“Freiheit statt Kapitalismus” – Wagenknecht knechtet die Reichen

http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/wagenknecht_cover_9783821865461.jpgDas im April vergangenen Jahres veröffentlichte 368-Seiten starke Buch “Freiheit statt Kapitalismus” zeigt ein mal mehr deutlich, wie tief das neoliberale Wirtschaften unser System immer weiter in den Sumpf der Zerrüttung einsickern ließ.

Der verpsrochene Wohlstand für alle

dass ich eine Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Shichten unseres Volkes zum Wohlstand führen vermag. Am Ausgangspunkt stand der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.

Ludwig Erhard

Dieses Zitat Ludwig Erhards bildet einerseits den Einstieg in Kapitel 1, andererseits bleiben die Worte Erhards ein ständiger Wegbegleiter, bleiben Aufhänger eines nicht einmal im Ansatz eingelösten Versprechens.

Sahra Wagenknecht, die vor einigen Wochen sogar als Kolumnisten bei der Zeit eine Projektionsfläche erhielt, handelt die Themen “Finanzpolitik”, “Ökologie”, “Demokratie” & co. in einzelnen Kapiteln ab. Die stellvertretene Vorsitzende der LINKEN belegt ihre Aussagen an Fakten, die meist eine noch ungerechtere und perspektivlose Zukunft versprechen. Wagenknecht kritisiert, kritisiert sich in rage, belegt und wird an einigen Stellen auch polemisch. Ironischerweise wirkt die Polemik nicht fehl am Platze, sie hat einfach nur Recht – auch wenn Polemik an sich sicherlich keine elegante Art der Kritik darstellt.

Die Kritik ist vollkommen gerechtfertigt, klar und deutlich formuliert, jedoch wünscht man sich als Leser im Anschluss zur Kritik Lösungsansätze. Das Jetztige ispt perspektivlos, ungerecht und schlecht, aber wie soll es denn Morgen aussehen? Wie kann ein gut funktionierender Sozialismus aussehen?

Am Ende jeden Kaptiels im Fazit lautet die Quient Essenz jedenfalls immer gleich: Ein Wandel, eine signifikante Änderung der Rahmenbedinungen im System des Kapitalismus ist nicht möglich”.

Das Fass ist voll

Die Finanzmärkte haben längst die Fäden um die Politiker gesponnen. Die Marionetten tanzen, die Lobby lacht. Nach dem Leses des Buches mag man sich als Leser erschlagen und zugleich wütend fühlen. Die Tatsache, dass wir in einem System, geschaffen für die Reichen, leben, uns dem Sozialabbau beugen und das Regieren einer Lobbyelite hinnehmen, zeigt wie sehr die Bürger in ihrer Arbeitsstellung eingebunden sind und gleichzeitig  im gesellschaftlichen, sozialen Leben die Augen verschließen. Zu allem Übel treibt die mediale Kraft der privaten Fernsehsender den Verdummungsprozess weiter voran. Zu komplex ist unser System geworden, welches einer alten rostigen Maschine mit vielen Tausenden kleinen Zahnrädern gleicht. Dabei weiß jeder, dass die Maschine in der Form nicht weiter laufen kann, keiner traut sich jedoch nur ein kleines Zahnrädchen auszutauschen – es könne eine Kettenreaktion mit unlösbaren Problemen ausgelöst werden.

Kaufempfehlung

Auch wenn die Autorin Sahra Wagenknecht nur das ausspricht, was sie recherchiert hat und was ein kritischer Bürger vermutet, lohnt es sich das neuste und umfassende Werk “Freiheit statt Kapitalismus” zuzulegen.

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  • manfred richter

    ja, nur schade,daß die breite masse das buch nie lesen wird, weil wagenknecht ja kommunistin ist. und zumindest in der brd nehmen die den bürgern ja selbst frau und kinder weg, neben haus und hof natürlich. hierzulande wirds noch jahrhunderte bis zum denken brauchen.

  • freeleo

    Das Buch ist natürlich antikapitalistisch geschrieben. Man brauch sich aber nicht davor zu fürchten, dass man nach dem Lesen des Buches automatisch Kommunist werde.
    Vielmehr ist es interessant die Entwicklungen der BRD zu beobachten, kritisch zu bleiben. Kommunismus ist in meinen Augen sowieso keine Lösung. Der Sozialismus, in dem Produktionsmittel vergesellschaftet werden, sollte unser Ziel sein. (:

    • Thanthalas

      Ein Genosse Produktionsleiter kann einen genauso ausnutzen wie ein Firmenbesitzer.

      • freeleo

        Die Herausbildung einer poltischen Elite ohne Ledersessel im Land- und Bundestag setze ich voraus. Ein Hauch von Postmaterialismus halte ich genauso für notwendig. Wenn sich aber an meinen zwei angesprochenen Punkten nichts verändern würde, hast du nicht ganz unrecht, Thanthalas.

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