Bildung
Die Freiheitsliebe im Interview mit der Ghostwritingagentur GWriters
Welcher Student kennt das nicht? Ein Abgabetermin rückt näher, doch die Seminararbeit ist weit davon entfernt, fertig zu werden oder die Semesterarbeiten stapeln sich und keine Chance in Sicht, diese gut und zeitgerecht abzuliefern. Wer hat in dieser Situation nicht schon einmal darüber nachgedacht, sich ein wenig Hilfe zu organisieren – vielleicht einen Freund, dem das Thema ohnehin schon immer besonders lag, die Arbeit schreiben zu lassen?
Für die Agentur GWriters aus Düsseldorf arbeiten knapp 400 Akademiker, die von der Hausarbeit bis zur Doktorarbeit in allen Studienfächern akademische Arbeiten in Form von Mustervorlagen als Ghostwriter erstellen. Eine einfache Seminararbeit ist so für wenige hundert Euro erhältlich, für eine Doktorarbeit liegt der Preis im fünfstelligen Bereich. Karl Theodor zu Guttenberg hat vorgemacht, wie weit in Deutschland auch ein gekaufter Titel tragen kann. Doch was bedeutet das für den Wert des eigenen Studiums? Wir haben mit den Gründern der Agentur über ihr eigenes Studium und die steigende Nachfrage nach Ghostwriting-Dienstleistungen gesprochen.
Die verlorenen Kinder von D.
Kinder, Kinder, wir brauchen Kinder – so schallt es aus allen bürgerlichen Parteien. Es mutet erst einmal sonderbar an – was hat denn die Politik mit meiner Gebärmutter zu tun, mag sich so manche junge Frau fragen. Sind Kinder nicht etwas Privates, Individuelles? Warum brauchen wir mehr Kinder, wenn es doch ohnehin zu viele Arbeitslose und keine Betreuungsplätze gibt, mag man zynisch hinter herschieben. „Die Deutschen sterben aus“ – das sind die Parolen mit denen Angst und Schrecken in der Nation verbreitet werden, schon jetzt sterben mehr Deutsche als neue geboren werden.
Na und? Wo liegt das Problem? Was genau geht denn da verloren? Die Deutsche Kultur oder vielleicht der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands? Gleichzeitig nämlich, parallel zur Diskussion um die ausbleibenden Kinder, führen wir die Diskussion um die Asylpolitik, um all die Menschen, die gerne in Deutschland, in Europa leben und arbeiten möchten, aber nicht dürfen und deshalb vor Europas Küsten sterben oder in ihren Heimatländern Hunger, Verfolgung und Not ausgesetzt sind. Dass es gerade diese Menschen sind, die durch einen ausgeprägten Familiensinn besonders viele Kinder in die Welt setzen, muss noch erwähnt werden, um die Absurdität dieser Diskussionen zu verdeutlichen. Was denn jetzt? Sind wir zu wenige und brauchen dringend Nachwuchs oder sind wir zu viele und können keinen mehr aufnehmen?
Der richtige Nachwuchs soll es sein Diesen Beitrag weiterlesen »
Bildung in der arabischen Welt
Nichts auf Erden ist so wichtig, als die höchste Kraft und die vielseitigste Bildung der Individuen, und deshalb ist der wahren Moral erstes Gesetz: Bilde Dich selbst! und nur ihr zweites: Wirk’ auf andere durch das, was Du bist!“ sagte einst Friedrich von Humboldt.
Im Koran steht, dass ein jeder Muslim die Aufgabe hat sich zu bilden und jenes Wissen, was er gesammelt hat, mit seinen Brüdern und Schwestern zu teilen. Das Problem hierbei ist nur die hohe Analphabetenrate in den arabischen Ländern. Doch weshalb ist das so?
Sehen wir einmal rein faktisch auf diesen Teil unserer Erde, so Schätzungen, dass 70 von 240 Millionen Menschen in diesem Gebiet weder lesen noch schreiben können. Hinzu kommen noch ca. 10 bis 12 Millionen Kinder, welche im schulpflichtigen Alter sind, diese aber nicht besuchen können, da sie ihrer Familie helfen müssen Geld zu verdienen bzw. das Schulgeld nicht vorhanden ist. Von diesen geschätzten 70 Millionen Arabern leben ca. 49 Millionen in 5 Ländern: Ägypten, Sudan, Marokko, Jemen und Algerien. Die restlichen 17 Millionen Analphabeten leben in den übrigen arabischen Staaten verteilt. Diesen Beitrag weiterlesen »
Glücksforschung erlebt Aufschwung
Das Wissen darüber, dass ein erhöhtes Bruttoinlandsprodukt nicht sonderlich viel über die Zufriedenheit der Menschen aussagt, ist nicht neu und trotzdem tun wir uns schwer nach Alternativen zu suchen. Während die stark kapitalisierten und hochentwickelten Länder sich dem Paradigma des Wirtschaftswachstum unterwerfen, geht der König aus Bhutan einen anderen Weg. Seit vielen Jahren lässt das kleine Königreich im Himalaya das Bruttonationalglück errechnen. Ein Einblick in die Wissenschaft der Glücksforschung lohnt sich, zumal die erlangten Erkenntnisse der noch so jungen Wissenschaft wichtige Impulse für Politik und Gesellschaft geben könnte.
Am vergangenen Dienstag besuchte Johannes Vatter, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Freiburg und Mitautor des Glücksatlas 2012, die Universität Mannheim. Im Rahmen von SICoR, der studentischen Initiative, die sich den Grundsätzen des “Club of Rome” verpflichtet fühlt, hielt Vatter einen Vortrag über die neusten Erkenntnisse der Glückforschung. Diesen Beitrag weiterlesen »
Der Hochschul-Binnenmarkt
„Bildung ist eine Ware“, so oder so ähnlich lautete der Ansatz der Bologna Reformen. Daher ist es auch nicht erstaunlich, dass sich die Hochschulen, spätestens seit der Einführung der Master- und Bachelorstudiengänge, in einem ständigen Konkurrenzkampf um Gelder befinden.
Unternehmen-Universität
Die Umstrukturierung der Hochschulen begann mit einem schleichenden Einzug des Kapitals: Der Industrie wurde die Möglichkeit eröffnet, die Universitäten direkt mit Drittmitteln zu versorgen und somit indirekt Einfluss auf die Gestaltung der Lehre zu nehmen.
Dabei bleiben vor allem kritische, unwirtschaftliche Studiengänge auf der Strecke, denn die „Bildung“ wird zur „Ausbildung“, um am Ende des Studiums einen für den Arbeitsmarkt fertigen Absolventen zu produzieren.
Gleichzeitig führt die Implementierung von Marktmechanismen zu einem Wettbewerb zwischen den Hochschulen, der sowohl Demokratieabbau als auch Stellenstreichungen bedeutet.
Denn das Management, das die demokratischen Gremien ersetzen soll und bereits ersetzt hat, soll schneller auf die Marktsituationen reagieren können.
Die moderne Hochschule entspricht fast einem Unternehmen: Das Rektorat ist der Vorstand, Hochschulräte die Aufsichtsräte, die häufig aus der Privatwirtschaft stammen.
So sitzen z.B. im Hochschulrat der Ruhr-Universität der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der ThysenKrupp AG Ulrich Middelmann und die Hauptgeschäftsführerin der forschenden Pharmaunternehmen Birgit Fischer. Diesen Beitrag weiterlesen »
200.000 demonstrieren für bessere Bildung!
Weltweit versuchen sich SchülerInnen und Studierende ihr Recht auf bessere und kostenlose Bildung zu erkämpfen. So kam es am vergangenen Donnerstag in Chile zu einem lnadesweiten Bildungsstreik in Chile. Allein in der chilenischen Hauptstadt, Santiago de Chile, gingen mehr als 100.000 Schüler, Studierende und Unterstützer auf die Straße.Auch in anderen Städten nahmen 10.000. an den Demonstrationen teil.
Aufgerufen hatte unter anderem der Studierendenverband Confech. Im Regierungspalast Moneda übergaben Demonstranten Briefe mit den fünf Hauptforderungen für Präsident Sebastián Piñera und alle Abgeordneten. Die Polizei und Truppen der Carabineros, der militarisierten Polizei Chiles, setzten Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein und zeigten sich äußerst Gewaltbereot.
Ausschreitungen und Gewalt Diesen Beitrag weiterlesen »
Betreuungsgeld, nein Danke!
Ab 2013 soll das Betreuungsgeld kommen. Eltern, die sich gegen einen Kitaplatz für ihr Kind entscheiden, erhalten monatlich 150€. Die Idee des Betreuungsgeldes ist keine neue Idee, nur wurde eine öffentliche Debatte durch die schwammige gesetzliche Formulierung umgangen. In diesen Wochen wird wieder heftig über den Sinn des Betreuungsgeldes diskutiert, die Gegner mehren sich – einerseits aus den eigenen Reihen, andererseits aus denen der FDP.

„Ab 2013 soll für diejenigen Eltern, die ihre Kinder von ein bis drei Jahren nicht in Einrichtungen betreuen lassen wollen oder können, eine monatliche Zahlung (zum Beispiel Betreuungsgeld) eingeführt werden.“ So lautet §16 Abs. 4 im Sozialgesetzbuch. Das für 2013 geplante Betreuungsgeld ist Gegenstand des Koalitionsvertrages und zudem von Angela Merkel stark unterstützt. Zwar wächst der Widerstand gegen das Betreuungsgeld, doch scheint ein Durchsetzen des geplanten Betreuungsgeldes – auch Herdprämie genannt – momentan als wahrscheinlich. Eine genauere Betrachtung des Betreuungsgeldes lohnt sich also.
Betreuungsgeld im Detail
Die Familienministerin Kristina Schröder, Initiatorin und Diesen Beitrag weiterlesen »
Krise, Kapitalismus und die Jugend oder wie viel sind uns die Träume unserer Kinder wert?
Junge Menschen unter 30 sind am meisten von der Krise in Europa betroffen. Die Arbeitslosenquote liegt in dieser Altersgruppe auch in Deutschland bei 17 Prozent. Doch auch um jene, die nicht in der Statistik auftauchen, steht es nicht besser: Befristete Arbeitsverhältnisse, unbezahlte Praktika und Leiharbeit sind das Los von über der Hälfte. Was bedeutet es, wenn eine Gesellschaft den jungen Menschen aus ihrer Mitte die Anerkennung eines selbstbestimmten und selbstfinanzierten Lebens nimmt, weil sie sie von den Mitteln dazu ausschließt?
PISA und das angebliche Bildungsdilemma Diesen Beitrag weiterlesen »
Große Begeisterung für inklusive Universitätsschule in Köln!
Auf reges Interesse stieß die Veranstaltung von DIE LINKE Ehrenfeld auf der das Projekt der IUS, der „Inklusiven Universitätsschule / School is Open“ vorgestellt wurde.
Mehr als 30 Ehrenfelderinnen und Ehrenfelder – Künstler, Architekten, Schüler, Pädagogen, Händler sowie Aktivisten der Bürgerinitiative Helios, der Partei DIE LINKE und ihrem Studierendenverband SDS – kamen am 14.2. ins BÜZE Ehrenfeld, um sich über die IUS zu informieren und darüber zu diskutieren. Dieter Asselhoven, einer der wissenschaftlichen Assistenten des Projekts erläuterte im Eingangsreferat das gesellschaftliche und pädagogische Konzept und ging auf den aktuellen Stand der Planungen ein.
Eine Schule für Alle
Die Inklusive Universitätsschule ist ein gemeinsames Projekt der Universität Köln und der Studierendenvertretung. An der Universitätsschule werden Pädagogikstudentinnen und -studenten an der Seite von erfahrenen Lehrerinnen und Lehrern in der Praxis gemeinsam arbeiten; einer Universitätsklinik im medizinischen Bereich ganz ähnlich. Diesen Beitrag weiterlesen »
Hochschule im Kapitalismus – Ein Gespräch mit Nicole Gohlke
Als Onlinemagazin von Jugendlichen interessieren wir uns natürlich für Bildungspolitik und die Probleme, die es im Bildungssektor gibt.
Aus diesem Grund haben wir mit der hochschulpolitischen Sprecherin der LINKEN. im Bundestag, Nicole Gohlke, über die Probleme an den Hochschulen und die Erfolge der Bildungsstreiks gesprochen.
Die Freiheitsliebe: Dieses Jahr haben so viele junge Menschen begonnen zu studieren wie seit langem nicht, die Folge davon sind Auslagerung und höhere Selektierung. Wie kann man die negativen Begleiterscheinungen dieser positiven Entwicklung abbauen?
Nicole Gohlke: Ich würde sagen, dass diese Situation politisch gewollt ist. Das Problem ist eine seit Jahrzehnten währende chronische Unterfinanzierung des Bildungssektors. Es wird immer gesagt, dass es gewünscht sei, wenn mehr Menschen hohe Bildungsabschlüsse machen. Trotzdem wurde bisher wenig dafür getan um sich adäquat auf diese steigende Zahl von Studierenden vorzubereiten. Dass die doppelten Abiturjahrgänge 2011, 2012 und 2013 für mehr Studierende sorgen werden, war ebenfalls bekannt. Man hatte Jahre Zeit, auf diese Situation zu reagieren. Das dennoch nur äußerst unzureichend gehandelt wird, ist meiner Ansicht nach politisches Kalkül. Es ist nicht gewollt, dass jeder an die Hochschule kommt und gute Bedingungen vorfindet. Gewollt ist die Unterscheidung zwischen jenen, die in Führungspositionen sollen und jenen, die akademische Fachkräfte sein sollen, aber auch nicht mehr. Diese Selektivität wurde durch den Bologna-Prozess gestärkt. In den letzten Jahren ging es deswegen auch immer stärker in Richtung von Privatisierungen, da der Staat sich immer mehr aus der öffentlichen Finanzierung zurückzieht. Bei steigenden Studierendenzahlen bedeutet diese Unterfinanzierung zwangsläufig eine schlechtere Situation für alle. Diesen Beitrag weiterlesen »








