Geschichte

Die Slowakei und der Westen

Die Slowakei

Die Slowakei – 14 Abgeordnete waren gegen die Auflösung der tschechisch-slowakischen Republik.

Der kleine Staat in Mitteleuropa erblickte am 1. Januar 1993 das Licht der Welt. Seit dem ist immer wieder Spaltungen und wechselnden Kursen unterlegen. Nachdem das Land der Europäischen Union beigetreten ist, wuchs der Druck zur Deregulierung stätig. Gleichzeitig war die Hinwendung nach Osten keine Gangbare Option. Diese „doppelte Orientierung“ zieht sich durch die geamte Geschichte der Slowakei seit 1993.

Das Buch der Autoren Hofbauer und Noack beginnt mit einer kurzen Einführung in die Geschichte Mährens (Slowakei a.d.R.) bis 1918 um anschließend ebenso viele Seiten der Analyse der Zeit 1918 bis 1989 zu widmen. Der Hauptteil  beschäftigt sich mit der Intensiven Zeit von 1989 und 1993 sowie mit den Folgen der „doppeltne Orientierung“  bis 2012.

Der 17. November 1989 war der  Wendepunkt tschechoslowakischer Geschichte. An diesem Tag protestierten Studenten für „Freiheit, Bürgerrechte und Demokratie“. Diese Proteste konnten von fast allen politischen Strömungen mitgetragen werden, da jede Gruppierung die Werte anders interpretierte. Gleichzeitig verbreitete sich die Geschichte der angeblichen Tötung eines Studenten durch tschechoslowakische Sicherheitskräfte.  Wie sich später herausstellen sollte, war der Vorfall fingiert. Die Weltpresse griff den Vorfall jedoch auf um im Einstimmigen Antikommunismus Chor mitzusingen. Dass es sich dabei um gezielte kapitalistische Propaganda handelte, zeigt der gleichzeitige Mord an einer deutsche Antifaschistin durch Polizisten im selben Zeitraum: Dieser Vorfall wurde in der bürgerlichen Presse kaum rezipiert.

 „Der Tote vom Wenzelsplatz, den es nicht gab, prägte das historische Bewusstsein über die Vorgänge der Wendezeit“ S. 67.

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Lauthenbach-Plan, Weltwirtschaftskrise und Austeritätspolitik

182186v1_jpg_6563c[1]Die Jahre 1929 – 1933 und 2007 – 2013 weisen  frappierende Ähnlichkeiten auf. Die herrschenden Politiker verordnen am Volk vorbei Sparprogramme, die vor allem die Arbeite rund Lohnabhängigen treffen. Banken übernehmen sich und müssen durch den Staat gerettet werden. Während die Finanzkrise scheinbar kein Ende kennt verändert sich die politische Landschaft der Krisenländer dauerhaft. Linke wie rechte Kräfte gewinnen an Stärke. Doch sind es vor allem die nationalistischen Parteien die durch ständige Fremdenfeindliche Agitation und Gewalt auffallen. Damals wie heute hätte/könnte eine andere Politik Einfluss auf das Wahlverhalten nehmen und dem braunen Terror damit den Wind aus den Segeln.

 

Die wirtschaftspolitische Gesamtsituation Deutschlands Ende der 1920er Jahre war äußerst instabil. So waren die deutschen Börsenkurse bereits vor dem Zusammenbruch der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929 im Rückgang. Durch den Zusammenbruch verschärfte sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland jedoch stärker als in anderen Ländern Europas. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Deutschen Reich 1929 von 1,4 Millionen  auf 4,5 Millionen 1931. 1930 führte dies zum Präsidialkabinett von Brüning durch die Notverordnung des Reichspräsidenten. Brüning war damit nicht mehr an parlamentarische Mehrheiten gebunden. Er war lediglich auf die Vollmachten des Reichspräsidenten angewiesen. Teilweise lässt sich die damalige Situation Deutschlands auf die heutige Krise übertragen.

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Gespalten in den Untergang: Die Linke und der Aufstieg Hitlers

Otto Wels hielt eine historische Rede

Otto Wels hielt eine historische Rede

Heute wurde 80 Jahren wurde das Ermächtigungsgesetz durch den Reichstag gepeitscht. Einzig die Abgeordneten der SPD, die nicht im Gefängnis saßen, stimmten gegen das Gesetz, alle anderen Reichtstags- Parteien stimmten ihm zu. Die Kommunisten die über 80 Mandate verfügten konnten nicht mehr dagegen stimmen, da ihre Abgeordneten schon im Gefängnis saßen oder sich auf der Flucht befanden.

 

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Schon zuvor waren die NSDAP und ihre paramilitärischen Formationen SA und SS – oft genug unter Duldung staatlicher Stellen – mit brutalem Terror gegen Angehörige der Arbeiterbewegung vorgegangen. Nun war dieser Terror staatlich legalisiert. Noch im Februar wurden SA und SS als Hilfspolizei eingesetzt und mit hoheitlichen Befugnissen ausgestattet. Ihr Kampf gegen die Linke bekam damit den Charakter von Staatsaktionen. Brutale Überfälle und Ermordungen bekannter antifaschistischer Aktivisten folgten der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler auf dem Fuße. Am schnellsten und stärksten von der nun einsetzenden Unterdrückung war die KPD betroffen. Am 23. Februar wurde ihre Zentrale, das Karl-Liebknecht-Haus, durchsucht und geschlossen, wenige Tage später ihre Zeitung, die „Rote Fahne“, verboten. Der Brand des Reichstages am 27. Februar diente als Vorwand einer neuen Welle des Terrors. Noch in der folgenden Nacht wurden allein in Berlin 1.500 Kommunisten festgenommen. Da die Gefängnisse rasch überfüllt waren, wurden die ersten Konzentrationslager eingerichtet. Am 6. März fanden die letzten Reichstagswahlen statt. Trotz aller Unterdrückungsmaßnahmen erhielt die KPD immer noch 4,8 Mio. Stimmen (12,3%), die SPD 7,3 Mio. Stimmen (18,3%). Die NSDAP verfehlte die absolute Mehrheit, konnte aber mit einer rechtskonservativen Partei erneut die Regierung bilden. Zur Festigung seiner totalitären Herrschaft peitschte Hitler im März ein „Ermächtigungsgesetz“ durch den Reichstag, das der Regierung das Recht gab, von der Verfassung abweichende Gesetze zu beschließen. Die kommunistischen Abgeordneten konnten an der Sitzung schon nicht mehr teilnehmen: Wer von ihnen nicht in den Untergrund gegangen war, war bereits verhaftet worden. Während alle bürgerlichen Parteien für Hitlers Gesetz stimmten, votierte als einzige die SPD dagegen. Der Weg in den totalitären Staat war nicht mehr aufzuhalten: Am 2. Mai wurden die Gewerkschaftshäuser besetzt und die Gewerkschaften zerschlagen, im Juli auch die SPD verboten. Mit der Zerschlagung der marxistischen Arbeiterbewegung hatten die Nazis ein erstes Ziel erreicht. Es war eine notwendige Voraussetzung dafür, dass sie ihre weiteren Ziele in Angriff nehmen konnten: die Aufrüstung Deutschlands als Vorbereitung des schrecklichsten Krieges der Geschichte, den Aufbau einer klassenübergreifenden „Volksgemeinschaft“ und den Kampf gegen alle „Volksfeinde“, die in der industriellen Vernichtung des europäischen Judentums gipfeln sollte.
Die Linke stand der Machübertragung an die Nazis weitgehend ohnmächtig gegenüber. Dies löste bereits damals weltweit Entsetzen aus: Wie konnte die faschistische Terrorherrschaft ausgerechnet in Deutschland etabliert werden, dem Geburtsland des Marxismus, der traditionellen Hochburg der Arbeiterbewegung, einem Land mit mächtigen Gewerkschaften, einer starken Sozialdemokratie und der größten kommunistischen Partei außerhalb der Sowjetunion? Wie konnte Hitler an die Macht kommen, ohne dass es zu einem Bürgerkrieg, ja, nicht einmal zu einem Generalstreik kam? Wieso konnten SPD und KPD ohne massiven Widerstand zerschlagen werden? 1920 hatten erstmals Hakenkreuzfahnen unter dem Brandenburger Tor geweht, als reaktionäre Offiziere gegen die junge Republik putschten. Kampflos verließ die SPD-geführte Reichsregierung Berlin und floh nach Stuttgart, denn die Reichswehr war nicht bereit, die Regierung gegen eine Bedrohung von Rechts zu schützen. Spontan erhoben sich daraufhin aber Millionen von Arbeitern gegen den rechten Putsch. Bald wurde das gesamte Land vom größten Generalstreik der deutschen Geschichte mit 12 Millionen Streikenden lahm gelegt. Den Putschisten standen so weder Telegraphen noch Eisenbahnen zur Verfügung. An vielen Orten bildeten sich Arbeitermilizen, die monarchistische Armeeeinheiten angriffen. Unter der Wucht dieser gemeinsamen Abwehraktion der gesamten Arbeiterschaft brach der Putsch nach wenigen Tagen zusammen.
Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, wieso es 1933 zu keinem vergleichbaren Widerstand der Arbeiterorganisationen gegen ihren gemeinsamen Todfeind, den Faschismus, kam – und welche Lehren daraus auch für heutige AntifaschistInnen zu ziehen sind.

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Schneiderschwerte: „eine deutsche Karriere“

Abb.: Hochschularchiv, Fotosammlung 3.2.1.-3.2.6.

Mitte: Schneiderschwerte, Abb.: Hochschularchiv, Fotosammlung 3.2.1.-3.2.6.

Nationalsozialistische Eliten waren in der Bundesrepublik weit verbreitet. Vor allem die Braunbücher der DDR, wenn auch politisch motiviert, zeigen eine Vielzahl ehemaliger NS-Kader in der neugeschaffenen Bundesrepublik. Doch nicht jeder, der sich der Entnazifizierung entzog und in der BRD lebte, wurde später von Zeitungen und der Öffentlichkeit entlarvt. Diese Tatsache macht das Thema der NS-Eliten im Nachkriegsdeutschland so interessant.

So auch der Fall Schneider-Schwerte: Der Universitätsprofessor flog 1995, 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, mit seiner Doppelidentität auf. 50 Jahre lang gab es ein Netzwerk aus stillen Mitwissern und ehemaligen SS Größen. Kapital und ehemalige Nazis gingen Hand in Hand, als aus Schneider Schwerte wurde. Hans Ernst Schneider wurde 1909 in Königsberg geboren. 1936 wurde Hans Schneider Hauptamtlicher in der NS-Kulturgemeinde; seine Hauptaufgaben waren Volkskunst und Brauchtumskunde. 1937 trat er  von der SA in die SS über. Damit konnte er 1938 endlich in die wissenschaftliche Einrichtung der SS: Lehr und Forschungsgemeinschaft „Das Ahnenerbe“.

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Missipi schafft die Sklaverei ab!

Mit Mississippi hat nun auch der letzte US-Bundesstaat die Sklaverei offiziell abgeschafft und das fast 150 Jahre nach der Annahme des entsprechenden 13. Verfassungszusatzes durch die US-Administration unter Präsident Abraham Lincoln, dessen Leben und sein Kampf gegen die Sklavereie momentan im Leben zu sehen ist.

Das  US-amerikanische Magazin “Time” meldete die Abschaffung unter Berufung auf die lokale Tageszeitung “The Clarion-Ledger”.

Der 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten wurde vom Kongress am 31. Januar 1865 verabschiedet und innerhalb eines Jahres von 27 der damals 36 Bundesstaaten der USA ratifiziert, so dass es am 18. Dezember 1865 offiziell in Kraft treten konnte. Damit wurde die Sklaverei in der gesamten Union abgeschafft. Mit der Zeit kamen immer mehr Staaten hinzu, die die Sklaverei abschafften zuletzt 1901 Delaware, 1976 Kentucky und schließlich am 16. März 1995 Mississippi. Doch die in dem südlichen Bundesstaat einstimmig gefällte Entscheidung trat nie offiziell in Kraft – denn es wurde versäumt, den Beschluss an das US-Bundesarchiv zu übersenden. Das wurde erst am 7. Februar nachgeholt – und das nur wegen Steven Spielberg und seinem Film über den amerikanischen Präsidenten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Chiles Wirtschafts- und Industriepolitik unter Salvador Allende Gossens 1971 – 1973

Allende's Chile: The Political Economy of the Rise and Fall of the Unidad Popular (Cambridge Latin American Studies)Die wirtschaftlichen Probleme Chiles und die Wirtschaftspolitik der chilenischen Regierung vor und während Allendes Amtszeit waren eine wichtige Lektion für realsozialistische Politik. Kompromisse und Fehlkalkulationen führten zum Scheitern von Allendes Wirtschaftspolitik und somit später auch zum Niedergang einer Regierung.

Ausgangslage
Bevor wir uns mit den Fakten der Wirtschafts- und Industriepolitik Allendes befassen, sollten wir uns die Ausgangslage Chiles Ende der 1960er Jahre anschauen: Chile hatte vor dem Amtsantritt der Unidad Popular – einem linken Parteizusammenschluss – mit einer Jahrzehntelangen Inflation zu kämpfen. Zwischen 1967 und 1970 stiegen die Verbraucherpreise im Durchschnitt um ca. 27%. Zusätzlich wurde die Wirtschaft durch immer höhere Importquoten belastet. Diese stiegen vor allem – Aufgrund der Nahrungsimporte – unter der christdemokratischen Regierung Freis an. Im Gegensatz dazu erhöhten sich die Industrieexporte Chiles nur gering, was zu einem Außenhandelsdefizit führte. Hierdurch bedingt stieg wiederum die Arbeitslosenquote bis 1970 auf 6% an und die vorhandenen Industriekapazitäten wurden nicht mehr oder unzureichend genutzt.

Chilenisches Kupfer und der Christdemokratische Präsident Frei
Ein Versuch der christdemokratischen Regierung die Arbeitslosenzahl zu bekämpfen war der Rückkauf von Kupferminen die in US-amerikanischer Hand waren. Dabei ist zu beachten, dass der Export Chiles zu 80% auf Kupfer basierte und die Außenhandelsbalance somit stark vom aktuellen Weltmarktpreis abhängig war. Der Rückkauf erfolgte durch den Ankauf von über 51% der jeweiligen Aktie der Firmen Anaconda und Kennecott. Nach dem Ankauf der Aktien war kein Rückgang der Arbeitslosenquote oder Lohnanstieg zu verzeichnen. Gleichzeitig stieg jedoch der Gewinn der weiterhin beteiligten Firmen auf ein Rekordhoch. Dagegen war der einzig positive Faktor der Frei Regierung ein stetiges Wirtschaftswachstums zwischen 1967 bis 1970 von im Durchschnitt 2,425%. Das Wirtschaftswachstum basierte vor allem auf Lohnkürzungen und der totalen Streichung von neuen Investition, was wiederum zur Erhöhung der Arbeitslosenquote und zum Abbau des Sozialsektors beitrug.

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Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, ihr Erbe und ihre Mörder

Gedenken an Rosa Luxemburg

Gedenken an Rosa Luxemburg

Heute jährt sich die Ermordung der beiden großen Revolutionäre und Antimilitaristen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Bis heute prägen beide das Bild einer sozialistischen Gesellschaft, die für Freiheit und Gleichheit steht. Unvergessen Rosa Luxemburgs Zitat: “Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird.”

Heldengedenken ist eine Tradition vergangener Zeiten, die Erinnerung an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sollte deswegen nicht nur dem Gedenken dienen, sondern der Frage wie wir aus der Vergangenheit lernen können. Die Taten der Beiden sollten uns erinnern, dass der Widerstand gegen Krieg und Militarismus von Teilen der Gesellschaft schon immer massiv bekämpft und die Folgen imperialistischer Politik nie den Menschen dienen.

Linkswende hat sich mit der Geschichte der Ermodung der beiden befasst:

Ausgehend vom Kieler Matrosenaufstand, im November 1918, als sich Deutschland, der größten Massenbewegung seiner Geschichte gegenüber sah, waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gerade aus der Haft entlassen worden. Rosa, die jahrelang noch aus dem Gefängnis heraus versucht hatte, gegen den Krieg anzuschreiben und die Arbeiterbewegung trotz der SPD-Führung auf einem revolutionären Kurs zu halten, erkannte die einzigartige revolutionäre Gelegenheit.

Nachdem ihre Gegner mit SPD-Beteiligung immer mehr Militär auffuhren, entschloss sie sich schließlich zur Gründung der KPD. Dass all diese Aktivitäten sie früher oder später mindestens wieder ins Gefängnis bringen würden, konnte sie damals schon voraussehen. Als am 5. Jänner Liebknecht den Spartakusbund zu einem voreiligen Aufstand aufrief, wurde die Situation besonders brenzlig und Rosa und er mussten untertauchen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die “Reichskristallnacht”

http://steph.raymond.free.fr/productions/geschichte/Kristallnacht.jpgDie ‚Reichskristallnacht‘ ging als einer der größten „Rückfälle in die Barbarei“ des ‚Abendlandes‘ seit dem Mittelalter in die Geschichte Europas und Deutschlands ein. ‚Reichskristallnacht‘ ist dabei ein veralteter Terminus für den Novemberpogrom. Er entstammt der Berliner Mundart; der Ausdruck soll die Menge an Glasscherben beschreiben, welche nach dem Pogrom auf den Straßen lag.

Heute hat sich immer mehr der Begriff „Novemberpogrom“ durchgesetzt, da sich unter den Historikern die Meinung etabliert hat, dass der Begriff ‚Reichskristallnacht‘ zu verharmlosend ist. Denn der Pogrom war nicht eine bloße Scheibe die zerstört wurde: Menschen wurden umgebracht, Gräber geschändet und ganze Gotteshäuser niedergebrannt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Einheitsfront und Internationalismus – Lehren aus der Geschichte der KPD

Gegen die faschistische Reaktion

Viele Mitglieder der KPD stammten ursprünglich aus der Sozialdemokratie und hatten diese während des Ersten Weltkrieges enttäuscht verlassen. Aus ihrer Sicht hatte die SPD alle Prinzipien der Arbeiterbewegung verraten und sogar die bekanntesten Köpfe der Linken ermorden lassen. Dennoch stellte sich die Frage, wie sich das Verhältnis zur Sozialdemokratie gestalten sollte, denn ignorieren konnte man sie nicht. Sie verfügte immer noch über einen dominierenden Einfluss in den Gewerkschaften und erhielt weiterhin bei Wahlen die meisten Arbeiterstimmen.

Eine Antwort auf diese Frage gab die ab Mitte 1921 entwickelte Einheitsfrontpolitik. Grundannahme dieser Politik war, dass die KPD die Gesellschaft nur dann verändern könnte, wenn sie dafür die Unterstützung der Mehrheit der Arbeiterschaft hatte. Diese Mehrheit orientierte sich aber weiterhin an der Sozialdemokratischen Partei, versprach sich von ihr konkrete Verbesserungen der katastrophalen sozialen Lage der Nachkriegszeit. Was also tun? Versuche, sozialdemokratische Anhänger durch Beschimpfungen der SPD, durch ständiges Vorhalten ihres Verrates oder durch eine abstrakte Gegenüberstellung kommunistischer und sozialdemokratischer Prinzipien für die KPD zu gewinnen, waren bereits gescheitert.

Die Kommunisten wollten die Widersprüchlichkeiten und Grenzen der sozialdemokratischen Politik für deren Anhänger in der Praxis – durch Appelle zur gemeinsamen Aktion – erfahrbar machen. Dem zugrunde lag die Überzeugung, dass die SPD aus Rücksichtnahme auf mögliche oder tatsächliche bürgerliche Koalitionspartner zögern würde, ihre eigene Anhängerschaft zur Durchsetzung sozialer und politischer Forschritte zu mobilisieren. Wenn also die SPD etwa bestimmte soziale Verbesserungen fordert, muss die KPD die SPD offiziell auffordern, einen gemeinsamen Kampf für dieses Ziel zu führen, und zwar vor allem durch gemeinsame außerparlamentarische Aktivitäten. Weigert sich die SPD auf dieses Angebot zur Zusammenarbeit einzugehen, entlarvt sie sich auf diese Weise selbst vor ihren Anhängern. Ist sie zu gemeinsamen außerparlamentarischen Aktionen bereit, werden eben diese Aktionen den Arbeitern zeigen, dass sie durch ihre eigene Kraft viel mehr bewirken können als durch das passive Abwarten parlamentarischer Entscheidungen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schwieriges Erbe und gute Traditionen – Die Kommunistische Partei Deutschlands in der Weimarer Republik

Wahlplakat der KPD

Die deutsche Linke befindet sich in einer schwierigen Situation, sie ist keine Massenpartei, obwohl sie die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung vertritt. Sebastian Zehetmaier und Marcel Bois, Mitglieder der historischen Kommission der Linken, haben uns einen Beitrag aus dem Werk “Beiträge zur Geschichte einer pluralen Linken ” (erschienen bei der RLS), der sich mit der Geschichte der KPD und deren Fehlern auseinandersetzt, zur Verfügung gestellt.

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) in der Weimarer Republik war eine revolutionäre Massenpartei. Um die Jahreswende 1918/19 gegründet, wuchs sie auf zeitweilig über 300.000 Mitglieder heran. Damit stellte sie die größte Fraktion der Kommunistischen Internationale (Komintern) außerhalb der Sowjetunion dar. Bis zu sechs Millionen Menschen stimmten für sie bei den Reichstagswahlen. Sie gab Dutzende Tageszeitungen heraus und mehrere Tausend Mitglieder waren im Parteiapparat angestellt. Kommunisten hatten zum Teil großen Einfluss in verschiedenen Gewerkschaftsgliederungen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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