Los Superdemocraticos – Eine Buchbesprechung
Wir als einzelner Erdling haben in unserem Kosmos eine Bedeutung, die ungefähr der eines Sandkorn in einem Sandhaufen gleicht. Das Internet macht es nun möglich, dass wir Menschen uns immer weiter vernetzen und austauschen können, macht es nun möglich, die weit entferntesten Sandkörnchen ausfindig zu machen.
An dem 200 Seitigen Buch beteiligten sich über 26 Lateinamerikanische-Autoren mit kurzen Essays, schriftlichen Gedankengängen und Erfahrungsberichten. Ganze 44 Beiträge lassen sich im Buch finden, welche auf ihre ganz eigene Art und Weise besonders sind. Einige Kurzgeschichten sind satirisch-komisch geschrieben, während andere Autoren poetisch oder sehr sachlich schreiben.
Damit der Leser durch die Vielfale der Kurzgeschichten nicht komplett den Überblick verliert, sind die Prosa in die Bereiche “Geschichte”, “Körper”, “Bürger” und “Globalisierung” eingeteilt.
Ficken sagt man nicht!
Um schoneinmal einige zun Teil köstlich amüsante aber auch ernstere Titel vorwegzunehmen: Eine Jugend voller Schuld, 26Minuten Cyabersex(ab 18), Die treue Hure Gottes, Der Transen-Plan, Ninja-Metamorphose…
Wer nach dem Lesen dieser Titel nun denkt, man habe es mit einem wirren Holland-orange-strahlendem-Pamphlet zu tun, der irrt. Das schöne an diesem – auf die meisten Autoren zutreffenden – Stil ist, dass man über die literarische Komik, die Absurdität unwirklicher Wahrheiten einen Schreikrampf vor Lachen bekommt oder aber sich in seinen Sessel zurückfallen lässt und einen Dejá-vu-flash bekommt. Ganz egal ob man beim Lesen weint, lacht oder von dieser interkulturellen Reizüberflutung einfach nur in seinem Sessel liegt: Diese Geschichten gehen tief, tiefer als so manch Perlentaucher.
Ganz egal ob es um den Bücher-Süchtigen geht, der seinen einsamen Aktivismus, das Verlgen von Büchern praktiziert. Ganz egal ob die story “Narben” gemeint ist, bei der die Autorin die Herkunft ihrere Narben analysiert, ganz egal wie absurd einem die Geschichte des “frittiertem Hähnchen” vorkommen mag: Eins haben alle gemein. Tiefgang.
Die sehr offenen Autoren mit ihren frischen Schreibstilen verwöhnen den Geist des Lesers. Es scheint so, als würden die Autoren die Geschichten so wahrheitsgetreu darstellen, Perlen in die weiten Weltmeere werfen und leise flüstern:
“Tauche und suche nach Perlen!!”

