Interviews

Relikte des Mittelalters endlich überwinden – Im Gespräch mit Ralf Michalowsky

Ralf Michalowsky

Immer weniger Menschen in Deutschland sind religiös, in den Parteien ist diese Veränderung nicht wirklich angekommen. In der Linken in NRW  hat sich vor wenigen Wochen die LAG Laizismus gegründet. Wir sprachen mit dem Landtagsabgeordneten Ralf Michalowsky, der diese LAG aus der Taufe hob, über seine Gründe und die Ziele der LAG.

Die Freiheitsliebe: Du hast vor wenigen Tagen die LAG Laizismus gegründet, was waren deine Beweggründe?

Ralf Michalowsky: Seit meinem Kirchenaustritt vor 44 Jahren beobachte ich das System Kirche und habe mich auch während meines Soziologiestudiums mit sozialen Systemen beschäftigt. Kirche ist für mich lediglich eine gute Geschäftsidee. Das System lebt davon, dass es schon Kinder indoktriniert, einer Gehirnwäsche unterzieht und durch Androhung der Bestrafung durch imaginäre Kräfte die „Gläubigen“ zu einem, der Kirche genehmen Verhalten, zwingt. Wenn jemand sich freiwillig entschließt zu „glauben“, dann will ich dem nicht entgegentreten, aber es stört mich gewaltig, dass ich und viele andere über die Steuern zur Kasse gebeten werden, um das System Kirche langfristig zu stärken und am Leben zu halten. Wenn die Kirche ihren Gläubigen das Geld aus der Tasche zieht, ist das o.k., aber in NRW gehören 24 % der Menschen keiner Kirche an und bundesweit sind es sogar ca. 35 % und 5 Prozent Moslems, Freikirchler usw.

Die Freiheitsliebe: Welche Vorstellungen und Positionen werden von den Mitgliedern vertreten? Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Die Kindheit ist das Fundament für das ganze Leben – Andrea Asch im Interview

Andrea Asch

Kinder- und Jugendpolitik sind in Deutschland unterbewertet. Wir sprachen mit der überzeugten Jugendpolitikerin Andrea Asch, Abgeordnete für die Grünen im Landtag von NRW, über ihre Ideale, ihre Ideen und die Zukunft der Kinder- und Jugendpolitik.

Die Freiheitsliebe: Du beschäftigst dich mit Jugend- und Sozialpolitik, wie kommt es, dass du dich besonders in diesen Bereichen engagierst?

Andrea Asch: Ich mache seitdem ich 16 bin Politik. Schon in der Schule war ich Mitglied in der SchülerInnenmitverwaltung und bin auf meine ersten Demos gegen AKWs gegangen. Die Aktionen in der Anti-AKW-Bewegung waren sehr spannend und aufregend, aber auch zum Teil ziemlich hart, da wir oftmals einem massiven Polizeiaufgebot mit Wasserwerfern gegenüberstanden.
An der Uni war ich weiterhin politisch aktiv. Hier engagierte ich mich besonders in der Frauen- und Friedensbewegung. Es war die Zeit des Nato-Doppelbeschlusses, der zur Belagerung der amerikanischen Atomwaffenlager geführt hat.  Aber nicht nur die Lager habe ich mitblockiert, auch bei der Blockade der Startbahn West am Frankfurter Flughafen war ich dabei und organisierte viele Aktionen mit.
Zu den Grünen bin ich erst nach dem Studium gegangen. Es war meine Möglichkeit mich einzubringen. Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Die Linke ist eine einmalige Chance – Im Gespräch mit Stefan Bornost (Marx21)

Marx21

Wir haben fast alle Strömungen und Netzwerke in der Linken vorgestellt. Begonnen haben wir mit Julia Bonk, die die Emanzipatorische Linke vorgestellt hat. Es folgte eine Interview über die Kommunistische Plattform in der Linken. Als nächstes konnten wir mit Nele Hirsch über die AKL sprechen, fehlen durfte natürlich auch die Sozialistische Linke nicht. Als wahrscheinlich letztes Interview der Strömungsreihe haben wir uns Marx21 ausgesucht!

Die Freiheitsliebe: Wofür steht Marx21?

Stefan Bornost: Wir verstehen uns als Netzwerk von Marxisten aus unterschiedlichen Traditionen.Uns eint, dass wir die LINKE als eine bewegungs- und klassenkampforientierte Partei aufbauen wollen. Mit der Grüdndung der LINKEN hat sich ein Fenster geöffnet – das erste mal seit langer Zeit können wir versuchen, die Vormachtstellung der SPD in der Arbeiterbewegung herauszufordern. Das ist wichtig, denn trotz Mitgliederverlusten und organisatorischen Problemen bleibt die Arbeiterbewegung in Deutschland ein Riese. Der Riese schläft aber. Von oben, von Arbeitgeberseite, wird ein scharfer Klassenkampf geführt, ist die gewerkschaftliche Reaktion darauf diffus, wie 10 Jahre Lohnstagnation und Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse belegen. In den Gewerkschaften der exportorientierten Industrien ist die sozialpartnerschaftliche und standortnationalistische Tradition strak verankern – viele Gewerkschaftsvertrter in den dortigen Aufsichtsräten begreifen sich de facto als Ko-Manager und ordnen selber Arbeitnehmerinteressen den Betriebsinteressen unter. Dort, wo klar ist, dass die Arbeitgeber nicht an Kompromissen interessiert sind, wie zum Beispiel im Einzelhandel oder im Öffentlichen Dienst sind die Gewerkschaften konfrontationsfreudiger, gehen aber oft von sehr schwachen Strukturen aus. Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Können die Grünen wieder eine Friedenspartei werden – Ein Gespräch mit Uli Cremer

Grüne Friedensinitiative!

Die Friedensbewegung hatte schon deutlich bessere Zeiten und auch die Friedensaktivisten bei den Grünen scheinen keinen leichten Stand zu haben. Wir haben mit Uli Cremer, Mitglied der Grünen Friedensinitiative, über die Möglichkeiten gesprochen, wie man die Friedensbewegung stärken kann und welche Perspektive die Friedensaktivisten bei den Grünen haben.

Die Freiheitsliebe: Uli, Du bist sehr aktiv in der Grünen Friedensinitiative, wie kommt Dein Einsatz für den Frieden?

Uli Cremer: In der Friedensbewegung bin ich schon sehr lange aktiv, eigentlich seit meiner Kriegsdienstverweigerung. Bei den GRÜNEN mische ich seit den 90er Jahren in der BAG Frieden mit, war dort auch zwischenzeitlich mal Sprecher. Leider ist nach dem Ende des Kalten Krieges nicht der ewige Frieden eingekehrt, so dass es wichtig ist, sich auch heute noch für den Frieden zu engagieren. Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Die bayerische Angst vor der Linken – Ein Gespräch mit Xaver Merk (Landesvorsitzender Linken Bayern)

Landesvorstand der Linken in Bayern

Die Linke in Bayern war in den vergangenen Wochen immer wieder im Fokus der Medien. So wurde über ein Papier berichtet, in dem gegen verschiedene Mitglieder der Partei gehetzt wird. In dieser Woche wurde ein Bericht veröffentlicht, nach dem die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes nicht in der Linken sein dürfen. Wir sprachen mit Xaver Merk, dem Landesvorsitzenden in Bayern, über die besondere Situation seiner Partei im Freistaat.

Die Freiheitsliebe: Vor wenigen Tagen wurde öffentlich, dass es in Bayern nicht möglich ist als Mitglied der Linken im
öffentlichen Dienst zu arbeiten
. Welchen Status bekommt dadurch die Linke in Bayern dadurch?

Xaver Merk: Es wurde nicht ganz so gemeldet, aber ich möchte auch nichts beschönigen. Es gibt eine Abfrage beim Einstellungsverfahren, in der unter anderem nach einer Mitgliedschaft in der Linken gefragt wird. Diese Abfrage gibt es schon seit einigen Jahren. Durch die Überwachung der Linken und die Debatte über den Verfassungsschutz wird diese Debatte nochmal hochgekocht und die Linke bekommt dadurch keinen neuen oder anderen Status. Bisher habe ich noch nicht gehört, dass jemand wegen einer Mitgliedschaft in der Linken nicht in den Staatsdienst genommen wurde. Als Gewerkschafter weiß ich aber auch, dass die Gründe für eine Ablehnung meist verschleiert werden. Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Hochschule im Kapitalismus – Ein Gespräch mit Nicole Gohlke

Nicole Gohlke

Als Onlinemagazin von Jugendlichen interessieren wir uns natürlich für Bildungspolitik und die Probleme, die es im Bildungssektor gibt.
Aus diesem Grund haben wir mit der hochschulpolitischen Sprecherin der LINKEN. im Bundestag, Nicole Gohlke,  über die Probleme an den Hochschulen und die Erfolge der Bildungsstreiks gesprochen.

Die Freiheitsliebe: Dieses Jahr haben so viele junge Menschen begonnen zu studieren wie seit langem nicht, die Folge davon sind Auslagerung und höhere Selektierung. Wie kann man die negativen Begleiterscheinungen dieser positiven Entwicklung abbauen?
Nicole Gohlke: Ich würde sagen, dass diese Situation politisch gewollt ist. Das Problem ist eine seit Jahrzehnten währende chronische Unterfinanzierung des Bildungssektors. Es wird immer gesagt, dass es gewünscht sei, wenn mehr Menschen hohe Bildungsabschlüsse machen. Trotzdem wurde bisher wenig dafür getan um sich adäquat auf diese steigende Zahl von Studierenden vorzubereiten. Dass die doppelten Abiturjahrgänge 2011, 2012 und 2013 für mehr Studierende sorgen werden, war ebenfalls bekannt. Man hatte Jahre Zeit, auf diese Situation zu reagieren. Das dennoch nur äußerst unzureichend gehandelt wird, ist meiner Ansicht nach politisches Kalkül. Es ist nicht gewollt, dass jeder an die Hochschule kommt und gute Bedingungen vorfindet. Gewollt ist die Unterscheidung zwischen jenen, die in Führungspositionen sollen und jenen, die akademische Fachkräfte sein sollen, aber auch nicht mehr. Diese Selektivität wurde durch den Bologna-Prozess gestärkt. In den letzten Jahren ging es deswegen auch immer stärker in Richtung von Privatisierungen, da der Staat sich immer mehr aus der öffentlichen Finanzierung zurückzieht. Bei steigenden Studierendenzahlen bedeutet diese Unterfinanzierung zwangsläufig eine schlechtere Situation für alle. Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Angriffe auf EIN BUSTAN – Im Gespräch mit Irena Wachendorff

Irena Wachendorff

Der Nahe Osten ist ein Krisenherd und das schon seit Jahrzehnten. Da die Verhandlungen der vergangenen Jahre keinen Frieden bringen konnten, gibt es immer mehr Versuche von Privatpersonen sich für den Frieden einzusetzen. Wenn man sich für Frieden und Toleranz einsetzt, sollte man bei den Kleinen beginnen, mag man meinen. Irena Wachendorff sieht es ähnlich und wird deswegen bedroht und angefeindet, wir sprachen mit ihr!

Die Freiheitsliebe: Liebe Irena Wachendorff es ist schon einige Zeit seit unserem letzten Interview vergangen. In der letzten Zeit gab es viele Tumulte um den von dir mitgegründeten “Freundeskreis für den arabisch-jüdischen Waldorffkindergarten Ein Bustan”. Wann haben diese Online-Diskusionen begonnen?

Irena Wachendorff: Grüß Dich, Freiheitsliebender, ja, in der Tat, es gab und gibt noch immer viel Tumult, doch das scheint mir mittlerweile ein recht normaler Zustand im Internet zu sein, und gerade FB entwickelt sich mehr und mehr zu einer Plattform, auf der so mancher versucht, sich zu profilieren, sich abzureagieren oder Stimmungen zu schüren.
Ein Pfarrer aus Berlin dachte sich gewiss nur Gutes, als er am Sonntag, den 30.Oktober 2011 auf seiner vielfrequentierten FB-Pinnwand ein „youtube“- Video von mir verlinkte. Das Video gibt meinen Vortrag über den 1. arabisch-jüdischen Waldorfkindergarten in Israel „EIN BUSTAN“ wieder. Diese Rede hielt ich am 9. Oktober 2011 in Bonn auf Einladung der „evangelischen Kirche Rheinland“ zum „Frauenmahl“.
Kaum war das Video verlinkt,  wurden derartige Absurditäten und Beleidigungen zu dem Kindergarten und über meine Person unter diesem Video geäußert, dass Pfarrer Bernd Schade sich dazu entschied, den gesamten Thread zu löschen. Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Warnung vor Krieg ist für Linke oberstes Gebot! – Gespräch mit Diether Dehm

Dieter Dehm - Fotograf: Frank Ossenbrink

In den letzten Tagen wurde der Linken immer wieder vorgeworfen, dass sie Diktatoren unterstütze. Einer, dem dieser Vorwurf galt und der ihn sowohl im Bundestag als auch hier entkräftet, ist Diether Dehm. Wir haben mit ihm über die Auswirkungen von Sanktionen und seine Gründe für die Unterzeichnung des Aufrufs gesprochen.

Die Freiheitsliebe: Du hast vor einigen Tagen einen Aufruf unterschrieben, welcher Sanktionen und jegliche Einmischungen gegenüber dem Iran und Syrien ablehnt. Welche Gründe hattest du, diesen Aufruf zu unterschreiben?

Dieter Dehm: Ich habe meine Gründe sowohl gegenüber der Taz als auch in einer persönlichen Erklärung im Bundestag am 19. Januar und darüber hinaus auch in einer Erklärung dargelegt (unter anderem auch auf der Kundgebung mit Kunst am Nachmittag des 15. Januar in der Volksbühne unter großem Beifall verlesen). Auch wir als Unterzeichnende haben ebenfalls eine öffentliche Erklärung dazu gemacht. In erster Linie droht gegen den Iran ein Krieg, der tatsächlich mit Hilfe geheimer Operationen und Dienste von imperialistischen Staaten vorbereitet wird. Auf diese Kriegsvorbereitung muss klar und laut hingewiesen werden. Ein Krieg gegen den Iran ist möglicherweise der erste Atomkrieg in der Menschheitsgeschichte. Davor nicht gewarnt zu haben, wäre mit meinem Gewissen nicht zu vereinbaren.

Die Freiheitsliebe: Sowohl in Syrien als auch im Iran gehen die Regime gegen Kritiker vor. Gibt es Möglichkeiten, die Regimekritiker vor Bestrafungen zu schützen? Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Wer arbeitet, darf nicht arm bleiben – Im Gespräch mit Anette Kramme (SPD)

Anette Kramme - Quelle:http://www.flickr.com/photos/kramme/5618855996/sizes/m/in/set-72157626370700613/

Die SPD gilt in Deutschland zusammen mit der Linken als die Arbeitnehmer-Partei. Uns ist es gelungen mit der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der SPD, Anette Kramme, über die Ansichten der SPD und deren Pläne zur Stärkung der Arbeiter, in diesem Land, zu sprechen.

Die Freiheitsliebe: Die SPD spricht sich für einen Mindestlohn von 8,50 Euro/h, welche Veränderungen würde ein solcher Mindestlohn bewirken?

Anette Kramme: Eigentlich sollte selbstverständlich sein, dass jeder, der Vollzeit arbeitet, davon auch leben kann. Leider ist das heute nicht der Fall. Löhne von deutlich unter fünf Euro sind keine Seltenheit, immer mehr Menschen müssen trotz Arbeit zusätzlich Hartz-IV beantragen, damit sie über die Runden kommen. Arm trotz Arbeit, das muss ein Ende haben. Die Einführung eines Mindestlohn ist da ein erster wichtiger Schritt.

Mindestlohn bedeutet, dass niemand weniger als 8.50 Euro pro Stunde verdienen darf, egal in welchem Job. Das heißt umgekehrt, dass alle profitieren, die heute weniger als 8.50 Euro bekommen. In Deutschland sind das immerhin rund 5 Millionen Menschen! Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Drogenpolitik – Ein Gespräch mit dem drogenpolitischen Sprecher Frank Tempel(LINKE)

http://medien.linksfraktion.de/bilder/7776243816.jpg
Frank Tempel(die LINKE)

Diefreiheitsliebe: Gibt es andere Parteien und Organisationen, die über die inzwischen weit verbreitete Forderung nach der Legalisierung von Cannabis  hinaus einen Bündnispartner stellen können?

Frank Tempel: Ja, neben der LINKEN haben die Grünen ähnliche Forderungen. Die SPD ändert zwar öfters ihre Meinung in diesem Bereich, aber im allgemeinen kann auch die SPD für eine Legalisierung von Cannabis gewonnen werden.

Diefreiheitsliebe: Wie schätzen Sie die generelle Meinung der Bevölkerung zur Prohibition von Drogen ein? Diesen Beitrag weiterlesen »

flattr this!

Facebook
Wahlumfrage

Welche politische Einstellung hast du zu wirtschaftlichen Themen?

View Results

Loading ... Loading ...
Twitter
Creative Common