Musik

Wie lange noch? – Es reicht!

“Wie lange noch?” fragen Scarabeuz und Taleb Khalil in dem gleich lautenden Song, der die Ungerechtigkeit und Ungleichheit auf der Welt thematisiert.  “”Wie lange noch” ist ein Track über Vorurteile und Misszustände, wie sie in der heutigen Welt leider viel zu oft vorkommen,” heißt es in der Beschreibung des Liedes durch die Künstler.

Die Ungerechtigkeit und Diskriminierung werden in dem Song dann auch diskutiert, so heißt es über die amerikanische Einsätze “Wie lange noch töten sie (Amerikaner) Zivilisten, wie lange noch nennt man nur uns Terroristen”? Die Sängerin Omima wendet sich im Refrain allgemeiner gegen Gewalt, “wie lange müssen wir all das ertragen und Menschen sterben sehen?”.

“Ich bin kein Antisemit, ich übe nur Kritik, wie lang investiert ihr nur in Krieg” so eine deutliche Krieg von Taleb an der westlichen Politik im Nahen Osten. Die wohl deutlichste Stelle für die Ablehnung von antimuslimischer Diskriminierung stammt ebenfalls von Taleb: “Trägt ein Jude ein Bart nennt man ihn Rabbi, trägt ein Moslem ein Bart nennt ihr ihn Radikal. Guck die Nonne trägt ein Kopftuch, keiner wundert sich, trägt eine Frau bei uns ein Kopftuch, nennt ihr sie unterdrückt.”

Taleb Khalil, Scarabeuz und Omima liefern einen guten musikalischen Beitrag gegen Krieg und antimuslimischen Rassismus, die Angst der israelischen Bevölkerung wird leider nicht erwähnt.

Ich frag mich wann werden wir akzeptiert? – Immigranten

“Ich frage mich wann werden wir akzeptiert, wann werden sie den Hass gegen uns verlieren?” rappt Nate 57 in seinem neuen Song “Immigranten”, in dem er gekonnt die wirtschaftliche und gesellschaftliche Ausgrenzung von vielen jungen Menschen mit Migrationshintergrund schildert. Ein Song, der die Lebensrealität in einer deutlichkeit darstellt, die vielen wissenschaftlichen Analysen fehlt.
“Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer weiter, Firmen wechseln ihre Leiter und feuern die Mitarbeitern. Mit Hartz IV überleben, eine Zumutung”, so Nate 57 zu Beginn des Songs und bringt damit eine Wahrheit auf den Punkt, die die meisten Menschen inzwischen erkannt haben.
Deutlich wird die Problematik, die er thematisiert vor allem, wenn er die alltägliche Ausgrenzung beschreibt: “Ihr schürt den Hass gegen uns und wundert euch über Rassismus? Beispiel? Jungs wie wir kommen nicht rein in eure Diskos!”
Sein Song ist eine Beschreibung von alltäglicher Ausgrenzung, die von viel zu vielen Politikern bisher ignoriert wird.

Kommt nach vorne – Gemeinsam für Tim!

Tim ist nur die Spitze des Eisbergs, unser Recht auf Widerstand ist nur ein scheiß Wert”, rappt Holger Burner auf seinem neuen Song “kommt nach vorne”, in dem er die Folgen der Kriminalisierung von Tim H. verarbeitet. In den Wochen seit Tim verurteilt wurde, hat der Widerstand gegen die Bestrafung von Tim immer mehr an Kraft gewonnen. Es ist Zeit, dass die deutsche Politik endlich zeigt, dass Faschismus und nicht der Widerstand dagegen ein Verbrechen ist.

Solidarisiert euch mit Tim!

 

Boykott – Solikonzert des rappenden Punks

Solikonzert - Boykott

Solikonzert – Boykott

„Alte Schule, neue Schule, die Grenzen verwischen. Bin ich Hip Hop, bin ich Punk, ich bin irgendwas dazwischen. Und jetzt kommt mir nicht mit deutscher Rap, die Scheisse macht mich krank. Ich bin kein Rapper, ich bin Deutschlands best rappender Punk “

Boykott rappt in seinem ersten Track „Rappender Punk“ seines Zweiten Albums „Solikonzert“ darüber, dass er kein Hip Hopper ist, sondern ein rappender Punk. Den unterschied sieht er darin, dass er mit seiner Musik nicht auf Erfolg aus ist, sondern seinen Teil zur Gesellschaft beitragen will („Mach das hier mein Leben lang, auch wenn ich nicht davon leben kann. Es reicht mir völlig, wenn ich Euch etwas dafür geben kann […]Der Erfolg bleibt so weit weg, ich mach das hier nur für Euch“). Boykott übt Kritik am Mainstream Rap, so sagt er z.B. „, der will uns doch verarschen, der kommt in seinen Lyrics aus ohne Ficken und Blasen.“ Dieser Song verdeutlicht sehr gut, dass Boykott nicht für Geld und/oder Fame rappt, sondern um bestimmte Messages mit seiner Musik zu transportieren. Diesen Track als Einstieg in sein zweites Album zu wählen, ist sehr geschickt. Dadurch macht der Artist nämlich seine Intention deutlich. So würde Boykott wahrscheinlich auf die von Savas in die Rap Community geworfene Frage „Warum Rappst Du?“ mit „Um etwas zu verändern“ antworten. Dadurch hebt sich Boykott vom vielen Rappern ab. Besonders interessant am Beat ist der Bruch nach 2/3 des Tracks, von einem Beat, der gute Laute verbreitet und zum Feiern einlädt, hin zu einem Beat, der eine ernsthafte und aggressivere Stimmung verbreitet. Die Thematik bleibt dieselbe, jedoch verleiht dieser Bruch dem Track einen gewissen Nachdruck.

 

„Es fühlt sich gut an, was ich bewege mit Rap. Wir stehen hier auf der Bühne für einen guten Zweck. Doch wenn ich ehrlich bin, geht das nicht so oft, denn auch wir haben laufende Kosten […], auch die Musik ist Zeit- und vor allem Kostenintensiv. Und immer nur reinzustecken ist auf Dauer ziemlich mies, also ist ein Kompromiss der einzige Ausweg. Das heißt, dass ich gerne, aber nicht immer soli aufdreh. Ich bin solidarisch, was geht mit dir? Bist auch solidarisch mit mir?“ Der zweite Track „Solikonzert“ greift die Kostenthematik auf. Boykott betont mehrmals, dass er gerne Anfragen auf Soli Konzerte zustimmt, auch wenn er keine Gage dafür bekommt. Das ist tatsächlich sehr solidarisch von ihm, jedoch hat jede Medaille seine zwei Seiten. So ist in diesem Fall die zweite Seite das Problem der Kosten. „Musik ist Zeit- und vor allem Kostenintensiv“ bringt es sehr gut auf den Punkt. „Was zu essen kommt nicht allein aufn Tisch. Auch die Miete zahlt sich von allein leider nicht“. Es wird deutlich, dass Boykott kaum lebensnotwendige Kosten mit seiner Musik decken kann, geschweige denn in Luxus leben kann (was er sicherlich selbst ablehnen würde). Er macht den Zuhörer auf diese Problematik aufmerksam, ohne wirklich fordernd zu werden. Er bringt authentisch rüber, dass ihm die Musik und die damit verbundende Message im Vordergrund steht, jedoch wie jeder (nicht groß bekannte) Künstler irgendwie die Lebenserhaltungskosten decken muss. Dies ist ein Problem vieler Rapper, selbst solcher, die weit mehr Klicks auf Youtube haben als Boykott. An dieser Stelle sollte eins gesagt werden: Wenn Ihr seine Musik feiert, kauft sein Album: http://www.boykottone.de/shop . Solidarität sollte weit genug gehen, um 12€ inkl. Versand abzudrücken, um einen linken Künstler zu unterstützen, der gute Musik macht. Abschließend zu dem Track: Die Beat ist gut, die Geigen passen und Boykott flowt den ganzen Track über gut. Diesen Beitrag weiterlesen »

Krieg heißt jetzt Friedenseinsatz

“Ich will gar nichts sagen über all die Greueltaten, vergewaltigt, verstümmelt, verschart statt begraben. Auch die Natur trägt ihre Narben, auf Jahrzehnte verseucht, durch Minen oder Munition mit Uran. Dann kommen sie präsentieren die Motive, besonders beliebt Menschenrechte und Demokratie, man hat ja alles versucht mit Diplomatie. Nur als letztes schickt man Truppen in den Krieg,” so rappt der Rapper Pan in seinem Song “Krieg”.

Er erkennt richtig, dass es sich bei den Angriffskriegen niemals um Menschlichkeit dreht und rappt, die Worte voller Sarkasmus: “Es geht nicht um Geld und niemals um Macht, für ehrenhafte Ideale werden Hundertausende umgebracht.”

“Das Argument des Verteidigungsfall fällt dennoch weg, somit ist keiner dieser Kriege vom Völkerrecht gedeckt. Halten wir fest, jeder Politiker der darin verwickelt war, ist Kriegsverbrecher nach geltendem Gerecht,” so das vollkommen richtige Fazit.

Parallelen United – Rapper gegen Armut und Ausgrenzung

Deutscher (Straßen-)Rap handelt häufig von dem Wunsch nach viel Geld und den Geschichten über die dicken Autos, die man fährt, und den Geschichten über die Drogen die man verkauft/nimmt. Celo und Abdi gehören ebenfalls zu den Rappern, die sich meist diesen Themen widmen, haben es aber mit dem Song “Parralelen” geschafft sozialkritische Inhalte in harten Straßenrap zu bringen, gemeinsam mit vielen anderen Musikern haben sie nun “Parallelen United” gegründet, eine Iniative für Jugendliche, die sozial benachteiligt sind.

Beteiligt an dem Projekt sind Celo & Abdi, Automatikk, Massiv, Mo Trip, Joka, Sentence, B-Lash, Favorite, Veyse, Capo, Olexesh, Summer Cem, JuriI, Toni der Assi, Bosca, Liquit Walker, Timeless, Anoush, Behrang, Malik, Tatwaffe, Mosh36, Animus, Milonair, 60/60, Vlacho, Crackaveli, Azro, Doe, Salomo, Credibil, Ray Rah, Elijahu.

Sozialkritische Rapper und Straßenrap

Mit Behrang, dem Macher des Song Anarchie, den wir auf unserer Seite schon vorgestellt haben, B-Lash, Tatwaffe, Animus und Joka finden sich auf den beiden Remixen Rapper die schon vorher mit verschiedenen sozial- und gesellschaftskritischen Texten aufgefallen sind. Bei den meisten anderen Rappern handelt sich eher um  “klassische Straßenrapper”, die sich meist zum ersten mal an ein solches Thema heranwagen, wenn auch Bands wie Automatikk schon mit leicht antikapitalistischen Reimen aufgefallen sind. Sozialkritische Themen, die durch Rap in einer anderen Art thematisiert werden, können dazu dienen, dass viele Jugendliche, die sich bisher nicht mit Politik und den Gründen für die gesellschaftlichen Unterschiede beschäftigt haben, dies tun.

Über die Intention für das Projekt heißt es auf der Homepage:

Inspiriert von der Wortkombination „Parallel dazu…“, gaben innerhalb des PARALLELEN UNITED RMX neben Celo & Abdi weitere HipHop-Künstler Einblicke in die eigene Welt von zugehörigen Assoziationen. Insgesamt gewähren 35 musikalische Statements aus der ganzen Bundesrepublik einen Einblick in die Köpfe der Helden unserer Jugend. Heraus kommt ein großartiger Querschnitt aus Sichtweisen und Perspektiven, Gedanken und Überlegungen, Sozialkritik und – raptypisch – der ein oder andere Egoflash.

Spenden für soziale Projekte

Die Einnahmen, die durch Spenden bei Betterplace, Spenden-SMS und Tshirt-Verkäufe generiert werden, fließen zu 50% in jeweils gleichen Teilen an jeweils einen gemeinnützigen Vorschlag der Artists, die anderen 50% fließen in Projekte, die die Künstler aktiv unterstützen und so zu weiterer Unterstützung beitragen.

Wer das Projekt mit SMS-Spenden unterstützen möchte, kann das tun:

Unterstütze uns bitte im Fall einer Spende entweder über den Spendenbutton oder gerne 3 € per SMS-Spende “PARALLELEN UNITED” an die Nummer 81190.

Die Charity-SMS kostet Dich 3 € ggfs. zzgl. der Kosten für eine normale SMS. Alle beteiligten Partner verzichten hier auf einen Gewinn. 2,83 € werden an das Hilfsprojekt weitergeleitet.

Das offizielle Parallelen United – Premium-Supporter-Shirt könnt ihr bestellen bei www.a-of-l.de
10 € pro verkauftem Shirt werden an unser Projekt gespendet

“Parallelen United wird Projekte fördern, die sich für einen besseren Zusammenhalt zwischen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, einsetzen. Zudem werden wir mit Eurer Hilfe in verschiedenen Teilen der Bundesrepublik weitere eigene Aktionen, Festivals, Events und Workshops durchführen”, so heißt es auf der Homepage.

Über Parallen United, das unter dem Dach von  Windrad e.V. aufgebaut wird, wird auf der Homepage geschrieben es sei “das Ziel mit seinen Mitteln, soziale Projekte in Deutschland zu unterstützen und selbst zu initiieren. Zu den Mitinitiatoren gehören die beteiligten Künstler und Mehmet Kerem -Art of Life-, der für die Koordination zwischen Musikprojekt und Verein zuständig ist. Für den Verein ist Torben Pfeiffer als Projektleiter tätig.

Die meisten Texte, die in den beiden Liedern vorkommen, sind politisch wenig anspruchsvoll, teilweise sogar unpolitisch, wenn die Künstler aber dadurch versuchen junge  Menschen zu politisieren und auch beginnen häufiger politische Themen zu behandeln, dann könnte “Parallen United” tatsächlich erfolgreich werden.

Die beiden Remixe kann man hier hören:
Remix 1 http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=nD3FzuVoF00
Remix 2 http://www.youtube.com/watch?v=TSdC4RF_hYM

Vorurteile und Integration

Vorurteile über MigrantInnen in der Gesellschaft sind keine Seltenheit, es gibt allerdings auch Vorurteile von Migranten über Deutsche. Der Düsseldorfer Rapper Al-Gear hat einen sehr interessanten Song gemacht, in dem er aus “migrantischer”  und “deutscher” Perspektive über die jeweils andere Seite rappen lässt. Am Ende seines Songs, rappt er selber und entkräftet Vorurteile auf beiden Seiten.

Der Song “Integration” thematisiert das Thema Integration auf eine humorvolle Variante. Kann die Integrationsdebatte Spaß machen? Ja, mit Songs wie diesen.

Mach deine Augen auf und hilf!

“Die Güter der Erde würden für alle reichen, doch die Ärmsten werden ärmer und arbeiten für die Reichsten,” so rappt der Rapper Behrang, in seinem kapitalismuskritischen Song “Traurig, Traurig (Anarchie)”.
Behrang setzt sich in dem Song mit den schlimmsten Auswüchsen des Kapitalismus auseinander, ohne eine ganze Analyse des Systems zu liefern.
Musik ist Kunst und Kunst kann politisch sein, wie dieser Song zeigt, Kunst muss aber auch Freiheit haben und nicht immer alles in gänze beschreiben. “Sie wollen uns durch Krieg Frieden bringen, doch es geht nicht”!

Fremd im eigenen Land

“Das Problem sind die Ideen im System, ein echter Deutscher muss auch richtig deutsch aussehen” rappt Advanced Chemistry schon vor 20 Jahren und widmete sich den Problemen der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland. Ein Song, der kurz nach den rassistischen Morden in Rostock Lichthagen für Aufsehen sorgt.
“Nicht anerkannt, fremd im eigenen Land. Kein Ausländer und doch ein Fremder”

“Fremd im eigenen Land” ist nicht nur ein Lied von Adnaced Chemistry, auch der österische Rapper Nazar hat sich der Thematik gewidmet, wenn auch mit dem Blick auf den Iran und Östereich, zwei Länder in denen er “fremd ist”:

frag mich was hab ich gefühlt als Kind;

als wir geflüchtet sind auch wenn es jetzt ernüchternd klingt

heute frag ich mich warum es so sein sollte,

denn als Moslem bist du für den Staat ‘ne Zeitbombe.

Es ist nicht einfach, ich stehe zwischen zwei Welten,

zwei Welten, die sich gegenseitig als Feind gelten.

Beide Songs spielen auf ein Problem an, dass die Politik und die Gesellschaft nicht zu lösen wissen/wollen, die Ausgrenzung von “Deutschen mit Migrationshintergrund.”

Sans Papier – Staatenlos in Deutschland

100.000. leben in Deutschland ohne, dass der Staat von ihrem Aufenthalt wirklich Kenntnis nimmt. Sans Papier werden sie genannt, da ihnen die Papiere fehlen, mit denen sie in Deutschland bleiben könnten.
Dem Problem der “Papierlosigkeit” hat sich der algerische Rapper “Afro Hesse” gewidmet, welcher ebenfalls jahrelag ohne Papiere und Sicherheiten in Deutschland lebte.
“Sie geben uns keine Chance, wir sind Sans Papier”

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