Europa

Kroatischer Nazi-Rocker auf Deutschlandtour

In Deutschland Willkommen - Der kroatische Sänger Thompson (Foto: wikicommons / CC- 3.0)

In Deutschland Willkommen – Der kroatische Sänger Thompson (Foto: wikicommons / CC- 3.0)

Der kroatische Sänger Thompson alias Marko Perkovic kommt nach Deutschland. In seiner Heimat füllt er ganze Stadien mit Liedern über “böse Antichristen und Kommunisten” oder eben über Vernichtungslager wie Jasenovac. Er sieht sich selber als glühenden Patrioten und Christen, doch in seinen Liedern feiert er die Ustascha und seine Fans strecken auch gerne den Arm zum Hitlergruß aus. Nun tourt der “Patriot” durch Deutschland.

Kroatien hat ein Rassismus- und Naziproblem. Nicht nur das ein Sänger wie Thompson, der klar faschistische und rassistische Positionen in seinen Lieder verteidigt, ganze Hallen und Stadien mit seiner Musik füllen kann, sondern auch die Tatsache das es scheinbar noch immer Mode ist, in Stadien “Za Dom – Spremni!” zu schreien. Der Gruß der Ustascha, den kroatischen Nazi-Kollaborateuren des 2. Weltkriegs, wurde erst unlängst Josip Simunic zum Verhängnis. Der kroatische Fußballnationalspieler stimme ihn nach der erfolgreichen WM-Qualifikation Kroatien im Stadion an und 20.000 Fans stimmten mit ein: Dafür wurde er von der FIFA zehn Spiele gesperrt, zurecht. Der Gruß, der Übersetzt ”Für die Heimat – bereit!” bedeutet, steht symbolisch für die Vernichtung hunderttausender Serben, Juden, Roma und oppositioneller im “Unabhängigen Staat Kroatien.”

Thompson in Essen und Berlin

Eine Rassisten-Liga höher spielt der kroatische “Rocksänger” Marko Perkovic Thompson. Dieser tourt momentan mit seinem neuen Album  ”Ora et Labora” durch Deutschland. Er selbst sieht sich als unpolitischen Sänger, doch einfaches googlen entlarvt ihn als Lügner. So stellt er im Lied “Jasenovac i Gradiska Stara” unter anderem einen positiven Bezug zu dem Vernichtungslager Jasenovac der kroatischen Ustascha her, grüßt am Ende des Liedes den kroatischen Ustaschaführer Ante Pavelic, sowie die “Schwarzhemden”, ein Spitzname für die SS ähnlichen Formationen der kroatischen Faschisten. In neuern Liedern verhöhnt er “Antichristen, Kommunisten und Freimaurer”, die seiner Meinung nach die kroatische Nation zerstören wollen. Für das Simon Wiesenthal Center ist klar: Thompson glorifiziert “Faschismus und Rassismus.” Thompson beteiligt sich auch jedes Jahr an den Gedenken von Bleiburg, das von kroatischen Faschisten häufig so stark verklärt wird, wie die Bombardierung Dresdens durch Alliierte von deutschen Nazis. Diese tragen dazu bei, dass die Täter-Opfer Rolle im zweiten Weltkrieg häufig verdreht wird und Partisanen werden auf irrationale Weise zu Verteidigern Kroatiens stilisiert. Diesen Beitrag weiterlesen »

Plenum der BürgerInnen der Förderation Bosnien und Herzegowinas

Städte, in denen Proteste und/oder Plena existieren.

Das aktuelle Logo der Proteste mit einigen Städten, in denen Proteste oder Plena existieren.

Das Plenum der BürgerInnen Sarajevos hat endlich eine konkreten Forderungskatalog an die Regierung der Teilrepublik Föderation Bosnien und Herzegowina gestellt. Diese enthält unter Anderem die Forderung nach einem sofortigen Rücktritt der Republiksregierung, den Privatisierungsstopp, die Einführung eines progressiven Steuersystems und die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf alle Grundlegenden Waren wie Wasser, Strom und Nahrungsmittel.

Seit dem 05. Februar und den Aufständen in Bosnien gehen die Menschen im gesamten Land täglich auf die Straße, um für eine bessere Zukunft zu kämpfen. In manchen Städten, wie Zenica, haben die räteähnlichen Versammlungen erste Erfolge erzielt und die Kantonsregierung bereits zum Rücktritt gezwungen. Seit einigen Woche vernetzen sich die Plena, an denen alle BürgerInnen einer Stadt teilnehmen können, auf regionaler Ebene. Der Forderungskatalog der in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo vorgetragen wurde, ist nun ein Teil dieser Ergebnisse. Diesen Beitrag weiterlesen »

Proteste gegen EU-Finanzministerkonferenz in Athen

1546144_319632734828696_1548409597_nIn Athen trafen sich die EU-Finanzminister, um über das weitere Vorgehen in der Krise zu diskutieren. Vor dem Gebäude demonstrierten über 4.000 Menschen gegen Troika, Europa und Austeritätspolitik. Die Polizei ging mit massiver Gewalt gegen die Demonstrant*innen vor.

Wer gegen Austerität und Troika kämpft, der lebt gefährlich. Das beweisen die Fotos und Aufzeichnungen der Demonstrationen gegen das Troika Spardiktat in Griechenland. Gewerkschaften, linke Parteien wie die Syriza und weitere Organisationen hatten zu einem Protest gegen das Treffen und die Sparpolitik aufgerufen. «Die Zeit für den Umsturz (der Sparpolitik) ist gekommen», war nur einer der Sprüche die die Demonstrierenden skandierten. Die Polizei Athens hatte alle Kundgebungen um  das Zappeion-Kongresszentrum, wo sich die EU-Finanzminister trafen, untersagt. Einige Einwohner wollten sich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nehmen lassen.

„Unser Lebensstandard ist seit dem Beginn der Austeritätspolitik dramatisch gesunken“, beklagen die Demonstrant*innen. Griechenland hat seit dem Ausbruch der Banken- und Finanzkrise 2007 unter massiver Armut, Arbeitslosigkeit und dem Rückgang des Bruttoinlandproduktes zu kämpfen. Derweil nehmen auch die Proteste im Land nicht ab und Syriza, das Bündnis linker Parteien, ist in den Umfragen stärkste Kraft. Doch wie wird das Bündnis mit der neokolonialen und neoimperialistischen Politik der EU umgehen?

Diesen Beitrag weiterlesen »

Extreme Polizeigewalt in Spanien

1012891_318213381637298_1458415151_n

Angriff auf dem Madrider Campus / 26. März

Die spanische Polizei räumte in Madrid – unter massiver Gewaltanwendung – vor wenigen Stunden ein Gebäude der Complutense-Universität. Dieses war von etlichen Studierenden während einer Kundgebung im Rahmen des Studierendenstreiks aus Protest besetzt worden. Die Polizei kam auf „Bitten“ des Rektorats um das Haus zu räumen. Ein weiterer Schlag gegen die Menschen Spaniens, die seit Jahren gegen die Sparpolitik der EU und „ihrer“ Regierung auf die Straße gehen. Zudem befinden sich seit Sonntag tausende Spanier*innen in Haft, als die Polizei die Endkundgebung der “Märsche der Würde” gewaltsam auflöste. 

Die Studierenden haben den „Polizeibesuch“ bereits erwartet und aus Müllcontainern Barrikaden errichtet. Im Vorfeld der Besetzung haben sie auf einer Kundgebung gegen die Bildungs- und Sparpolitik, sowie die drastische Kürzung der Stipendien durch die konservative Regierung Mariano Rajoys protestiert. Nach Ankunft der Polizei eskalierte die Situation sofort – Mit Schlagstöcken, Gummigeschossen und Schilden gingen die Einheiten auf die jungen Studierenden los. 54 Studierende wurden verhaftet, die Zahl der verletzten ist im Augenblick unbekannt. Nicht nur in Madrid, sondern z.B. auch in Granada oder Elche gingen die Student*innen auf die Straße, um sich gegen das ausbeuterische System zu wehren. Die Studierendenverbände haben zum Streik aufgerufen und dem folgten Student*innen im ganzen Land. Diesen Beitrag weiterlesen »

Serbien vor dem Kollaps? Das Land nach der Wahl

Parlament in Belgrad

Parlament in Belgrad

BELGRAD In Serbien wurde gewählt und die neokonservative Fortschrittspartei (SNS) erzielte bei den vorzeitigen Neuwahlen die absolute Mehrheit. Die Parteienlandschaft hat sich so dramatisch verändert wie in den vergangenen 15 Jahren nicht. Lediglich vier Parteienbündnisse bleiben im neuen Parlament vertreten, eine erstzunehmende Opposition gibt es nicht mehr. Dabei haben alle Parteien eine Gemeinsamkeit: Ein striktes neoliberales Programm und einen pro EU Kurs. „Alle haben gewonnen, die Menschen haben verloren“ heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme eines unbekannten Aktivisten. Mit 53 Prozent war es die niedrigste Wahlbeteiligung seit zehn Jahren.

Die Neuwahlen waren ein strategischer Coup der SNS. Diese regierte bereits seit zwei Jahren gemeinsam mit der sozialistischen Partei Serbiens, der ehemaligen Partei Slobodan Milosevics. Auf einem Umfragehoch befindlich, spulte die Partei ihren Masterplan ähnlich dem der nordrhein-westfälischen SPD ab: Neu wählen und alleine/richtig regieren – der Plan ging auf. Diesen Sonntag traten dann dutzende Parteien in Serbien zur Wahl an und die Fortschrittspartei erfüllte alle Prognosen. Diese Mal schafften es nur vier Parteien und einige, wenige MinderheiterverterInnen ins Parlament. Lange etablierte Parteien wie die Nationalisten der Radikalen Partei Serbiens (SRS), die Liberale Partei (LDP) oder die konservative demokratische Partei (DSS) scheiterten an der fünf Prozent Hürde. Auch in der Landeshauptstadt Belgrad, welche 2/3 des BIP Serbiens generiert, wird künftig von einer absoluten Mehrheit der Fortschrittspartei regiert. Mit 48,2 Prozent der Stimmen bzw. 156 der 250 Mandate sicherte sich Aleksander Vucic, Spitzenkandidat der SNS und zukünftiger Premier, die Mehrheit. Neben der Fortschrittspartei zog die Koalition der Sozialisten mit 44 Sitzen ins neue Parlament ein. Die neue Partei des ehemaligen Präsidenten Boris Tadic, die neue demokratische Partei (NDS), teilte sich die Stimmen mit der „alten demokratischen Partei“ (DS) fast exakt in der Mitte: Erstere errangen 20, letztere 18 Sitze und bilden alleine oder gemeinsam mit der sozialistischen Partei Serbiens die Opposition. Diesen Beitrag weiterlesen »

Antifaschist aus Kiew berichtet

Nur Faschisten in Kiew?(Foto: flickr.com/ Jose Luis Orihuela/ CC-Lizenz)

Nur Faschisten in Kiew?(Foto: flickr.com/ Jose Luis Orihuela/ CC-Lizenz)

Die Lage in der Ukraine wird immer undurchsichtiger. Während sich in Westeuropa und den USA alles auf einen vermedlichen Völkerrechtsbruch Putins stürzt, kämpfen auf den Straßen Kiews und anderer Städte nachwievor Menschen für ihre Rechte. Dabei ist vor allem der “Rechte Sektor”, der militante Arm der Faschisten, in den Medien und auf Bilder präsent. Doch wie sieht die Lage wirklich aus? Dieses Interview mit Oleg Schelenko aus Kiew, Antifaschist und Experte für Rechtsextremismus, wurde Anfang Februar geführt, also noch vor dem Machtwechsel in der Ukraine und der dadurch möglich gewordenen Regierungsbeteiligung der rechtsextremen Partei Swoboda. Zumindest bislang haben sich trotz der gestärkten Position des paramilitärischen rechtsextremen Zusammenschlusses „Rechter Sektor“ Ängste und Gerüchte hinsichtlich eines rechten Straßenterrors nicht bestätigt. Oleg Schelenko geht jedoch nicht nur auf die aktuelle Situation ein, insofern leistet das Interview zumindest einen Beitrag zum Verständnis der Verhältnisse in der Ukraine.

Je länger die regierungskritischen Proteste in der Ukraine andauern, desto deutlicher zeigt sich, dass ein beachtlicher Teil der Protestierenden keineswegs geschlossen hinter den Oppositionsführern Vitalij Klitschko und Arsenij Jatsenjuk steht. Vielmehr scheint langsam das Bewusstsein zu reifen, dass anstelle eines Machtwechsels durch Neuwahlen grundlegende Veränderungen des politischen Systems notwendig sind, die u.a. eine effektive Kontrolle der Staatsorgane von unten ermöglicht. Was geht tatsächlich vor auf dem Maidan und welchen Einfluss üben die Proteste auf die ukrainische Gesellschaft aus?

Die Ausrichtung des Konflikts in der Ukraine unterliegt einem steten Wandel, ebenso der Einfluss der beteiligten Akteure. Mit der Bewertung dieser Vorgänge sind viele Politologen, Soziologen und andere Analytiker jedoch überfordert. Einige äußern sich gar nicht, andere bleiben in alten Erklärungsmustern aus der Zeit des Zerfalls der Sowjetunion verhaftet. Es überwiegt die Einschätzung, bei den Protesten handele es sich um einen nationalen Unabhängigkeitskampf. Diese Argumentation entbehrt nicht völlig einer rationalen Grundlage, ebenso spielt sicherlich die aktive Einflussnahme Russlands eine Rolle. Wichtig ist dabei jedoch der Kontext, auf den sich diese Deutungsversuche in der Praxis beziehen.  In der Ukraine wurden die neoliberalen Reformen der letzten Jahre längst nicht in solch großem Ausmaß umgesetzt wie in Russland. Trotz der Versuche des ukrainischen Staates und der Wirtschaftselite es dem Nachbarn gleichzutun, finden sich immer noch zahlreiche Überbleibsel aus dem Sozialstaat sowjetischer Prägung: relativ niedrige Wohnnebenkosten und Fahrpreise, Wohnversorgung für sozial Benachteiligte, insbesondere Vertreter der älteren Generation, von Korruption geprägte, aber per Definition kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung. Dem Parlament liegen zahlreiche antisoziale Gesetzesinitiativen vor, doch leisten linke Kräfte – und damit meine ich nicht die rechtskonservative kommunistische Partei und andere „linke“ Sowjetpatrioten – gegen deren Umsetzung bislang erfolgreich Widerstand. Weder das neue Arbeitsgesetzbuch, noch die Wohnreform, noch die Erweiterung der Kontrolle des Internets wurden bislang durchgesetzt, es erfolgte einzig die Erhöhung des Rentenalters, nicht aber die Abschaffung des Solidarprinzips bei der Ausgestaltung der Renten. Das ukrainische Staatswesen wird durch sozialen Populismus bestimmt und die Regierung gibt sich in der Hinsicht sehr zurückhaltend, um keinerlei soziale Proteste zu provozieren. So gab es auch beispielsweise keinerlei Einschränkungen des Versammlungsrechts und schon gar keine „Extremismusgesetzgebung“ wie in Russland.
Bislang existieren im Übrigen kaum Analysen, die die sozialen Mechanismen auf dem Maidan unter die Lupe nehmen und die innere Motivation der Protestierenden versuchen zu fassen. Auf der einen Seite haben wir es mit politischen Außenseitergruppierungen zu tun, die den Maidan als Ausgangspunkt nutzen zur Überwindung ihrer Marginalität. Dabei handelt es sich in erster Linie um Rechtsradikale. So ist beispielsweise der Leiter der Selbstverteidigungsstrukturen auf dem Maidan Andrej Parubij, vormals einer der Anführer der Sozial-nationalistischen Partei SNPU zugleich auch Anführer dessen paramilitärischer Struktur „Patriot der Ukraine“. Aber anders als Oleh Tjagnybok, dem Vorsitzenden der Swoboda-Partei (deren Vorläuferin ist die SNPU, Anm.d.Ü.), kam Parubijs politische Karriere ins Stocken. Jetzt aber steht er weit oben. Das gleiche gilt für paramilitärische nationalistische Organisationen, die von einer Eskalation des Konflikts profitieren.
Andererseits belegen Umfragen, dass sich die entschlossenen Reaktionen der Mehrheit der an den Protesten beteiligten Kiewer Bevölkerung aus den gewalttätigen Polizeieinsätzen erklären lässt. Dazu kommt eine Verschärfung der Wirtschaftskrise, ein Anstieg der Arbeitslosigkeit und eine generelle Verschlechterung der Lebensverhältnisse. Allerdings bin ich weit entfernt von der Idealisierung der Verhältnisse auf dem Maidan, denn dort finden keine demokratischen Entscheidungsfindungsprozesse statt und schon gar keine Vollversammlungen, bei denen alle über ein Rederecht verfügen. Höchstens in Kleingruppen wird über die Notwendigkeit solche Strukturen zu schaffen debattiert. Das bedeutet, dass die politischen Prozesse einer klaren Struktur unterliegen. Es gibt eine Tribüne, von der herab Politiker und ihre Anhänger sprechen, jede Menge Security und Leute in Tarnkleidung, Masken und Helmen, ausgestattet mit Funkgeräten und Stöcken, die sich wie Sheriffs aufführen. Die einzige positive Entwicklung stellt aus meiner Sicht die wachsende Enttäuschung gegenüber der parlamentarischen Opposition dar. Gleichzeitig ist damit aber auch der Erfolg des „Rechten Sektors“ verbunden, dessen Namensgebung auf die Subkultur von Fussballhooligans verweist. Und es wird der Ruf nach einer neuen „echten“ Führungsfigur laut. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sarajevo-Plenum stellt Forderungen auf – Demonstrationen gehen weiter

In Bosnien gehen viele Menschen bereits seit einem Monat auf die Straßen und die Plena in Mostar, Zenica, Sarajevo und Tuzla tagen mehrmals wöchentlich. Gestern traf sich das Plenum der Bürger*innen in Sarajevo um über konkrete Forderungen zu beraten. Heute werden die Forderungen des Plenums an die Kantonsregierung in Bosnien übergeben. Unter anderem enthalten diese Rücktrittsforderungen und Beteiligungsansprüche zur Bildung einer neuen Regierung im Interesse der Menschen Sarajevos und Bosniens. Plenumsteilnehmer*innen wollen nach der Übergabe des Forderungskatalogs das Gebäude des Kantonsparlaments solange blockieren, bis diese erfüllt wurden.

Das Plenum der Bürger*innen Sarajevos tagte gestern über drei Stunden im Jugendkulturzentrum der Hauptstadt Bosnien und Herzegowinas. Die ersten Forderungen, die die Menge erhob, waren dieselben wie sie bisher in vielen Plenarsitzungen und Demonstrationen seit Anfang Februar erhoben wurden: Es soll eine neue Regierung gebildet werden, die nicht aus Angehörigen der etablierten Parteien und Eliten gebildet wird. Vielmehr soll eine Regierung aus „lokalen Experten“ gebildet werden, „die zum Wohl aller Menschen Bosniens“ regieren soll. Die dritte zentrale Forderung ist die Rücknahme aller Privatisierungen. Zudem sollen alle Direktoren öffentlicher Betriebe innerhalb von 30 Tagen von ihren Ämtern zurücktreten.

Das Plenum schlug als Vorsitzenden des künftigend Parlaments und einer neugeschaffenen Regierung den Politik Professor Besim Spahić der Universität Sarajevo vor. „Dieser würde sicher soziale Programme starten“, so ein Aktivist. Diesen Beitrag weiterlesen »

Adiós Alltag – Hola Barcelona!

shutterstock_2smallFür viele Leute ist das Reisen eine wunderbare Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen und das Leben einfach mal so zu nehmen wie es kommt. Ganz nach dem Motto: Weg aus dem Alltag – ab in die Freiheit! Wie wäre es mit einem Trip nach Barcelona? Infos über verschiedene Sehenswürdigkeiten kann man sich mit drei Klicks im Internet besorgen. Hier möchte ich jedoch ein paar Insidertipps geben, wie man sich Geld, Zeit und Ärger in Barcelona sparen kann!

Touristenfalle Tapas Diesen Beitrag weiterlesen »

Griechen zünden Mautstellen nach massiver Preiserhöhung an!

Proteste der "ich zahle nicht"-Bewegung

Proteste der “ich zahle nicht”-Bewegung

Anfang Februar sind in Griechenland neue Mautgebühren, die für das Befahren von Nationalstraßen und Autobahnen bezahlt werden müssen, erlassen worden, die die Preise um bis zu 60% erhöhen. Darauf reagierten die BürgerInnen in Malakassa mit dem anzünden des Mauthäuschens, auch in verschiedenen anderen Regionen kam es zu Protesten gegen die Erhöhung. 

Die Proteste richteten sich nicht nur gegen die überhöhten Mautgebühren, die auf einigen Straßen für höhere Kosten sorgen als der Sprit, sie richteten sich auch gegen die Kameras die an vielen Strecken angebracht wurden und bald angebracht werden sollen und die Überwachung der BürgerInnen verschärfen.

Der Griechenland-Blog berichtete, dass laut einschlägigen Reportagen sich am Sonntagnachmittag ungefähr 500 Anwohner der Gegenden bei Malakassa, darunter auch Mitglieder der Bewegung “Ich zahle nicht” und Einwohner des Gemeindeverbands Oropos, bei der dortigen Mautstelle versammelt und mit Parolen gegen die Erhöhung der Straßengebühren und die Regierung des Premierministers Antonis Samaras demonstrierten hatten.

Die von Anfang an “nach Schießpulver riechende” Situation eskalierte, als gegen 8 Uhr abends ein Konvoi von etwa 50 Fahrzeugen mit Bürgern eintraf, die dem Protestaufruf der Gemeinde Opopos gefolgt waren, und einige Demonstranten ein Kassenhäuschen umstürzten und in ein bereits brennendes Feuer warfen. Anderen Berichten zufolge wurden auch weitere Sachbeschädigungen an den Anlagen der Mautstation verzeichnet. Die zusammengezogenen und in kurzer Entfernung in Stellung getretenen Polizeikräfte schritten nicht ein, während der Bürgermeister von Oropos die Ausschreitungen verurteilte und die Demonstranten aufrief, die Beherrschung zu bewahren.

Im Internet wurde eine Video der Proteste schon über 130.000 mal angeklickt.

Wie die Privatisierung von Staatsbetrieben Bosniens Wirtschaft zerstörte

Die Wirtschaft liegt im Argen, "Flohmärkte" spriesen aus dem Boden. (Foto: Flickr.com/ lenartr/ CC)

Die Wirtschaft liegt im Argen, “Flohmärkte” spriesen aus dem Boden. (Foto: Flickr.com/ lenartr/ CC)

Seit Wochen streiken und protestierend Tausende Arbeiter*innen in ganz Bosnien gegen Privatisierung und die Schließung ihrer Betriebe. Diese Misere wurde durch die bosnischen Regierungen erst ermöglicht und durch die Privatwirtschaft vorangetrieben. Auch die EU spielt bei der „planmäßigen“ Vernichtung der bosnischen Wirtschaft eine Rolle. Ein Bericht über die Privatisierung der chemischen Industriekomplexe in Tuzla. Wir berichteten Bereits über die Antiprivatisierungsproteste in Bosnien, ebenso wie über die etablierten Räte und in einem Interview mit der “Linken” Bosniens, versuchten wir die Proteste einzuschätzen.

Fast die gesamte Chemie- und Holzwirtschaft der bosnischen Stadt Tuzlas ist dank der Privatisierung vernichtet worden. Die Zeche für die jahrelange Misswirtschaft muss nun von der gesamten Gesellschaft beglichen werden. Die Fabriken, welche seit Jahre leer stehen, wurden nicht nur durch die einsetzende Privatisierung vernichtet, sondern ebenso durch vorschnelle Insolvenzverfahren, die durchgeführt worden sind, weil der Staat keine Gesetze zum Schutz des öffentlichen bzw. staatlichen Eigentumes erlassen hat – Im Fokus der politischen Arbeit stand die Privatwirtschaft. Die einstigen Marktführer im ehemaligen Jugoslawien wie z.B. „Guming“, „Polihem“ und „TDI“ sind bereits lange Geschichte, wohingegen „Dita“, „Konjuh“ und „Aida“ in ihren letzten Atemzügen liegen. Die ehemalige Industriestadt verliert nicht nur sein einstiges Stadt- und Erkennungsbild (Viele Fabriken), sondern auch seine komplette wirtschaftliche Infrastruktur. Denn die Betriebe, die nicht bereits geschlossen sind, stehen kurz vor der Schließung.
Diesen Beitrag weiterlesen »

BannerFans.com
Soziale Netzwerke


Werbung
Werbung
Creative Common