müsste zu einem Umdenken in der Partei führen. Öffentlich-Rechtliche-Sender sollten deutlich dafür kritisiert werden, wenn sie nicht ausgewogen über die Parteien berichten. Zeitungen und Fernsehsendern in Privatbesitz, die die Linke ignorieren, kann wenig Vorwurf gemacht werden, denn die Positionen der Linken dürften den meisten Konzernen, denen die Medien gehören, nicht gefallen. Die Linke könnte statt auf Konzermedien, stärker auf den Aufbau kleinerer unabhängige Medien, wie die Nachdenkseiten, die Junge Welt oder auch eigene Medien wie das “Neue Deutschland” setzen.
Offizielle Premiere: VERBOTEN-VERFOLGT-VERGESSEN
Der neue Film des Regisseurs Daniel Burkholz beleuchtet einen Aspekt des Kalten Krieges. Knapp ein halbes Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs rüstete die Adenauer-Regierung wieder auf. Eine neue Armee wurde von
der Bevölkerung nicht akzeptiert, breiter Protest formierte sich. Die Reaktion der Regierenden: Verbot der KPD, Verfolgung politisch Andersdenkender, Gefängnisstrafen für Antimilitaristen, Berufsverbote.
Der Film erzählt die persönlichen Geschichten Verfolgter, wertet jedoch auch durch Wissenschaftler die historische Bedeutung. Ein verdrängtes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte erhält durch den Film Gesichter und
Stimmen.
„Verboten – Verfolgt – Vergessen“ wurde von
der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW gefördert.
Anschliessende Diskussion mit
Herbert Wils, Zeitzeuge
Ingrid Wils, Zeitzeugin
Günter Bennhardt, Zeitzeuge
Gerd Deumlich, Zeitzeuge
Daniel Burkholz, Regisseur
Dr. Rolf Gössner, Publizist
19.11.2012 | 19:00 Uhr
Wichernhaus, Dortmund
Mit Mit Herbert Wils, Ingrid Wils, Günter Bennhardt, Gerd Deumlich, Daniel Burkholz, Dr. Ralf Gössner.
Wie verkommen sind unsere Medien?

Wolfgang Lieb
Die meisten Medien in Deutschland sind zwischen Mitte-Links und Mitte-Rechts anzuordnen, eine wirkliche Kritik an der aktuellen Politik, die sich auf eine Perspektive jenseits des Systems erstreckt, wird von den wenigsten geboten.
Einzig Blogs und kleinere Tageszeitungen, wie die Junge Welt, versuchen eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen.
Wolfgang Lieb, neun Jahre Regierungssprecher unter Ministerpräsident Johannes Rau, Ex-Staatssekretär, kennt die Macht der Medien aus seiner Arbeit im Staats- und Regierungsapparat. Er hat sich mit der Rolle des größten deutschen Medienkonzerns, der Bertelsmann-AG beschäftigt und gehört zu den Initiatoren eines bemerkenswerten Projekts von Gegen-Öffentlichkeit, den “Nachdenkseiten.de”. Erst jüngst wurde dort am Beispiel des Bundespräsidenten-Kandidaten Joachim Gauck dargestellt, wie – in diesem Fall die Springer- Medien wirksam ins politische Handeln eingreifen
15.11.2012 | 19:30 Uhr
ZAKK, Düsseldorf
Mit Dr. Wolfgang Lieb, Köln
Facebook versteckt Wahlurne!

Vor wenigen Wochen berichteten wir, dass Facebook bereits am Zenit angekommen sei. Der potenzielle Facebook-Markt in Europa, Nord- und Südamerika ist weitesgehend gedeckt. In China ist Facebook für den Bürger sogar komplett Tabu – auch in vielen anderen asiatischen Ländern herrscht die Facebook-Zensur. Facebook ist mit seinen 900 Millionen Nutzern mit Abstand das größte soziale Netzwerk weltweit, besitzt viel Macht über die Daten der Nutzer und wurde zuletzt immer wieder aufgrund neuer ABG-Änderungen harsch kritisiert. Zu sehr würde der Nutzer in seinen Rechten beschnitten, warnen immer wieder Experten und Kritiker. Nun will Facebook die Demokratisierung im eigenen Unternehmen durchsetzen, versteckt aber anschließend die Wahlurne und lacht sich dabei ins Fäustchen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Ist China kommunistisch und kapitalistisch zugleich?
Die Volksrepublik China (VR China) ist seit ihrer Gründung 1949 Gegenstand kontroverser Debatten im linken und demokratischen Spektrum. Nach Mao Zedongs Tod lieferten die einschneidenden Reformen seit 1978 Stoff für neue Fragen wie: Ist China heute kapitalistisch? Oder: Ist China noch immer irgendwie kommunistisch? Diesen beiden Fragen widmet sich dieser Artikel.
Ist die VR China kommunistisch und kapitalistisch zugleich?
Wenn die Volksrepublik China in den Medien kritisiert wird, wird nicht selten etwa vom “kapitalistischen Kommunismus” oder von “kommunistischen Kapitalisten” gesprochen. China sei also zugleich kommunistisch und kapitalistisch. Aber wie kann das sein?
Die VR China wird seit 1949 von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) regiert. Diese Partei versteht sich selbst also als kommunistisch und sieht in China eine sozialistische Gesellschaft. Sie predigt den Kommunismus als Fernziel, feiert die eigene revolutionäre Vergangenheit und ehrt den 1976 verstorbenen Vorsitzenden der KPCh Mao noch immer. Sie stellt das eigene System als erfolgreiche Alternative zum westlichen System dar und legitimiert sich mit der eigenen Rolle bei der Stabilisierung von Gesellschaft und Wirtschaft Chinas. Ihre Wirtschaft nennt die KPCh eine “sozialistische Marktwirtschaft”, die anders sei als der Kapitalismus im Westen, weil die KP ja noch ein Auge auf den Markt hat und ihn bändige, weil der staatliche Sektor noch immer einen großen Teil der Wirtschaft ausmacht und weil das Fernziel eben noch der Kommunismus sei. Diesen Beitrag weiterlesen »
3. Mai – Der internationale Tag der Pressefreiheit

KONY 2012 – fällt der Rebellenführer Nordugandas noch dieses Jahr?

Wer ist Joseph Kony? Diese Frage könnnen wohl die wenigstens auf diesem Planeten beantworten. Bei Joseph Kony handelt es sich um den brutalen Rebellenführer Nordugandas, welcher über 30.000 Kinder(andere Quellen berichten von über 60.000 Kinders) mit Waffen ausgerüstet. Den Kindern beauftragt er, ihre Eltern und Zivilisten zu erschießen – mit dem von ihm ausgesprochenen Ziel, ein theokratisches Herrschaftssystem in Uganda einzuführen, das auf den Zehn Geboten basiert.
Wir leben in einer noch nie so stark vernetzten Welt. Das Inernet öffnet uns unzählig viele Türen, durch die wir nur durch gehen können – und auch sollten. Denn auch wenn in der westlichen Welt der Wohlstand noch lange nicht gerecht verteilt ist und noch ein großer Graben zwischen Arm und Reich liegt, so leben wir doch in einer weitaus friedlichen Welt. Ganz anders sieht es beispielsweise in Norduganda aus, wo seit über 20 Jahren ein Mensch namens Kony nahezu unbehelligt den Eltern die Kinder wegnimmt und sie in die Obhut einer Mörderbande legt.
Der Initiator des Projekts “Kony 2012″ mit dem Namen Jason Rusell reiste selber im Jahr 2003 nach Uganda, wo er mit Kindern, die dem Tod fliehen konnten, sprach. Der US-Amerikaner gab in diesen Tagen Jacob, einem Flüchtling, das Versprechen, dass er alles versuchen wird, das System namens “Kony” Diesen Beitrag weiterlesen »
Die Macht der Worte
Gestern war der 141. Geburtstag von Rosa Luxemburg, der wohl größten Revolutionärin des vergangenen Jahrhunderts. Ihr Kampf und ihr Einsatz für eine gerechtere Welt spornt auch uns jeden Tag wieder an, etwas verändern zu wollen. Eines ihrer Zitate inspiriert uns dabei besonders: „Das einzige Gewaltmittel, das zum Sieg führen wird, ist die politische Aufklärung im alltäglichen Kampf.“

Auch wir glauben an den Erfolg der Worte. In Zeiten der täglichen Gewalt bleibt das Wort die mächtigste Waffe, wenn wir etwas verändern wollen. Im Kampf für eine solidarische und friedliche Welt können Waffen keinen Wert haben, da sie darauf abziehlen Menschen zu töten. Die einzige Waffe, die uns in diesem Kampf dient, sind unsere Worte und unsere Taten.
Gegenöffentlichkeit schaffen
In Deutschland haben wir zumindest faktisch eine Trennung von Legislative, Exekutive und Judikative, auch wenn sie sich gegenseitig beeinflussen und die Politik Posten in den verschiedenen Bereichen vergeben kann. Es gibt aber noch eine vierte Macht, eine deren Rechte im Diesen Beitrag weiterlesen »




