Buchrezension

Faktor Fünf: Die Formel für nachhaltiges Wachstum – Eine Buchbesprechung

 Den Kapitalismus in seiner jetzigen uneingeschränkten Form kann nicht mehr lange funktionieren. Vorallendingen das Zugrundegehen der fossilen Ressourcen wird eine Zäsur in der Energiewirtschaft bedeuten. Wir müssen uns weg von den fossilen Brennstoffen hin zu den regenerativen Energien bewegen. Aber nicht nur das: Heute ist es technisch möglich, den Energiebedarf um den Faktor fünf, also um 80%, zu reduzieren. Wir müssen es nur forcieren und ein neues Bewusstsein gegenüber dem Strom schaffen.

Betrachtet man die Wachstumsentwicklung ab dem späten 18. Jahrhundert bis heute, so stellt man fest, dass diese Entwicklung durch Innovationszyklen geprägt sind. Am Anfang des 19. Jahrhunderts brachte die Mechanisierung ein lang anhaltendes Wachstum, am Ende des 19. Jahrhunderts waren es die Eisenbahnen und die Dampfmaschine, die das Wachstum garantierten. Es folgten drei weitere Zyklen (3.Zyklus: Chemie, Verbrennungsmotor 4.Zyklus: Elektronik,Raumfahrt,Flugzeug 5.Zyklus: Digitale Netzwerke, Biotechnologie). Wie die Geschichte uns lehrt, so brauchen wir in den kommenden Jahren einen 6. Zyklus der so aussehen könnte, dass die Ressourcenproduktivität erhört wird und Erneuerbare Energien das Wachstum bilden.

Teil I – Einführung und Gegebenheiten

Im ersten Teil des Buchen werden die Gegebenheiten und Einsparpotenziale in den alltäglichen Bereichen vorgestellt. Der Fokus wird dabei auf Branchen gelegt, in denen Ressourcen, insbesondere fossile Ressourcen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle, eine dominante Rolle spielen. Dazu gehören die Stahl- und die Zementindustrie, das Baugewerbe, der Verkehr oder auch die Landwirtschaft. Möglichkeiten, um Ressourcen zu sparen, kommen unter anderen aus den Bereichen Effizienz, Produktdesign oder Alternativtechnologien. Diesen Beitrag weiterlesen »

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Das elfte Gebot: Israel darf alles! – Eine Buchbesprechung

Das elfte Gebot?

Evelyn Hecht-Galinski ist eine bekannte, aber sicher nicht von allen geschätzte Autorin. Sie hat auf sich aufmerksam gemacht, da sie als Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden, Hein Galinski, dessen Kritik an Unrecht fortsetzt, dabei aber vor allem die israelische Politik angreift, ohne dabei Hemmungen zu haben, oder die besondere Stellung die Israel in Deutschland hat zu respektieren.

“Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen.” so lautete das  wohl berühmteste Zitat ihres Vaters, diesem Motto scheint Frau Galinski folgen zu wollen,  ob der Titel  “Das elfte Gebot: Israel darf alles” allerdings dazu beiträgt, dass sie dem Motto folgt ist eine andere Frage. Sie kritisiert die Situation der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten und sie kritisiert, dass die Weltöffentlichkeit zu diesem Thema meist schweigt. Sie kritisiert, dass  die Welt, wenn sie den Siedlungsbau denn mal wirklich kritisiert, keine Maßnahmen ergreift um weiteren Siedlungsbau zu verhindern, sie kritisiert alle wichtige Aspekte des Nahostkonfliktes.

Der Siedlungsbau und der Frieden Diesen Beitrag weiterlesen »

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Einen Palästinenser-Staat wird es nicht geben

Zweistaatenlösung?

“Ich habe ein El-Al-Ticket gekauft. Ziel Ben-Gurion-Flughafen, Tel Aviv, Israel. Vor sechzig Jahren ist meine Mutter nur wenige Dutzend Kilometer davon entfernt geboren worden. In Haifa, in Palästina.” So lauten die ersten Zeilen in dem Buch “Einen Palästinenserstaat wird es nicht geben – Tagebuch eines Unterhändlers” von Ziyad Clot, der 1977 als Enkel palästinensischer Flüchtlinge in Frankreich geboren, wurde heute in Paris lebend, die Geschichte seiner Rückkehr nach Palästina.

Ziyad Clot dürfte manchen LeserInnen bekannt sein, denn er ist der Whistle-Blower der PLO. Sein Name ist  auf ewig verbunden mit den Palestine Papers, jenen Papieren, die die Handlungsunwilligkeit der israelischen Regierung zeigten und weltweit für Aufsehen sorgten. Ziyad Clot ist französischer Jurist mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht und wechselte von einer Pariser Großkanzlei an den Verhandlungstisch des arabisch-israelischen Konfliktes.

Quälende Durchsuchungen Diesen Beitrag weiterlesen »

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“Worum es geht” – Eine Flugschrift von Jutta Ditfurth

Rar sind sie geworden. Die Rede ist von Flugschriften, Appellen an Moral, Vernunft und Friedlichkeit. In der 46 Seitigen Flugschrift schafft es Jutta Ditfurth, einst Grünen/Bündnis90-Mitgründerin und heute eine ihrer ärgsten Widersacher, den Bogen der Vernunft zu spannen.

http://www.scharf-links.de/fileadmin/user_upload/Kultur6/worum-es-geht.jpg“Worum es geht”. Interessanterweise steht nach den drei Worten weder ein Ausrufezeichen, noch ein Fragezeichen – doch es ist klar, dass dort ein unsichtbares Fragezeichen stehen muss. “Worum geht es?” ist eine Frage die in Zeiten der vollgepumpten Märkte gestellt werden sollte. Dass diese Frage nicht gestellt wird, ist ein klares Zeichen, wie schwer krank nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch alle anderen kapitalistischen Staaten sind. Wir stellen uns nicht mehr die Frage, was wir wollen, zweifeln längst keine Autoritäten mehr an, überlassen das Handeln denjenigen, die die Macht dazu haben und hoffen, dass sie sorgsam mit ihrer Macht umgehen – vergebens. Und doch vertrauen wir ihnen weiter…

Worum es geht

Die Flugschrift ist in vier Abschnitte eingeteilt: Worum es geht, Was ist, Was droht und Was tun. Der erste Abschnitt ist als eine reine Kapitalismuskritik zu verstehen. Beim Diesen Beitrag weiterlesen »

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Wanderung mit den Genossen: Mit den Guerilleros im Dschungel Zentralindiens

Wanderung mit den Genossen

Wenn die Menschen in Deutschland an Indien denken, dann denken sie an den wohl berühmtesten Pazifisten aller Zeiten, Ghandi, sie denken an eine aufstrebende Wirtschaftsmacht und sie denken vielleicht noch an den Film “Slumdog Millionär”, aber niemand denkt an den Krieg, der in Indien schon seit Jahrzehnten herrscht. “Wanderung mit den Genossen: Mit den Guerillas im Dschungel Zentralindiens” ein Buch von Arundhati Roy könnte dies ändern.

“Wie viele Soldaten braucht es, um die wachsende Wut von ein paar hundert Millionen Menschen einzudämmen?” so fragt Arundhati Roy, zu Beginn des ersten Kapitels. Mit dieser Frage ziehlt sie auf die Unterdrückung der Völker in Indien ab.

5 Kapitel – Freiheit, Trauer, Freude und Wut

Das erste Kapitel ihres Werkes handelt von der Vorbereitung auf eine Reise in ein unbekanntes Gebiet, es handelt von der Auseinandersetzung mit der medialen Beschreibung der maoistischen Rebellen und die Situation der Menschen in den Wäldern. Es ist eine Beschreibung, der Rolle, die die Maoisten in der indischen Gesellschaft einnehmen und eine Beschreibung der Rolle, die ihnen der Staat zuschreibt. Sie beschreibt im ersten Kapitel ausführlich, wie die Menschen sich fühlen, die nicht mit der Unterdrückung der Advidasis einverstanden sind. Eine Situation in der jeder ein Maoist ist, der nicht bedingungslos dem Kurs der Regierung und dem Militarismus zustimmt. Diesen Beitrag weiterlesen »

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Der Islam – Schrecken des Abendlands

Werner Ruf

Es scheint uns heute selbstverständlich, in der Kategorie der Nation zu denken. Da ist jemand “stolz, Deutscher zu sein”, ein Anderer schämt sich dieser Nationalität ob der im deutschen Namen begangenen Verbrechen. Aber was ist das, Deutscher, Franzose, Araber oder Jude zu sein? So leitet der Dr. phil Werner Ruf sein Werk “Der Islam – Schrecken des Abendlands” ein.

Sein Buch beginnt nicht mit einem direkten Einstieg in das Titelthema, es beschäftigt sich mit der Konstruktion von Identitäten. Eine Vorgehensweise, die sinnvoll erscheint, wenn man das Buch weiterliest. In der heutigen Zeit grenzen wir uns ständig ab. Es wird ein Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen, welches vor allem auf der Abgrenzung von anderen Grupppen geschieht. Die Abgrenzung wird auf der Basis verschiedener Merkmale wie Sprache, Religion, sexueller Orientierung oder “Rasse” vorangetrieben.

Wir und die “Anderen”
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Antisemitismus und die Lehren aus der Geschichte

Im Jahr 2007 erschien “Antisemitism. A Very Short Introduction” des liberalen Historikers Steven Beller. 2009 erschien diese gute Einführung bei Reclam auch auf Deutsch. 172 Seiten sind natürlich viel zu kurz, um so ein gewaltiges Problem abzuhandeln, aber die Stärke der Broschüre liegt ohnehin darin, dass sie die bedeutendsten Lehren zum Thema kurz und verständlich anhand der Geschichte selbst zusammenfasst. Diese Rezension geht auf einige wichtige Lehren ein, die man aus der Broschüre ziehen sollte.

Antisemitismus und Gesellschaft

Abgesehen von den heute noch sehr wichtigen Lehren aus der Geschichte, die sich dem Leser geradezu ins Herz brennen, und der Kürze des Textes ist es sein größter Vorzug, dass der Antisemitismus trotz seiner Komplexität verständlich wird. Der Autor mystifiziert ihn nicht als etwas bloß Irrationales und damit Unbegreifliches (wie nicht wenige frühere und heutige Autoren zum Thema), sondern versucht, den Antisemitismus trotz seiner irrationalen Seiten konkret im Zusammenhang mit Geschichte und Gesellschaft zu sehen, denn das

wird uns helfen, den Antisemitismus zu verstehen, und legt zudem einige Lehren hinsichtlich der Bekämpfung des Antisemitismus und anderer Formen des Vorurteils in Gegenwart und Zukunft nahe.

Ein Verzicht auf das Begreifen und Erklären des Antisemitismus in all seinen Formen dagegen würde heißen, die Lehren hinsichtlich seiner Bekämpfung nicht ziehen zu wollen.

Verschiedene Formen des Antisemitismus Diesen Beitrag weiterlesen »

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Eine zugängliche Einführung in „Die revolutionären Ideen von Karl Marx“

Die revolutionären Ideen von Karl Marx

„Mit diesem Buch möchte ich eine Lücke in der Literatur über Marx schließen und eine zugängliche, moderne Einführung in sein Leben und seine Gedanken unterbreiten, geschrieben von jemandem, der seine grundlegenden Ansichten über Geschichte, Gesellschaft und Revolution teilt“, so, Alex Callinicos, der Autor des Buches „Die revolutionären Ideen von Karl Marx“. Callinicos ist Professor für European Studies am King’s College in London.

Das Buch sieht tatsächlich nicht nur modern aus, es bietet auch auf insgesamt 277 Seiten dem Leser von heute einen zugänglichen Einstieg in die Ideen des Revolutionärs. Der Autor schafft bei Einsteigern schnell Klarheit über Marx und den Marxismus und räumt häufige Vorurteile und Missverständnisse aus. Die acht Kapitel sind thematisch gut geordnet und führen jeweils in einen Bereich der Marxschen Betätigung ein. Literaturtipps zum Weiterlesen runden die Einführung ab.

So wird dem Leben des Revolutionärs das erste Kapitel gewidmet. Die Darstellung der Verbindung von humorvollem Geist und ernsthaftem Engagement macht Marx menschlich sympathisch. Marx wird weiterhin als Mensch mit Fehlern, aber auch als Schule machender Vordenker der Revolution porträtiert. Trotz finanzieller Probleme schaffte er es, sich über Jahrzehnte mit den verschiedensten sozialen Problemen zu befassen und sie oft auch theoretisch zu bewältigen, um ihre praktische Bewältigung zu fördern.

Das zweite Kapitel behandelt die verschiedenen Ideen des Sozialismus vor Marx und die politischen Bewegungen, die hinter diesen Ideen standen. Hier wird klar, dass der Sozialismus aus der bürgerlichen Aufklärungsphilosophie, also aus der aufklärerischen Hoffnung auf eine wirklich humane Gesellschaft einerseits und der Kritik am Kapitalismus andererseits hervorging. Die Sozialisten übernahmen die Hoffnung der Aufklärungsphilosophie, aber kritisierten ihre Idealisierung der kapitalistischen Gesellschaft. Doch der Sozialismus blieb bis dahin immer nur eine unerreichbare Utopie, ein utopischer Sozialismus. Diesen Beitrag weiterlesen »

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Türken Sam – Ich wollte dazugehören

Bücher über kriminelle Jugendliche mit Migrationshintergrund gibt es in Deutschland massenweise, meist von Politikern, Verbändern und Organisationen, selten von den Jugendlichen selbst. Eines der Bücher, die man wirklich lesen sollte, wenn man sich mit diesem Themenkomplex beschäftigen will und eine andere Sichtweise kennenlernen möchte, ist “Türken Sam” von Cem Gülay.

“Türken Sam” ist eine Autobiographie eines Deutschtürken, der alles gegeben hat um in der Gesellschaft angenommen zu werden. Es ist ein Buch über die Geschichte eines Jungen, den man wohl vor seinem Aufstieg in der Szene, als gut integriert bezeichnet hätte, auch wenn er das anders sieht. Seine Geschichte, ist eine Geschichte voller Ausgrenzung, Wut und Rassismus.

Kein Türke als Schulsprecher

Cem Gülay wollte Fußballer werden und spielte in den verschiedensten Hamburger Fußballclubs. Er galt als Talent, doch der Rassismus und die Ausgrenzung setzten ihm zu. So berichtet er über ein internationales Sichtungstunier bei dem er ausgeladen wurde, weil er “Türke” war und der Trainer mit einer deutschen Mannschaft spielen wollten. Er berichtet über die Machokultur unter jungen Männern und die Diskriminierung, die Frauen dabei tagtäglich über sich ergehen lassen müssen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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Reichtum macht glücklich? Gleichheit = Glück!

Gleichheit ist Glück

Eine Gesellschaft, in der jeder jedem vertrauen kann, es keine gesundheitlichen und sozialen Probleme gibt, keine Kriminalität, keine Notwendigkeit, sich auf eine Prügelei vorzubereiten, in der unsere Kinder bestens versorgt sind, in der wir keine Angst haben, in der es Gleichberechtigung von Frau und Mann gibt, in der Menschen den notleidenden Menschen der Welt helfen, in der beste Bildung für alle verfügbar ist – Das ist die Utopie für eine glückliche Welt.
Betrachten wir jede einzelne Komponente dieser Utopie und ordnen sie statistisch ein, dann entsteht plötzlich eine berechenbare Darstellung von Glück, die allerdings ausschließlich für die Industrieländer gilt. Die Untersuchung dieser Glückskomponenten hat Richard Wilkinson und Kate Pickett zu der Erkenntnis geführt, dass nahezu alle Kriterien für gesellschaftliches Glück in Korrelation stehen zur Einkommensverteilung in einer Gesellschaft. Diese Erkenntnis war für die Autoren erstmal überraschend. Und auch beim Lesen ihres Buches „Gleichheit ist Glück“ überrascht der direkte Zusammenhang zwischen der Einkommensverteilung in einer Gesellschaft und einer „Glücksstatistik“ immer wieder.

Dabei zeigen die Zusammenhänge, dass das gesellschaftliche Glück in Gesellschaften mit wenig Einkommensungleichheit für alle Menschen aus allen Schichten größer ist. Dadurch wird die gesamte Untersuchung von Wilkinson und Pickett zu einem Plädoyer für eine Gesellschaft, in der die Einkommensdifferenz zwischen den reichsten 20 % und den ärmsten 20 % einer Gesellschaft möglichst gering ist. Diesen Beitrag weiterlesen »

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