Freiheit
Kairo Streetart – Freedom eyes street, Tharir-Platz
Streetart ist ein wichtiges Instrument der Jugend, Gefühlslagen künstlerisch auszudrücken. An dem Ursprungsort der ägyptischen Revolution - dem Tahrir-Platz in Kairo- gibt sie eindrucksvoll Zeugnis von den Nöten und Hoffnungen einer Nation.
Ich hatte mit meinen ägyptischen Freunden Anfang April das Glück, durch eine friedliche Mohammad Mahmoud Street zu gehen. Die Straße, die auf den Tahrir-Platz mündet und von der ägyptischen Jugend in Kairo dafür genutzt wird, ihrer Wut und ihrem Schmerz künstlerischen Ausdruck zu verleihen. Die Street-Art-Künstler tauften die Straße “Freedom Eyes Street” und auch nach zahlreichen Übermalungen werden sie nicht müde, ihrer visuellen Freiheit hier eine Form zu geben. Während der Kämpfe zwischen Demonstranten und der Polizei ist in dieser Straße keinerlei Frieden zu finden - sie ist ein Hauptschauplatz der Brutalität. Übersäht von Einschusslöchern, sehe ich eindrucksvolle Gemälde und Graffitys, Denkmäler für die Märtyrer der jungen Revolution, die- vielleicht genau an diesem Ort, wo wir nun mit großen Augen stehen- ihr Leben verloren haben. Alltag ist eingekehrt in den Schmerz, die Cafes der Freedom Eyes Street servieren ihren Gästen Tee und Kuchen in gemütlicher Atmosphäre. Das Leben geht weiter, schon lange. Jeden Tag kann es hier neue Auseinandersetzungen geben, wenn demonstriert wird. Rote Handabdrücke und rote Farbe klebt wild an den bemalten Mauern wie Blut und bedrohliche Karrikaturen Mursis und Mubaraks stehen gegen die berührenden Engelsdarstellungen der Märtyrer und “Helden der Revolution”. Meine Freunde erklärten mir die Bedeutungen und Hintergründe vieler Graffities und ermutigten mich, Fotos zu schießen. Diese Eindrücke möchte ich euch nicht vorenthalten.
Die Geschichte eines ägyptischen Aktivisten
Mit dem Kairoaner Muhammad F. veröffentlichten wir bereits das Interview “Wenn ich keine Feiheit habe, warum lebe ich dann“. Kurz vor meiner Abreise entschieden wir uns noch ein Video zu drehen, das ihm mehr Raum gibt, seine Geschichte zu erzählen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Netzneutralität, Heavy User und Dividenden
Die Telekom hat beschlossen, dass sie ab 2016 die Datenmenge die im Monat erlaubt ist, reduziert. Dann dürfen Kunden des Standard-DSL Angebots ab 75GB nur noch mit Schneckentempo im Internet surfen: 384 Kb/s. Für Normale Nutzer wird es sehr schnell, sehr eng. Wer ein paar Serien oder Filme auf Maxdome oder Lovefilm guckt, ab und an Youtube nutzt und vielleicht sogar Kinder hat, der kommt häufig bereits nach einer Woche auf 75GB. Die Tempo-Bremse soll nach derzeitigen Planungen aber erst 2016 greifen.
Zukunftsmodell
Die Telekom behauptet, 75GB wären für normale Nutzer vollkommen ausreichend. Dabei bedenkt sie die Entwicklung der Datenmengen nicht mit. Vor einigen Jahren waren die Datenmengen der Filme, Spiele, Serien, aber auch von Radiostreams oder Youtube nicht ansatzweise so groß. Entwickelt sich die Qualität der Angebote weiterhin so schnell wie jetzt, werden 75GB 2016 eine noch größere Beschneidung bedeuten als jetzt schon. Ein Beispiel: Seit der Entwicklung von HD haben sich die Datenmengen für Filme fast vervierfacht. Kommt demnächst das Ultra HD, verdoppelt sich die Datenmenge erneut. Auf die Entwicklung immer größer werdender Inhalte geht die Telekom nicht ein. Stattdessen behauptet sie, sogenannte „Heavy User“ wären für extreme Kostensteigerungen verantwortlich: „Fakt bei uns ist: Drei Prozent der Kunden verursachen mehr als 30 Prozent des Datenvolumens. Das bedeutet für die Kunden, Lieschen Müller subventioniert bisher den ‘Heavy User’.“ Doch wer genau diese 3% sind und ob nicht große Industriebetriebe darunter fallen, wird nicht erwähnt. Ebenso ist in keiner Pressemitteilung der Telekom eine Reduzierung des Preise für wenig Nutzer zu finden: Für User die sowieso wenig Angebote nutzen, ändert sich nichts; für den Rest wird es teurer. Dies bedeutet eine Lücke in der Argumentation der Telekom. Denn wenn es für den „Heavy User“ teurer wird, dann müsste es andersherum günstiger werden.
Kunden unterschätzen verbrauch
Viele Kunden unterschätzen ihren eigenen Verbrauch. Jeder Internetnutzer kann seinen eigenen Verbrauch jedoch mit bestimmten Programmen messen und somit schnell feststellen, dass viele Haushalte betroffen wären. Der Selbstversuch hat gezeigt: Alleine durch die Nutzung von Youtube, Facebook, Twitter und Nachrichtenportalen kamen bei mir fast vier GB Daten zusammen. Wie wich die Drosselung auswirkt hat der Blogger Sven Dietrich geschrieben: “Mein Auto fährt, wenn ich 75 Kilometer weit gefahren bin, plötzlich nicht mehr mit 50 Kilometern in der Stunde, sondern nur noch mit 0,77 Prozent der Geschwindigkeit, das sind dann 0,38 Kilometer in der Stunde. Das ist keine Drosselung. Wenn mein Auto nicht mehr 50 Kilometer in der Stunde fährt, sondern langsamer ist als eine Stechmücke (1,4 km/h), Maulwurf (4 km/h) oder eine Stubenfliege (8,2 km/h), dann ist das kaputt.”
“Wir sind Nutzer-Bienen, die für die Königin Google arbeiten” – Revolution vertagt

Wann wird das Internet sein Potenzial enfalten können? Quelle: http://www.flickr.com/photos/trinity-of-one/20562069/sizes/m/in/photostream/
Die Medien schreien: Das Internet verändert die Welt, Facebook hat den arabischen Frühling erst möglich gemacht und via Twitter & co. weiß man jetzt sogar wo sich gerade Z-Promis aufhalten. Wenn man im Alltag mal nicht weiter weiß, hilft meist nur eins: Google oder Wikipedia. Zugegeben: Mit dem Internet wird das Leben flexibler und schnelllebiger, aber eben auch ein wenig monoton.
Sitzt man in der U-Bahn oder im Bus und lässt seinen Blick ein wenig durch die Gegend schweifen, so sieht man bei jungen Menschen meist kleine technische Wunderwerk, die sie in ihren Händen halten. Smartphones. smart – intelligent. Intelligent mögen sie zwar sein mit ihren vielen kleinen Apps, die uns das Leben vereinfachen. Routenplaner machen das Verlaufen unmöglich, Skype & Facebook lässt uns immer wissen was unsere Freunde gerade treiben und Minigames versüßen uns die Unterhaltung. Ist es das wovon die Internetrevolutionäre und Erfinder träumten? Sicherlich nicht.
Soziale Medien – nur ein Coup der Unternehmen Diesen Beitrag weiterlesen »
“We love North Korea”
Die taz hat es mal wieder geschafft: In einem „angeblich satirischem“ Artikel setzt der Autor Nordkoreas Weltauffassung mit der deutscher Linken gleich und das alles auf Grundlage eines Fehlers: Der Verfasser nahm an, seine Analyse „Grundlage“ sei ein „Echter Propagandafilm“. Leider stellte sich für den Autor heraus, dass es sich um einen Film eines Neuseeländischen Regiseurs handelt. Nach einer solchen Provokation und einem fast schon verunglimpfenden Artikel war der „Shitstorm“ vorprogrammiert.
In dem Artikel, der auf taz.de erschienen ist, wird ein vermeintlicher Nordkoreanischer Propagandafilm besprochen. Der Film zeigt, wie die herrschende Klasse Westeuropas und der USA die Menschen zu Konsumsklaven macht, in der der Er immer härter arbeitet um sich Produkte kaufen zu können, die er gar nicht benötigt. Dabei sind Shopping, Boulevardblätter, Computerspiele, Sex und Fernsehen die Waffe des Kapitalismus um die Arbeiter ruhig zu halten. Nachdem Leser den Verfasser Deniz Yücel auf seinen Fehler aufmerksam gemacht haben, schob er dem Artikel einen Nachtrag ein:
„Einige Leser sowie der „Bild-Blog“ behaupten nun, mir sei ein Fehler unterlaufen. Der Film „Propaganda“ sei in Wirklichkeit kein nordkoreanischer Propagandafilm, sondern ein Film des neuseeländischen Regisseurs Slavko Martino über Propaganda. Das ist richtig.“
Pressefreiheitranking: Griechenland verliert 14 Plätze
Deutschland steht in einer weltweiten Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 17 von 179 untersuchten Ländern. Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” untersuchte weltweit Faktoren wie den Zugang zu Informationen, Repressalien, Gewalt gegen Journalisten, Medienvielfalt und -Gesetze, Internetzugang und -Zensur. Wie gewöhnlich schafften es auch 2013 die skandinavischen Länder unter die Top10. Am untersten Ende des Ranking befinden sich Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan.
Pressefreiheit ist eines der Grundpfeiler funktionierende Demokratien. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Vertuschulungen öffentlich und Journalisten beklagten, dass sie längst nicht alles gedruckt wird, auch wenn es unter die Kategorie “kritischer investigativer Journalismus” fällt.
schrumpfende Pressevielfalt in Deutschland
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Julian Assange appelliert aus der ecuadorianischen Botschaft an die Weltöffentlichkeit
Julian Assange ist für die meisten Menschen auf dieser Welt ein Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit, einer der sich offensiv gegen amerikanische Kriegsverbrechen stellt und diese der Welt zeigte. Die politische Verfolgung von ihm und der Kampf, den die US-Justiz gegen Wikileaks führt, hat zu einer Solidaritätswelle geführt. Nun richtet er sich aus der ecuadorianischen Botschaft, die ihm politisches Asyl gewährte, an die Welt:
Vor sechs Monaten oder genau 185 Tagen wurde ich in diesem Gebäude aufgenommen. Es ist zu meiner Wohnung, meinem Büro und meiner Zuflucht geworden. Dank der prinzipienfesten Haltung der ecuadorianischen Regierung und der Unterstützung des Volkes von Ecuador bin ich in dieser Botschaft in Sicherheit und kann von hier aus frei reden.
Seit ich hier bin, haben jeden Tag Menschen aus eurer Mitte vor dieser Botschaft Wache gehalten – bei jedem Wetter.
An jedem einzelnen Tag, seit ich im Sommer hierher kam. Und jetzt ist Winter.
Diese Solidarität hat mich in meinem Tun bestärkt, und ich bin den Menschen, die auf der ganzen Welt die Arbeit von WikiLeaks (s. http://wikileaks.org/ ) unterstützen, sehr dankbar dafür; sie schützen damit die Redefreiheit, die Pressefreiheit und andere wesentliche Ele mente der Demokratie.
Obwohl meine Freiheit eingeschränkt ist, kann ich vor diesem Weihnachtsfest zu euch sprechen – 232 Journalisten, die zur Zeit in Gefängnissen festgehalten werden, können das nicht:
der in Schweden verfolgte Godfried Svartholm (der die Website The Pirate Bay betrieben hat) kann das nicht, der in New York eingesperrte Jeremy Hammond kann das nicht, der in Bahrain eingesperrte Nabeel Rajab kann das nicht, auch Bradley Manning , ein junger Mann, der in dieser Woche 25 Jahre alt wird und seine Würde bewahrt hat, obwohl er schon mehr als 10 Prozent seines bisherigen Lebens in Gefängnissen verbracht hat und teilwei se nackt und ohne Brille in einen Käfig eingesperrt war, kann das nicht, und noch viele andere, die wie ich verfolgt werden, können das ebenfalls nicht.
Ich grüße diese tapferen Männer und Frauen. Und ich grüße all jene Journalisten und Publikationen, die mit ihren Artikeln darüber informieren, was den Verfolgten angetan wird, die trotz Einschüchterung und Strafverfolgung die Wahrheit verbreiten und den Journalis mus und die Aufklärungspflicht der Medien ernst nehmen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Gerechtigkeit und Freiheit statt Sicherheitswahn – Im Gespräch mit Kathrin Vogler
Die Bundeswehr darf in Deutschland nun auch im Inneren eingesetzt werden, die Überwachung von AktivistInnen wird immer stärker und Emails von mehreren Millionen Menschen ausspioniert. Widerstand regt sich bisher nicht, wir sprachen mit der Bundetagsabgeordneten Kathrin Vogler über den Sicherheitswahn und Maßnahmen dagegen.
Die Freiheitsliebe: In Zukunft darf die Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werden, wird von deutschem Boden bald nicht nur Krieg im Ausland, sondern auch im Inland geführt?
Gehört die Theologie an die Universität?
In der Sozialwissenschaft oder auch in anderen Fächern, welche sich mit Wissenschaftstheorie oder auch -philosophie auseinandersetzen, weiß man, dass jede wissenschaftliche Aussage falsifizierbar oder belegbar sein muss.
Dem steht die Theologie natürlich diametral gegenüber. Die Aussage: „Gott existiert“ oder „Gott existiert nicht“ ist weder belegbar, noch falsifizierbar. Doch muss die Theologie deswegen direkt von allen öffentlichen Universitäten und Hochschulen operativ entfernt werden, als ob es ein Krebsgeschwür wäre?
Bildet denn nicht gerade der universitäre Rahmen der Theologie eine Möglichkeit, sich wissenschaftlicher zu positionieren und sich mit ihrem Themenfeld nicht nur dogmatisch, sondern auch laizistisch-historisch auseinanderzusetzen?
Wo wäre die Bibel- oder Koranexegese ohne die Wissenschaft und die Zusammenarbeit von Philologen und Theologen? Damit übt die Wissenschaft einen positiven Effekt auf die dogmatisch geprägten Studiengänge aus. Ebenso ergibt sich ein Synergieeffekt, wenn Theologen und Historiker zusammen an der Kirchengeschichte arbeiten.
Freiheit für Mumia Abu-Jamal – Für die Abschaffung der Todesstrafe
Mumia Abu Jamal sitzt seit mehr als 30 Jahren im Gefängnis, vor wenigen Monaten wurde er von Todesstrafe auf lebenslänglich abgestuft, obwohl nicht geklärt ist, ob er sich überhaupt eines Verbreches schuldig gemacht hat. Mumia Abu Jamal hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, wie wichtig Antikapitalismus ist und welche Werte die kapitalistische Gesellschaft ausmachen.
Im Bundestag wurde vor wenigen Tagen über einen Antrag der Linken abgestimmt, der sich zur Solidarität mit Mumia Abu Jamal bekennt und die Abschaffung der Todesstrafe fordert. In den USA ist der Kampf gegen die Todesstrafe in den letzten Jahren immer stärker geworden und einige Staaten denken darüber nach die Todesstrafe zu verbieten oder haben dies bereits getan.
Solidarität mit Mumia
Annette Groth, Bundestagsabgeordnete der Linken, hat eine beeindruckende Rede gehalten, die die Notwendigkeit der Solidarität mit Mumia aufzeigt und Widerstand gegen das aktuelle Bestrafungssystem einfordert: Diesen Beitrag weiterlesen »







